im hiesigen Marktplatz gab es einen Stanley 5 1/2 Typ 16 (1933-41). Da ich schon immer einen 5 1/2 haben wollte, habe ich zugeschlagen.
Der Hobel kam in sehr gutem Zustand an, brauchte aber eine Reparatur am hinteren Griff:
Also erstmal den Griff parallel zur Sohle abgeschnitten und auf der Stoßlade begradigt:
Die Griffe von alten Stanleys sind wohl aus Rio-Palisander - heute nicht mehr zu bekommen. Das Nächstgelegene, was ich hatte, war Honduras-Palisander (vor Jahren mal für genau solche Aktionen bei Cropp oder Hobbyholz gekauft):
Als Muster hatte ich den Griff eines Stanley 7 Typ 10 (ca. 1908), der allerdings an der gleichen Stelle gebrochen war und repariert ist.
Die größte Herausforderung war, die Bohrung mittig und im korrekten Winkel herzustellen. Also erstmal den Winkel mit der Schmiege abgenommen:
Vom Bohren selbst habe ich kein Bild, weil es um die Ständerbohrmaschine zu unordentlich war
Glücklicherweise war im Rest des Griffes noch ein Teil der Bohrung vorhanden. Deshalb konnte ich mir ein Stück Alurohr auf 11 mm runterfeilen und das zum Ausrichten benutzen, damit mir nichts verrutscht:
Jetzt war es nur noch eine Frage von Anzeichnen, Aussägen mit der "Coping Saw" (zu Deutsch "Dekupiersäge"? Jedenfalls die ohne Strom.), Raspeln und Schleifen.
Der Hobel kam mit zwei Eisen. Ich habe beschlossen, eines möglichst gerade für Abrichtarbeiten und eines mit gebogener Schneide zum Schlichten herzurichten:
Die Sohle und die Seiten waren ziemlich gut, ich habe aber dennoch alles auf einer steinernen Fensterbank, die ich für solche Zwecke vorhalte, mit aufgeklebtem Schleifpapier abgerichtet.
So sieht er nun aus. Schöne Späne macht er auch:
Der 5 1/2 ist erstaunlich viel größer und massiger als eine 5. Ich finde aber, es ist eine angenehme Größe und die zusätzliche Masse schadet bestimmt auch nicht, wenn man ihn nicht gerade den ganzen Tag hin- und herwuchten muss.
Ganz im Stile des 16 Penny Nail Cabinet ist mir gerade beim Fertigstellen des Griffes dieser runtergefallen, genau auf der Kante des Eisens gelandet und hat nun direkt eine fette Macke. Ich habe beschlossen, diese einfach als Dekoration zu betrachten. Ist ja schließlich ein Werkzeug
Schöne Woche
Christoph