Rob Cosman Innovation Tiefeneinstellung

Hier werden Holzprojekte diskutiert, die vorwiegend mit Handwerkzeugen und nicht mit Maschinen realisiert werden. Hier ist auch ein Platz für traditionelle Oberflächenbehandlung von Holz. Ebenso geht es hier um klassische Handwerkzeuge zur Holzbearbeiteng, deren Bedeutung, Pflege und Gebrauch.
kevin22
Beiträge: 52
Registriert: Sa 18. Sep 2021, 20:34

Rob Cosman Innovation Tiefeneinstellung

Beitrag von kevin22 »


Hallo,

habe gestern im Live Stream von Rob Cosman herausgefunden, dass er neulich eine modifizierte Tiefeneinstellung für Metallhobeln entwickelt hat.

https://robcosman.com/collections/planes/products/rob-cosmans-plane-adjustar-stanley-record-version

Wie seht ihr das? Hattet ihr Probleme mit dem Einstellrad?

Gruß,
Kev

Horst Entenmann
Beiträge: 1121
Registriert: So 30. Mär 2014, 20:58

Re: Rob Cosman Innovation Tiefeneinstellung

Beitrag von Horst Entenmann »


Hallo zusammen,

Also wenn man nasse oder ölige Hände hat, oder schwitzige, dann ist sowas möglicherweise besser, aber ich hatte nie Probleme mit den Einstellrädern.
Aber im Gegensatz zu manchen Holzwerkern, bei denen alles absolut spielfrei sein muß, stört es mich auch nicht wenn bei mir das Eisen sich nicht sofort zurückzieht wenn ich den Span auf dünner stelle.
Ich stelle die Klappe so ein daß sich das Eisen nicht von alleine verstellt, aber sich beim Hobeln noch zurück an den Anschlag bewegen kann.
Und dann lässt sich das Einstellrad noch ganz leicht drehen ohne das man die Klappe vorher lösen muß. Das geht dann ganz locker mit dem Daumen, beim Hobeln.
Wenn ich so etwas brauchen würde, dann wäre etwas falsch.

kevin22
Beiträge: 52
Registriert: Sa 18. Sep 2021, 20:34

Re: Rob Cosman Innovation Tiefeneinstellung

Beitrag von kevin22 »


Ich glaub es geht bei Cosman an erster Stelle um die Ergonomie des Einstellens zu optimieren und weniger darum, das Rad neu zu erfinden (Wortspiel). Ich muss ihm schon zustimmen, bei Bestoßen wirkt das viel sympatischer, denn ich finde es selber nicht optimal da rein zu greifen, um die Tiefe einzustellen. Ich kann mir schon vorstellen, dass damit das Einstellen etwas angenehmer wird, da ich dann mit einem Finger Feineinstellungen machen kann, statt wegzurutschen oder mit 2 Fingern einzustellen

Gruß
Kev

Andreas Ranogajec
Beiträge: 582
Registriert: Do 16. Sep 2021, 02:04

Re: Rob Cosman Innovation Tiefeneinstellung

Beitrag von Andreas Ranogajec »


Hallo,...
ich hätte nichts dagegen so ein Einstellrad mal zu testen,...aber der Preis ist schon unverschämt hoch!
Die Eisenverstellung hängt von vielen Faktoren ab,...und ich bezweifle, dass man mit gutem Lever cap Druck
irgendeine Tiefenverstellschraube bei dieser Art von Hobeln mit nur einem Finger feinfühlig bedienen kann.
Sollte man es mit dieser sternartigen Schraube dennoch zuwege bringen,...dann chapeau!!!
Nein- doch eher nicht...

LG

Horst Entenmann
Beiträge: 1121
Registriert: So 30. Mär 2014, 20:58

Mache ich mit einem Finger.

Beitrag von Horst Entenmann »


Hallo Kev,

Ich brauche nur einen Finger und ich verstelle auch nicht ständig die Spandicke.
Ich mag einen dünnen Span und mache im Zweifelsfall ein paar Züge mehr.
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen was mit so einem Sternrad besser wäre.

Gruß Horst

Christoph Schmitz
Beiträge: 341
Registriert: Sa 28. Jul 2012, 21:16
Kontaktdaten:

Re: Rob Cosman Innovation Tiefeneinstellung

Beitrag von Christoph Schmitz »

[In Antwort auf #155376]
Naja,

auf der Liste meiner Probleme ist "ich kriege das Einstellrad nicht zu fassen" ziemlich weit hinten. Mich würde eher interessieren, wenn es überhaupt zuverlässige und erschwingliche Ersatzteilversorgung für alte Stanleys gäbe.

Viele Grüße
Christoph

kevin22
Beiträge: 52
Registriert: Sa 18. Sep 2021, 20:34

Re: Rob Cosman Innovation Tiefeneinstellung

Beitrag von kevin22 »


Hallo Christoph,

Das Problem kenne ich auch. Ich kann das Rad fassen, aber mein Finger rutscht manchmal aufgrund der geringeren Kontaktfläche bzw. Reibungskraft weg. Vielleicht liegts bei mir daran, dass ich kleinere Hände habe und deswegen kürzere Finger. Die Richtung der Kraftausübung bei dem Sternrad sieht für mich viel ergonomischer aus, denn es ist viel einfacher mit dem Finger nach unten zu drücken, statt das Rad nach rechts oder links zu drehen. Aber alles reine Spekulation.

Letztens habe ich glaube ich auf dem elektronischen Flohmarkt (Kleinanzeigen) eine Anzeige gesehen, in der Ersatzteile für Metallhobel verkauft wurden. Vielleicht könntest du nochmal da durchstöbern? Wenn ich das zufälligerweise wieder finde, verlinke ich dir das gerne.

