Schleifklotz und Bankhaken

Hier werden Holzprojekte diskutiert, die vorwiegend mit Handwerkzeugen und nicht mit Maschinen realisiert werden. Hier ist auch ein Platz für traditionelle Oberflächenbehandlung von Holz. Ebenso geht es hier um klassische Handwerkzeuge zur Holzbearbeiteng, deren Bedeutung, Pflege und Gebrauch.
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MarkusB
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Registriert: Mo 15. Mär 2021, 07:21

Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von MarkusB »

Hallo zusammen,

am WE habe ich zwei kleine Probleme gelöst, die mich schon lange genervt haben.

1. Schleifklotz
Bislang habe ich ich immer entweder ein Stück Holz oder das Korkteil, das jeder hat, genommen und Schleifpapier drum gewickelt.
Nicht sehr komfortabel und das ärgerlichste: Die Enden vom Schleifpapier kann man so nicht verbrauchen.
Ich habe noch ein paar Schleifbänder für meinen Bandschleifer seit Jahren in der Schublade liegen und letzten Freitag habe ich im Netz dafür eine super Idee gesehen. Das Ding ist absolut fest, da verrutscht nix.
Die Rundungen habe angezeichnet und dann mit der Schlichthobel vorgearbeitet und den letzten Millimeter mit dem kleine Einhandhobel in die Endform gebracht.
Schleifklotz2.jpg
Schleifklotz2.jpg (1.22 MiB) 848 mal betrachtet
Schleifklotz1.jpg
Schleifklotz1.jpg (1.37 MiB) 848 mal betrachtet
2. Bankhaken, die die Höhe halten
Man kann sie von Veritas kaufen, aber selbst gemacht ist günstiger und ich kann sie dann so lang manchen, wie ich sie brauche.
Für meine Hinterzagen müssen die ca. 20 cm lang sein, damit ich sie von unten hochdrücken kann. So lange gibt es von Veritas nicht.
Die Federn sind aus einem Wechselrahmen. Ein bisschen biegen, ein bisschen kürzen, Loch rein, fertig.
Das Holz habe ich gedrechselt (endlich mal :roll: ), die Flächen mit dem Einhandsimshobel geebnet, auf den Pressflächen 80er Sandpapier geklebt (fehlte auf dem 2. Bild noch).
Bankhaken1.jpg
Bankhaken1.jpg (1.01 MiB) 848 mal betrachtet
Bankhaken2.jpg
Bankhaken2.jpg (940.07 KiB) 848 mal betrachtet
Viele Grüße

Markus

P.S.
Seit der Softwareumstellung ist es hier ja deutlich ruhiger geworden.
Ich habe mir vorgenommen, häufiger mal aktuelles aus der Werkstatt hier reinzustellen.
Ich selber lese solche Berichte gerne und man lernt auch immer was daraus.
Am besten gefallen mir übrigens die nicht so perfekten Resultate, u. a. deshalb, weil es sie bei mir nie gibt ;)
Friedrich Kollenrott
Beiträge: 3130
Registriert: Fr 19. Mär 2021, 17:09

Re: Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von Friedrich Kollenrott »

Hallo Markus,
die Bänder für Bandschleifer sind doch durchweg sehr grob, kann man denn damit überhaupt was anfangen zum Schleifen von Hand?
Eine pfiffige Konstruktion, wie man eine Schleifpapierrolle (die übliche, 115 mm breite) in ein schleifklotzartiges Werkzeug einsetzt, nach Stumpfwerden immer weiter durchschiebt und so reststückfrei aufbraucht, suche ich auch noch. Kennt da jemand eine Lösung?

Grüße, Friedrich
kevin22
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Registriert: Sa 18. Sep 2021, 20:34

Re: Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von kevin22 »

Hallo Markus,

Danke für die Idee. Die Bankhaken werde ich nachbauen. EIne Frage hätte ich: Wie hast du die "Nuten" für die Metallstreifen gemacht? Mir fällt nicht ein, wie man das geradeflächig mit Handwerkzeugen machen kann. Grundhobel sitzt ja auf der runden Fläche nicht so gut, oder hast du die weggestemmt?

