Verständnisfrage handbetriebene Tischbohrmaschine

Hier werden Holzprojekte diskutiert, die vorwiegend mit Handwerkzeugen und nicht mit Maschinen realisiert werden. Hier ist auch ein Platz für traditionelle Oberflächenbehandlung von Holz. Ebenso geht es hier um klassische Handwerkzeuge zur Holzbearbeiteng, deren Bedeutung, Pflege und Gebrauch.
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Peter Tröster
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Registriert: Do 22. Jul 2021, 06:26

Verständnisfrage handbetriebene Tischbohrmaschine

Beitrag von Peter Tröster »


Hallo Holzwerker,

angeregt durch verschiedene Beiträge hier im Forum und Filmchen auf Youtube habe ich mir auch eine handbetriebene Tischbohrmaschine zugelegt, genauer gesagt mittlerweile drei verschieden große.
Wie das bei alten Schätzchen häufig so ist, hatten die natürlich keine Anleitung mehr dabei und ich muss die Einzelheiten der Funktion jetzt nach und nach selbst ergründen.

Aktuell habe ich ein Problem mit dem Vorschub. Der ist bei allen Maschinen zu stark, selbst wenn die Stellschraube komplett herausgedreht ist.

Für die Holzwerker, die keine solche Maschine im Besitz haben, eine Beschreibung des Aufbaus und der Funktion, wie ich sie bisher verstehe:
Die senkrecht stehende Bohrwelle mit dem Bohrfutter wird im unteren Bereich über ein Kegelradgetriebe durch die seitliche Kurbel angetrieben.
Die Bohrwelle ist im Kegelrad längs verschiebbar. Die Kraftübertragung erfolgt über einen Zapfen im Rad auf eine Nut in der Welle.
Die Bohrwelle hat im oberen Bereich ein Außengewinde das in der hohlen Schwungradwelle mit Innengewinde läuft.
Die Schwungradwelle ist axial kugelgelagert und trägt oben das Schwungrad.
Die Schwungradwelle wird durch einen Reibklotz, der über eine Feder an die Welle gedrückt wird, gebremst.
Die Stärke des Andrucks wird über eine Stellschraube reguliert.

Bewegt man die Kurbel, so dreht sich die Bohrwelle und über das Bohrfutter auch das Bohrwerkzeug.
Abhängig vom Schlupf zwischen Bohrwelle und Schwungradwelle wird die Bohrwelle nach unten vorgeschoben bzw. bei linksdrehendem Bohrer zurückgezogen.
Der Schlupf und damit der Vorschub lässt sich durch die Stellschraube einstellen bzw. verstärken.

Ich habe jetzt dass Problem, dass der Schlupf auch bei gelöster Stellschraube immer sehr stark ist und eine Arbeit mit größeren Bohrerdurchmessern durch den zu großen Vorschub fast unmöglich ist.

Nach meinem Verständnis müsste es eine nennenswerte "Grundreibung" zwischen den beiden Wellen geben, damit die Bohrwelle und das Schwungrad normalerweise synchron, also ohne Schlupf, drehen.
Das Schwungrad soll ja wohl hauptsächlich die ungleichmäßige Krafteintragung über die Kurbel ausgleichen. Hierzu ist aber eine Reibung zwischen Bohrwelle (Kurbel) und Schwungrad erforderlich.
Erst wenn die äußere Bremse der Grundreibung etwas entgegensetzt, sollte ein Schlupf entstehen und der Vorschub einsetzen.
Ich erkenne aber nicht, wodurch die Grundreibung entstehen soll.
Die beiden Wellen sind zueinander sehr leichtgängig, da sie mit im Getriebekasten laufen, der innen natürlich üppig gefettet ist.

Vielleicht wisst ihr ja, was es mit der fehlenden Reibung auf sich hat.

Beste Grüße
Peter

kermit-frosch
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Registriert: So 3. Jan 2021, 20:57

Re: Verständnisfrage handbetriebene Tischbohrmasch

Beitrag von kermit-frosch »


Hallo Peter,

beantworten kann ich dir die Frage auch nicht wirklich, weil ich so tief in die meinige Maschine nicht eingeblickt habe. Meine Maschine hat dieses Problem nicht, wobei ich auch nur mit der "kleineren" Übersetzung bohre, da mir das kurbeln mit der schnelleren Übersetzung z.B. mit Forstnerbohrer viel zu schwer geht. Allerdings glaube ich, dass mit der langsameren Übersetzung der Vorschub auch geringer ist. Kann das sein? Wäre das ein Ansatz?
Ich weiß nicht, wo du wohnst. Wenn es nicht so weit von Bochum weg ist, könnte ich dir einen Ortstermin anbieten. Dann meld dich einfach.

Besten Gruß Thomas

Peter Tröster
Beiträge: 12
Registriert: Do 22. Jul 2021, 06:26

Re: Verständnisfrage handbetriebene Tischbohrmasch

Beitrag von Peter Tröster »


Hallo Thomas,

herzlichen Dank für dein Angebot.
Allerdings wohne ich im südlichen Sauerland. Nach Bochum fahre ich rund eineinhalb Stunden.
Das ist für diesen Anlass in der aktuellen Pandemie-Situation und Wetterlage leider etwas weit.

Im kleinen Gang mit einem 17er Kunstbohrer (FAMAG Bohrmax) lässt sich tatsächlich noch akzeptabel arbeiten.
Aber die große Maschine hat ein 16er Bohrfutter. Da muss deutlich mehr möglich sein. Solche Maschinen waren schließlich die Vorläufer unserer heutigen elektrischen Tischbohrmaschinen und standen in vielen Werkstätten.
Mein Ziel ist es damit eine 60er Lochsäge zu benutzen. Vom Kraftaufwand her sollte das gehen, wenn nur der starke Vorschub nicht wäre.

Bei der mittleren Maschine (Metabo 450/2) mit 13er Futter habe ich mit einer 40mm Lochsäge ein 16mm starkes Buchenbrettchen geschafft.
Das war aber eine ziemliche Würgerei mit vielen Anläufen. Das war von einem regulären Durchbohren weit entfernt.

Beste Grüße
Peter

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