Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

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Mues_Lee
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Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von Mues_Lee »

Hallo,

ich sollte etwas Osterdeko basteln, und als anständiger Sohn spurt man halt wenn Mutti was fragt ;)

Ich hab das ganze mit der Stichsäge gemacht, geht zur Not. Das Thema Bandsäge hat mich aber schon öfter beschäftigt, auch um mal Kanthölzer auftrennen zu können. Ich dachte da an die Record Power Sabre 250 https://www.recordpower.co.uk/product/s ... d-included oder die Dictum BS 270 https://www.dictum.com/de/elektrowerkze ... -10-727447

Von den technischen Daten her nehmen die beiden sich nicht viel. Bei der Dictum ist der Tisch an zwei Punkten verbunden (zweites Bild) und man muss zum Sägeband wechseln nicht den PA wegschrauben, und der PA scheint auch "besser" zu sein als der von der RP. Die RP hat dafür diese Schnellentlastung und wäre unterm Strich 140 Euro günstiger. Dictum verlangt 95 € Versandkosten.

Der Gebrauchtmarkt in meiner Umgebung wirft nichts passendes ab, wenn dann nur größere Kaliber. Ich muss nämlich zwingend mobil bleiben. Entweder tragbar oder Untergestell mit Rollen und Budget max. 500 bis 600 €.

Ich mache keinen Möbelbau, eher so Basteleien und allgemeiner Heimwerker-Kram. Material das was es so im Baumarkt gibt. Zuschnitt und Ablängen mache ich mit Tauchsäge und Schiene bzw. einer Ulmia 352 Gehrungssäge und Flachwinkelhobel in Verbindung mit einer Stoßlade. Ich bin glücklich damit, das passt so für mich.

Alternative wäre natürlich die gute alte Laubsäge oder eine Dekupiersäge. Bei mir in der Nähe gäbe es eine Hegner Multicut-1 für 300 Euro in sehr gutem Zustand aus Erbmasse, die scheint nicht viel gearbeitet zu haben.

Was würden die erfahrenen Holzwerker hier mir raten?

Viele Grüße
Marco
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flüsterholz
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Re: Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von flüsterholz »

Hallo Marco
Empfehlungen bzg verschiedener Modelle kann man ja nur geben, wenn man mit beiden schon gearbeitet hat. Da müsstest du schon Glück haben, jemanden zu finden. Ich stand vor 1 1/2 Jahren vor der gleichen Frage. Eine kleine Bandsäge für die Heimwerkstatt. Für größere Schnitte habe ich eine Alternativwerkstatt. Bin dann auch bei der Dictum 270 bzw, RP 300 hängengeblieben. Ich denke, mit beiden kann man nicht wirklich was falsch machen, für das, was Du machen möchtest. Eine Empfehlung hier im Forum war damals das Buch: Bandsägen einrichten, beherrschen, aureizen von Roland Johnson. Das kann ich nur so weiterempfehlen. Es hat mir sehr geholfen, die richtige Größe der Bandsöge für meine Arbeiten zu finden. Hat dann noch ein Jahr, auch gesundheitlich bedingt, gedauert, bis ich ein gutes gebrauchtes Exemplar gefunden habe.
Gruß Michael
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annajo
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Re: Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von annajo »

Hallo Marco,

ich bin in der gleichen Situation, auf der Suche nach einer kleinen Bandsäge.

Die beiden von Dir genannten Modelle sind bei mir auch in der engeren Auswahl und ich bringe noch die "Metabo BAS 318"
https://www.metabo.com/de/de/maschinen/ ... saege.html
ins Spiel. Der Straßenpreis ist um einiges günstiger als der UVP von Metabo. Vorteil, die Metabo gibt es auch als 400 V Maschine.

Leider kann ich mir noch keine der drei Maschine ansehen, deshalb tue ich mir mit der Auswahl schwer.

Gruß, Edwin
Bernd Grunwald
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Re: Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von Bernd Grunwald »

Hallo in die Runde,

kleine Bandsägen (Rollendurchmesser unter 300 mm), die ein Untergestell haben und auf dem Fußboden stehen, benötigen in der Werkstatt fast genau so viel Platz wie Bandsägen mit größerem Rollendurchmesser. Wer also über eine Nische im Hobbyraum für die Boden-Aufstellung einer Bandsäge verfügt, sollte meiner Meinung nach eine Maschine mit einem größeren Rollendurchmesser (ab etwa 350 mm) wählen, denn je größer der Rollendurchmesser, desto größer ist auch die Schnitthöhe und die Schnittlänge, d.h. desto vielseitiger ist die Bandsäge einsetzbar. Wenn sie auf Rollen steht, kann eine größere Bandsäge ebenfalls mobil sein und beispielsweise in die Mitte des Raumes geschoben werden (wenn z.B. mal was Längeres aufzutrennen ist). So mache ich es mit der Scheppach Basato 4 viewtopic.php?t=15390, die einen Rollendurchmesser von 380 mm hat, und aus Platzmangel in meinem kleinen Hobbyraum im Keller in einer Ecke stehen muss. Dort kann ich nur kleine Teile bis etwa 40 cm Länge sägen. Wenn ich die Maschine jedoch etwa 80 cm aus der Ecke raus ziehe (was wegen der Rollen ganz leicht geht), sind vor Ort Sägelängen von bis zu 3 Metern möglich.