Ansonsten was spricht dagegen das Sternrad auszuprobieren? Es gibt ja verschiedene Ausführungen und das verlinkte ist für alte Stanley und Record Hobel

Gruß
Kev

Friedrich Kollenrott
Beiträge: 3113
Registriert: Fr 19. Mär 2021, 17:09

Re: Rob Cosman Innovation Tiefeneinstellung

Beitrag von Friedrich Kollenrott »


Hallo Kev(in?),

Was dagegen spricht, dieses "Sternrad" auszuprobieren?

Erstens ist es schweineteuer und so gravierend ist das Problem mit dem schlecht zu greifenden Originalteil ja nicht.

Zweitens uns vor allem: Das Ding ist so häßlich, dass es die alten Hobel (die ja in ihrer Funktionalität durchaus Design- Klassiker sind) verunstaltet und, ja, beleidigt. Ein gekonnt gestaltetes Teil ähnlicher Art wäre doch gar nicht schlecht. Aber dieser Hans- Grohe- Look an einem alten Stanley, da dreht sich mir der Magen um.

Grüße, Friedrich


kevin22
Beiträge: 52
Registriert: Sa 18. Sep 2021, 20:34

Re: Rob Cosman Innovation Tiefeneinstellung

Beitrag von kevin22 »


Hallo Friedrich,

danke für den Kommentar. Na ja, teuer ist immer relativ. Gibt Leute, die einen 3 stelligen Betrag für einen Winkel ausgeben, auch wenn man schon mit weniger einen guten kaufen kann. Ich mache hier keine Werbung, möchte euch nur die Info mitteilen, da es mich am Anfang irgendwie begeistert und überzeugt hat. Er hatte meine Probleme geschildert, die ich gedacht hätte "tja, es ist halt so". Habe nur gedacht, vielleicht wäre diese Entwicklung auch interessant für andere. Nun ja es scheint so, dass ich einer der wenigen bin, der in die Kategorie fällt. Fairerweise muss ich sagen, ich habe mit Holzhobeln angefangen und viel damit gearbeitet. Mit dem Record Hobel bin ich erst seit einigen Wochen dabei. Vielleicht braucht es noch etwas Zeit, bis sich meine Finger daran gewöhnen.

Das mit der Optik kann ich verstehen, aber wenn das Sternrad die Ergonomie deutlich verbessert, werde ich nicht 2 mal überlegen. Interessant wäre auch die Langzeittests von anderen zu lesen, die das gekauft haben. Ich persönlich werde das Rad nicht jetzt kaufen.

Andreas Ranogajec
Beiträge: 582
Registriert: Do 16. Sep 2021, 02:04

Re:Tiefeneinstellung *MIT BILD*

Beitrag von Andreas Ranogajec »


Ok,...
nachdem ich mich gestern den halben Tag mit dem Thema beschäftigt hab und Recherchen
angestellt hab, will ich auch meine bescheidenen Ergebnisse hier loswerden. :-)
...irgendwo in meinem Hinterkopf meinte ich diese Sternschraube schon einmal gesehen zu haben und
dann fand ich im "Handplane book" von Garret Hack das Bild vom Stanley no.72. Der 72 ist ein Fasenhobel
mit einem verstellbar- gleitendem Messerhalter, der durch genau so eine Sternschraube fixiert wird!
Genau wie bei Ventilschrauben ist die Form mit der guten Griffigkeit eher dazu gemacht viel Anpressdruck zu
erzeugen, als z.B. Feineinstellungen vorzunehmen, was sehr schnell einleuchtet.
Andererseits hab ich auch schon auf englischen Seiten gelesen, dass sich Leute fragen, warum die Stanley
Verstellschraube so klein ist, denn mit größerem Umfang könnte eine präzisere Einstellung erfolgen.
Dem ist nicht so und zwar aus vielfachen Gründen, ...einer ist, dass das Spiel in der Nut und im Gewinde ein-
fach zu groß ist. Die Optimallösung haben die Veritas-Schrauben, die eigentlich auf Norris zurückgehen.
Zudem haben sich beim Bailey Patent im Laufe der Jahre die Ingenieure auch schon zu eben diesem Problem
den Kopf zerbrochen,...
Lösung war, dass die Einstellschraube von anfänglich 25mm auf nun 32 mm angewachsen ist.
(siehe Bild dazu mit einem kleinen Rädchen vom Bailey Typ 5von 1888 und dem größeren von Marples rechts)
Ein alter Fulton no.5 in meiner Sammlung hat auch noch dieses 25mm Rädchen.
Bezeichnenderweise haben beide ein Rechtsgewinde, was dazu führt, dass eine Linksdrehung, anstatt einer
Rechtsdrehung, das Hobeleisen tiefer stellt. Auch dieses wurde geändert...
Jeder hat bekanntlich so seine Vorlieben und Techniken beim Hobeln. Zur Rädchenverstellung...
Meine bevorzugte Hand-Finger-Stellung beim Verstellen der Eisentiefe ist eigentlich die, dass ich den Hobel in
die linke Hand nehme und den linken Daumen linksseitig am Rädchen hab, gleichzeitig aber den Zeigefinger
der Rechten, die den Griff hält, rechtsseitig und beide koordiniert bewege. So hab ich genug Feingefühl und
gleichzeitig die nötige Griffigkeit.
Dazu muß ich den Hobel weder auf die Hobelbank ablegen, noch iwie kompliziert umgreifen.

Wünsche allen nen schönen Wochenbeginn.
A.



Antworten