Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Hier werden Holzprojekte diskutiert, die vorwiegend mit Handwerkzeugen und nicht mit Maschinen realisiert werden. Hier ist auch ein Platz für traditionelle Oberflächenbehandlung von Holz. Ebenso geht es hier um klassische Handwerkzeuge zur Holzbearbeiteng, deren Bedeutung, Pflege und Gebrauch.
Thomas.M
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Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Thomas.M »

Hallo zusammen,

ich würde gerne hier in der Runde mal nach eurem Rat fragen.

Folgendes Vorhaben: ich möchte Sockelleisten Hamburger Profil in 120mm Höhe sägen. Ungern arbeite ich mit einer Kappsäge, habe allerdings auch noch keine Gehrungssäge.

Das Vorhaben wäre nun, eine Ulmia 354 über Kleinanzeigen zu erwerben.
Nun sind 120er Sockelleisten ja schon ein Brett (im wahrsten Sinne des Wortes...). Für die Ulmia 354 ist ja eine maximale Schnitthöhe von 120mm angegeben.
Hat jemand Erfahrung mit dieser Säge und ggfs auch in diesen Dimensionen zu sägen? Ist die Säge für den Zweck geeignet?
Auf was sollte ich beim Gebrauchtkauf beachten? In meinem Umkreis gibt es einige Angebote bei um die 100€. Zustand meist optisch nicht mehr so dolle, aber wohl funktionsfähig. Sägeblatt schärfen wäre für mich eigentlich kein Problem.

Freue mich über eure Tipps und Ratschläge.

Besten Gruß
Thomas
Thomas.M
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Re: Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Thomas.M »

Noch eine Idee:

Würde ggfs den Anschlag nach oben durch aufschrauben eines 120mm hohen Bretts verlängern, damit die Leiste hinten komplett anliegt und nicht so stark kippelt.

Gruß Thomas
Pedder
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Re: Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Pedder »

Hallo Thomas,

da Du gut schärfen kannst, seehe ich kein Problem. Wenn Du willsst, messe ich heute Aben mal meine 354, ob das passt.
Ich würde mir gleich ein vernünftiges Shooting Board dazu bauen.
Denn ich merke beim Anpassen immer, dass noch ein halber mm mehr weg muss.

Liebe Grüße
Pedder
Hobelpeter
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Re: Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Hobelpeter »

Moin Thomas,
zur 354 selbst kann ich nichts sagen.
Ich besitze und nutze aber eine ältere 352. Bis auf die Größe sehe ich da keine gravierenden Unterschiede.

Meine Sägeblätter sind von Putsch, soweit ich weiß, beliefern die auch Ulmia. Die gab's für kleines Geld neu in der Bucht.
Das Sägeblatt für Holz ist recht bissig, da solltest du die Säge am Tisch und das Werkstück am Anschlag gut fest spannen, sonst verrutscht dir leicht mal der Schnitt. 120er Material, sägt man aber wohl sowieso eher nicht aus der Hand.
Bei Werkstücken die deutlich höher sind als der Anschlag solltest du bei Freihandschnitten den Anschlag nach oben durch ein vorgespanntes Brett verlängern.

Abschnitte unter 1-2 mm kannst du vergessen, da verläuft das Blatt. Da brauchst du dann die von Pedder angesprochene Gehrungsstoßlade.

Die Japan-Blätter (auf Stoß) sollen ein Gedicht sein, aber die waren mir bisher zu teuer.

Das Sägeblatt und überhaupt alle Gleitflächen freuen sich über eine regelmäßige Behandlung mit einem Gleitmittel wie man es für den Tisch einer Hobelmaschine verwendet. Das erhöht den Sägekomfort erheblich.

Der Gehrungwinkel rastet leider nur bei 22,5, 30 und 45 Grad ein. Bei anderen Winkeln müsste man die Führung von irgendwie festspannen, aber dafür fehlen die Spannflächen. Mich hat das bisher nicht gestört.

Meine 352 habe ich vor Jahren auch über Kleinanzeigen für rund 60 € erworben und etwa den Kaufpreis nochmal in die Aufarbeitung und Ersatzteile gesteckt. Ich würde es jederzeit wieder tun.