Wie heißen denn technisch diese "Nuten"?

Grüße,
Kevin
MarkusB
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Registriert: Mo 15. Mär 2021, 07:21

Re: Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von MarkusB »

Hallo zusammen,

@Friedrich
Ich habe damit eine stark verrostete Axt bearbeitet. Ging sehr gut.
Auch bei stärkster Anwendung blieb das Konstrukt stabil.
Ansonsten hast du aber Recht, für manuelles Arbeiten ist die Körnung doch sehr grob.
Ich habe aber auch noch feinere Bänder, so dass ich damit auch gut Kanten brechen kann.
Ob ich mir aber neue Bänder kaufen werde bin ich mir nicht sicher.
Die kosten bestimmt eine ganze Ecke mehr als normales Schleifpapier.

@Kevin
Freut mich, dass dir die Bankhaken gefallen.
Die "Nut" würde ich "Aussparung" nennen.
Das Grobe habe erst mit mehreren Sägeschnitten und anschließend mit dem Stechbeitel entfernt.
Dann habe ich mit meinem Einhand-Simshobel die Flächen geglättet.
Der Bankhaken war dabei die ganze Zeit etwa bis zum Riss erhöht im Tischlerschraubstock, so dass die Zangen die Tiefenbegrenzung darstellten.

Viele Grüße

Markus
Pedder
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Re: Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von Pedder »

Hallo Markus,

beides gefällt mir gut! Ich habe Bänder bis Korn 400, von daher sehe ich keine Grenzen.

Mein Bandschleifer, den ich jetzt seit 4 Jahren nicht benutzt habe,
ist vor allem deshalb besser als alle anderen,
weil er eine relativ weiche Unterlage aus Grafit hat.

Ich habe mir dem Vorbild folgend, Schleifklötze gebaut,
die ich mit relativ dickem, weichem Leder bezogen habe.
Vor allem in den feinen Körnungen erhöht das die Geschwindigkeit enorm.
Bei den Groben also bis ca 180 muss man aufpassen, dass man nicht verrundet.
Da nehme ich auch harte Schleifklötze.

Liebe Grüße
Pedder
MarkusB
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Re: Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von MarkusB »

Hallo Pedder,

hast du den Schleifklotz komplett mit Leder bezogen?
Man könnte ja auch nur eine Seite bekleben...

Dass ein weicher Schleifklotz schneller schleift als ein harter wußte ich bislang noch nicht.
Ich dachte, Korkschleifklötze sind immer dann gut, wenn die Oberfläche nicht ganz eben ist und sich das Schleifpapier in die tieferen Stellen drückt.

Viele Grüße

Markus
Pedder
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Re: Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von Pedder »

Hallo Markus,

nur die zum Werkstück zeigende Seite.

Kork ist doch schon etwas weicher, Sonst könnte der Tischler ja auch einfach ein Stück Holz nehmen.

Liebe Grüße
Pedder
MaxS
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Re: Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von MaxS »

Hallo zusammen,

bei Schreinern habe ich immer wieder Schleifklötze oder artverwandtes gesehen, das gerade eben nicht weich sein sollte - z.B. Hartholzleisten oder Abschnitte aus Kompaktschichtstoff, die direkt mit dem Papier beklebt worden sind. Das alles hatte das Ziel, damit wohl besonders an Kanten definiert abtragen zu können und keine unkontrollierte Verrundung zu erzeugen. Je nach Zweck scheint mir das auch sinnvoll zu sein, z.B. für bei Werkstücken mit HPL-Beschichtung oder zum Schleifen von Kantenradien an Stirnseiten von Massivholzteilen, besonders bei Hölzern mit großen Härteunterschieden (astige Fichte, Lärche, usw.).

In die ganz andere Richtung gehen ein paar sehr alte Schleifklötze, die aus einer Wagnerei stammen: sie sind aus Holz und auf der Schleiffläche mit festem Filz belegt. Die haben ihre Stärken eher auf der Fläche.