Wenn allerdings keine Nische da ist und/oder die Bandsäge sogar auf der Werkbank/dem Tisch betrieben werden muss, dann ist eine kleine Bandsäge natürlich besser als gar keine.

Gruß
Bernd
Mues_Lee
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Re: Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von Mues_Lee »

Hallo Bernd,

der limitierende Faktor bei mir ist nicht die Ecke wo ich die Bandsäge parken kann sondern der Geldbeutel :D

Von der RP gibt es ja genügend Bilder und Videos im Netz, zu der Dictum habe ich nur ein Video gefunden. Allerdings habe ich schon öfters bei Dictum bestellt und war immer zufrieden, auch mit deren Eigenmarke-Hobel. Denke schon das die Säge was taugt.

Die Metabo soll ja ne Diva sein beim einstellen. Und dann gäbe es ja noch die anderen üblichen Verdächtigen wie Makita, Bernardo, Holzmann, Holzstar, Jet ...

Ich weiß halt nicht ob Dekupier- oder Bandsäge. Ne gute Dekupiersäge kostet halt auch etwas. Im Moment tendiere ich zu der RP. Für Geheimtipps nach was ich auf dem Gebrauchtmarkt Ausschau halten soll wäre ich natürlich auch dankbar.

Viele Grüße
Marco
Bernd Grunwald
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Re: Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von Bernd Grunwald »

Hallo Marco,

ja, der Geldbeutel ist bei mir auch meistens der limitierende Faktor (deshalb habe ich leider auch keine HEMA ;) ). Der Platz scheint bei dir aber vorhanden zu sein. Das ist schon mal viel Wert. Damit hast du die Wahl: entweder eine neue kleine oder eine gebrauchte größere Maschine, passend zum Geldbeutel.

In meiner Hobbywerkstatt steht auch eine Dekupiersäge von Hegner. Mit deren Auf- und Ab-Gezappel konnte ich mich aber noch nie so richtig anfreunden. Da ich zudem nur selten Laubsägearbeiten mache, wird sie bei mir kaum benutzt.

Meine Wahl wäre daher keine Dekupiersäge, auch keine neue kleine Bandsäge, sondern eine gebrauchte größere Bandsäge. Vielleicht findest du ja im Netz Eine, die in jeder Hinsicht passt. Angebote sind ja reichlich vorhanden...

Bis dahin empfehle ich die Lektüre des Buches "Bandsägen" von Roland Johnson. Dort findest du jede Menge Werkstattwissen zum Thema. Egal, welche Bandsäge es nachher wird - dieses Buch wirst du auf jeden Fall gut gebrauchen können. Es gibt auch eins von Guido Henn. Das kenne ich zwar nicht, ist aber ganz sicher auch sehr gut.

Gruß
Bernd
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annajo
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Re: Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von annajo »

Hallo Bernd,

Platz und Raumhöhe (2,4m) hätte ich, aber mir geht es wie Marco ... Geldbeutel!
(Obergrenze 800€ (max. 1000€) )

Und da wird es für einen größere Maschine schon wieder eng.

Ich habe deinen Bericht zur BASA 4 gelesen, aber wenn ich bei dieser Maschine nochmal Geld und Arbeit (traue ich mir zu) investieren muss ...
in der Zeit kann ich nicht Holzwerken. (Zur BASA 4 findet man auch wenig im Netz)

Zum Kauf einer gebrauchten fehlt mir die Erfahrung, auf was ich achten muss. Und vermutlich muss man eine Gebraucht auch wieder etwas herrichten (traue ich mir zu), was wieder Zeit kostet.
(Kleinanzeigen und ebay gibt aktuell auch nichts her, Umkreis 200 km)

Gruß, Edwin
Mues_Lee
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Re: Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von Mues_Lee »

Hallo Bernd,

meine Räuberhöhle im Keller hat so 4x4 Meter, und da wo ich die Bandsäge parken könnte wäre bei einem Modell mit 320mm oder 350mm Rollen dann Schluss.