Beste Grüße
Peter
Thomas.M
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Re: Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Thomas.M »

Pedder hat geschrieben: Mi 26. Okt 2022, 11:35 Hallo Thomas,

da Du gut schärfen kannst, seehe ich kein Problem. Wenn Du willsst, messe ich heute Aben mal meine 354, ob das passt.
Ich würde mir gleich ein vernünftiges Shooting Board dazu bauen.
Denn ich merke beim Anpassen immer, dass noch ein halber mm mehr weg muss.

Liebe Grüße
Pedder
Hallo Pedder,

ja, ich würde mich sehr freuen, wenn du einmal nachmessen könntest. Mich würde auch interessieren, ob die Säge bei der von Ulmia angegebenen maximalen Schnitthöhe noch einigermaßen führbar ist oder das ganze schon kippelig wird, weil die Führungsdorn eigentlich dann doch zu kurz sind. Danke für den Hinweis mit dem Shooting Board. Ich habe mir für andere Zwecke bereits eine Stoßlade gebaut. Damit sollte es erstmal gehen.
Hobelpeter hat geschrieben: Mi 26. Okt 2022, 17:21 Moin Thomas,
zur 354 selbst kann ich nichts sagen.
Ich besitze und nutze aber eine ältere 352. Bis auf die Größe sehe ich da keine gravierenden Unterschiede.

Meine Sägeblätter sind von Putsch, soweit ich weiß, beliefern die auch Ulmia. Die gab's für kleines Geld neu in der Bucht.
Das Sägeblatt für Holz ist recht bissig, da solltest du die Säge am Tisch und das Werkstück am Anschlag gut fest spannen, sonst verrutscht dir leicht mal der Schnitt. 120er Material, sägt man aber wohl sowieso eher nicht aus der Hand.
Bei Werkstücken die deutlich höher sind als der Anschlag solltest du bei Freihandschnitten den Anschlag nach oben durch ein vorgespanntes Brett verlängern.

Abschnitte unter 1-2 mm kannst du vergessen, da verläuft das Blatt. Da brauchst du dann die von Pedder angesprochene Gehrungsstoßlade.

Die Japan-Blätter (auf Stoß) sollen ein Gedicht sein, aber die waren mir bisher zu teuer.

Das Sägeblatt und überhaupt alle Gleitflächen freuen sich über eine regelmäßige Behandlung mit einem Gleitmittel wie man es für den Tisch einer Hobelmaschine verwendet. Das erhöht den Sägekomfort erheblich.

Der Gehrungwinkel rastet leider nur bei 22,5, 30 und 45 Grad ein. Bei anderen Winkeln müsste man die Führung von irgendwie festspannen, aber dafür fehlen die Spannflächen. Mich hat das bisher nicht gestört.

Meine 352 habe ich vor Jahren auch über Kleinanzeigen für rund 60 € erworben und etwa den Kaufpreis nochmal in die Aufarbeitung und Ersatzteile gesteckt. Ich würde es jederzeit wieder tun.

Beste Grüße
Peter
Hallo Peter,

danke auch für deine Hinweise. Bei dem Sägeblatt mache ich mir eigentlich am wenigsten Sorgen. Im besten Fall kann ich es schärfen, ansonsten muss ein neues her. Da würde ich dann auf deine Hinweise zurückkommen. Wenn du auch empfiehlst, den Anschlag nach oben zu verlängern, lag ich mit meiner Idee ja nicht so schlecht. Bezüglich der einstellbaren Winkel wäre es natürlich total klasse, wenn diese auch individuell einzustellen wären. Aber ich denke, dass ich im wesentlichen mit 45 Grat auskommen sollte. Im schlimmsten Fall müsste der Winkel wohl dann mit Stechbeitel etwas nachgearbeitet werden. Fußleisten exakt und perfekt im Winkel zu stoßen ist sowieso immer eine fummelige Aufgabe. Darauf stelle ich mich schon ein :lol:
Bezüglich deiner Preisangaben liegt das, was ich bislang gefunden habe, glaube ich im ähnlichen Rahmen. Da scheint die Inflation noch nicht ganz so zugeschlagen zu haben.