Und: am meisten benutze ich aber einen anderen: aus festem Schaumstoff und beidseitig mit Klett, je eine Seite mit K80 und K120. Damit decke ich den bei weitem größten Teil der Handschleifarbeiten ab und es ist sehr komfortabel, damit zu arbeiten. Der stammte damals von Hoffmann Werkzeuge, ich glaube aber, ähnliche Ausführungen z.B. auch bei KAEF gesehen zu haben. Bei Interesse kann ich das raussuchen.

Die Bankhaken finde ich prima - besonders, weil ich schon lange hölzerne eckige nutze, die aber keine Feder haben. Da sollte sich doch was abwandeln lassen.

Viele Grüße
Max
Pedder
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Re: Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von Pedder »

Nur kurz ein Bild meiner lederbezogenen Schleifklötze:
IMG_20230204_155938.jpg
IMG_20230204_155938.jpg (1.17 MiB) 231 mal betrachtet
Liebe Grüße
Pedder
Andreas Winkler
Beiträge: 1118
Registriert: Di 30. Nov 2021, 19:21

Re: Schleifklotz und Bankhaken

Beitrag von Andreas Winkler »

Hallo Markus,

tolle Idee mit dem Schleifband und dem verkeilten Schleifklotz.
Die Idee gefällt mir sehr gut. Allerdings besitze ich keinen Bandschleifer.

Bankhaken aus Holz nutze ich ebenfalls, etwa seit 2002 oder 2003. Bei mir haben sie eine normale, rechteckige Form. Sie schauen aus wie herkömmliche aus Metall, mit rechteckigem Kopf auf abgesetztem Schaft und Spannfeder, nur eben aus Eschenholz.
Sie haben m.E. Vor-und Nachteile.
Klarer Vorteil ist, daß Kontakt mit Werkzeugschneiden nicht weiter schlimm ist.
Nachteil: man kann nicht vergleichbar fest spannen, das spielt bei mir und meiner Hobelbank aber weniger eine Rolle.

Die Idee mit den Metallklammern ist interessant
Meine Bankhaken sollten eigentlich durch die Spannwirkung einer Kugelschreiberfeder auf Höhe gehalten werden, die Idee habe ich aus einem Buch (von James Krenov?) "geklaut". Die Feder soll die hölzerne Spannfeder vom hölzernen Bankhaken wegdrücken und auf Spannung halten.
Das klappt von jeher nur bedingt, die eigentliche Spannwirkung kommt dadurch, daß ich das untere Ende des Bankhakens leicht angeschrägt habe, die Längskanten sind also im unteren Bereich des Hakens nicht parallel. Auf die Abschrägung habe ich die hölzerne Feder geschraubt, die Feder steht also in einem bestimmten Winkel vom Haken ab, dadurch hält sie im Bankhakenloch.
Man mußte etwas probieren, bis man die passende Schräge hatte, der Haken soll ja auch nicht zu stramm sein.

Zu den Schleifklötzen-
zum Handschleifen nutze ich einen Standardschleifklotz aus Kork, manchmal auch einen Holzklotz, manchmal einen Flächenschleifklotz mit Spannmöglichkeit für 115 mm Schleifpapierbreite. Die gibt es in jedem Baumarkt, habe ich zum ersten mal bei Trockenbauern gesehen. Man bekommt damit eine schöne Fläche, durch die für´s Handschleifen große Schleiffläche geht das aber schon auf die Unterarme...

Zum Aufbrauchen von Maschinenschleifpapier (z.B. gerissene, noch gute Papierbänder von Langband-/Breitband- oder Kantenschleifmaschine) -
kenne ich von Firmen so, daß man das Papier auf eine 10-13 mm starke Spanplatte (oder sonstigen Rest) beidseitig aufleimt und sich daraus ca. 5 x15 cm handliche Klötze daraus schneidet. Natürlich mit einem ausrangierten Sägeblatt...
Die sind ideal zum Kantenbrechen, aber auch gut für flächige, schmale Kanten.
Maschinenpapier setzt m.E. weniger schnell zu, als solches für den Handgebrauch - siehe Anhang.

Gruß, Andreas
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