Wie oben geschrieben gibt der Gebrauchtmarkt bei mir in der Gegend aktuell nix passendes her. Außer solchen Kameraden hier:

https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 85-84-8986
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 72-84-8109
https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 92-84-9269

Was ich noch gesehen habe die Dictum ist wohl Baugleich mit dieser Axminster, die gäbe es für 450 € inkl. Versand. Ich hab sicherheitshalber mal ne Email geschrieben ob das tatsächlich stimmt.

https://www.axminstertools.com/eu/axmin ... 30v-107711

Mal den Gebrauchtmarkt weiter beobachten, ist ja nicht dringend :)

Und für den Bastelkram habe ich mir so einen Laubsägen-Chinaklon bestellt, ähnlich dieser Knew Concepts.

Viele Grüße
Marco
Bernd Grunwald
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Re: Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von Bernd Grunwald »

Hallo Marco,

der Raum, in dem meine Basato 4 steht, ist sogar nur 4 x 3 m groß (hab gerade mal nachgemessen). Wenn ein langes Teil gesägt wird, geht das Teil über einen Rollenbock durch die Tür. Auf diese Weise habe ich bis zu 3 m vor und bis zu 3 m hinter der Säge zur Verfügung. Genauso mache ich es mit dem Frästisch (mit fest eingebauter Oberfräse). Der steht auch auf Rollen und kann z.B. zum Fräsen von bis zu 3 m langen Leisten ebenfalls in diese Arbeitsposition geschoben werden.

Bei der Wahl meiner Bandsäge war die Raumhöhe der begrenzende Faktor. Der Keller ist leider nur 2 m hoch. Wäre er 2,5 m hoch, hätte ich mir eine größere Bandsäge (mit deutlich über 400 mm Rollendurchmesser) angeschafft. Die Basato 4 gehört zu den Bandsägen mittlerer Größe.

@Edwin: nochmal Geld und Arbeit muss man bei den kleinen Bandsägen auch investieren, wenn man - wie ich - eine qualitativ bessere Bandführung haben will (oder wenn man merkt, dass die Maschine für so manche Aufgabe einfach zu klein ist). Das Geld für eine bessere Bandführung habe ich aber auch erst investiert, nachdem ich schon mehr als ein halbes Jahrzehnt (so genau weiß ich das nicht mehr) mit der Scheppach-Bandführung gesägt hatte.

Kleinere Bandsägen sind für diverse Bereiche von Woodworking-Projekten (auch im Hobby-Bereich) schlicht und einfach "zu schwach auf der Brust". Sie kommen zu schnell an ihre Grenzen.

Gruß
Bernd
Mues_Lee
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Re: Kleine Bandsäge, welche? oder doch was anderes?

Beitrag von Mues_Lee »

Hallöle.

Ich bin das Risiko eingegangen und habe mir die Axminster Bandsäge gekauft. 450 Euro mit allem drum und dran waren einfach zu verlockend. Dienstag 14:00 Uhr bestellt, 15:35 Uhr kam die Versandbestätigung da und heute morgen um 9:00 Uhr war bereits DHL da :shock:

Bild

Alles ordentlich verpackt, nix beschädigt und eine anständig gedruckte Anleitung ist auch dabei. Der einzige Unterschied zur Dictum Säge ist das kein Queranschlag mitgeliefert wird. Den muss man separat bestellen. Ist eine 3/4" (19 mm) T-Nut.

Bild Bild

Statt den mitgelieferten Schlauchschellen habe ich Drahtschellen verwendet und beim tauschen vom Anschlusskabel (englischer Stecker) habe ich die Lüsterklemmen gegen WAGO Klemmen ausgetauscht. Die Anschlussstutzen sind eher dünnwandiges Hartplastik, keine Ahnung wie lange die durchhalten. Der Drehknauf zum Bandspannung verstellen ist auch Hartplastik und einfach aufgesteckt. Das wären jetzt so meine einzigen "Kritikpunkte" bisher. Finde ich jetzt aber alles nicht so dramatisch.

Bild Bild Bild

Was soll ich sagen. Sieht alles ganz passabel aus, ziemlich stabil und sägen kann man damit auch. Mehr kann ich jetzt auch nicht beitragen, ist ja meine erste Bandsäge. Gibt bestimmt besseres, in der Preisregion aber garantiert auch schlimmeres. Für meinen Bastelkram ab und an denke ich völlig ausreichend.

Bild

Eine abschließende Frage noch: wie ist das mit den Sägebändern. Reichen für den Heim- und Hobbybereich die eher Preisgünstigen von MHM, Dictum und Konsorten oder doch lieber etwas tiefer in den Geldbeutel greifen?

Viele Grüße
Marco

P.S. wenn ich was bestimmtes Fotografieren oder ausprobieren soll einfach melden
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