Besten Gruß
Thomas
Pedder
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Re: Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Pedder »

Halo Thomas,

meine Ulmia 354 ist eine Steiner 1005, sollte aber kein Unterschied sein. (Die Ersatzteile vom GM-Werkzeuge passten unproblematisch.)
Ich finde die auch bei 120 mm Schnitttiefe stabil.
Aber das solltest Du bei der zu erwerbenden noch testen.

Japanblätter gibt es meines Wissens nach nicht explizit für die 354.
Aber ich meine, man könnte ein Japanblatt für Gestellsägen von Dieter kürzen.

Das Problem beim Bestoßen dürften lange Leisten werden.

Als bei mir Fussleisten zu verlegen waren, war ich sehr sehr froh, dass Timo mit seiner großen Kappsäge anreiste.
Ich finde die Ulmias toll, aber nicht ideal für schnell und viel. Wenn man Zeit hat und Spaß dran, super!

Liebe Grüße
Pedder
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Thomas.M
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Re: Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Thomas.M »

Hallo zusammen,

heute habe ich mal zugeschlagen und eine 354 ergattert. Erstmal sauber gemacht, Sägeblatt geschärft und wieder montiert. Habe schon direkt den Anschlag nach oben hin verlängert, weil das mit höheren Teilen sonst schon gar nicht geklappt hätte.

Hier vorher
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Und nachher
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Nun verläuft die Säge leider im Schnitt noch recht stark. Hab's nicht gemessen, aber ich vermute in der Horizontalen ist es ca. 1mm auf 10cm. Ich werde mir das Sägeblatt morgen nochmal genau anschauen. Vielleicht habe ich nicht sorgfältig genug geschränkt oder anderen Unsinn reingefeilt.
Bin mir aber auch nicht 100%ig sicher, ob die vordere Halterung nicht doch noch etwas verzogen ist. Vielleicht ist sie mal heruntergefallen oder einfach so leicht verbogen. Allerdings ist es mir bislang nicht gelungen, sie in die richtige Richtung zu bringen.

Oder hat jemand schon aus anderen Gründen Schwierigkeiten gehabt?
Pedder, ich habe gesehen, dass du die Führungsringe gegen neue getauscht hast. Waren die alten bei dir nicht mehr ok oder dient das eher der zusätzlichen Optimierung, damit die Säge noch direkter geführt ist?

Besten Gruß
Thomas
Pedder
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Re: Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Pedder »

Hallo Thomaes,

bei mir fehlten die Führungsringe ganz einfach.
Ich entferne auf der Seite, zu der die Säge zieht nach und nacht die Schränkung mit einem harten Ölstein.

Liebe Grüße
Pedder
Konrad Holzkopp
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Re: Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Konrad Holzkopp »

Guuden,

Häufig lässt sich mit den Gehrunssägen umgekehrt besser arbeiten.
Das Heft (umgangssprachlich „Griff") auf die Anschlagseite, bei hohen Werkstücken sollten die Anschlagsbacken erhöht werden,
und das Sägeblatt auf Zug einbauen.
Für die 354 gibt es ein Japanblatt mit 550 Länge, kürzen kein Prob,
nur das Bohren dürfte einer Beratung der Metaller des Forums bedürfen.
Evtl. nur den Bohrbereich streng lokal begrenzt erhitzen.
Ein Stück Kupfer unterlegt und eins obendrauf ist ein guter Hitzestopper!
Für ein Japanblatt wäre es mir einigen Aufwand wert.

Gut Holz! Justus.
Pedder
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Re: Gehrungssäge Ulmia 354 für hohe Sockelleisten

Beitrag von Pedder »

Hallo Justus,

warum soll man das Sägeblatt tauschen, wenn man schärfen kan und es nur etwas verzieht?
Das bekommt man mit einem harten Schärfstein oder einer Diamantplatte recht leicht in den Griff.

Liebe GRüße
Pedder
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