Schärfmaschine Wabeco ...

Hier werden Holzprojekte diskutiert, die vorwiegend mit Handwerkzeugen und nicht mit Maschinen realisiert werden. Hier ist auch ein Platz für traditionelle Oberflächenbehandlung von Holz. Ebenso geht es hier um klassische Handwerkzeuge zur Holzbearbeiteng, deren Bedeutung, Pflege und Gebrauch.
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Christof H
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Schärfmaschine Wabeco ...

Beitrag von Christof H »

Schaut mal diese Schärfmaschine hat zu mir gefunden:

Eine Wabeco 411.
Als ich sie im Internet sah dachte ich: altdeutsches MAschinengrün, Remscheid, solide Anmutung, klingt nach einer funktionstüchtigen Maschine.

Heute kam sie an. erstmal habe ich sie so gestellt:
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Problem der Anschlag ist zwar vorgesehen, aber das Querblech fehlt. Es ließe sich auch ergänzen, aber eine Probe freihand ergab, dass das eine ziemliche Planscherei wird. Wenn ich die Schneide dagegen oben am Scheitelpunkt des Steines aufsetze, fließt das Wasser friedlich in den Wasserkasten. Nur fehlt leider jede Komtrolle, in welchem Winkel das Eisen aufsetzt.

Also habe ich die Maschine um 90° gedreht und dahinter auf den Podest einen meiner Winkel gestellt, den ich auch zur optischen Kontrolle bei dem Schärfen auf Banksteinen benutze:
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Jetzt klappte es prima. An den Stahl eines Küchenmessers ging der Stein ran wie nichts. Mit einem Stemmeisen war es dann schon deutlich mühsamer, aber immer noch erheblich schneller als auf meinem 1000er Bankstein. Nach dem Schleifstein habe ich dann mit dem 1000er einige Züge gemacht und dann eine zweite Fase auf dem 6000er angeschliffen. Auch das waren vielleicht 10 Züge.

Danach hat das Stemmeisen mühelos Späne von Hirnholz abgehoben - so wie es sein sollte. Feine Sache das.

Einziges Problem: In der Werkstatt verbreitet sich ein Aroma von Schlosserwerkstatt. LOML hat gleich ihre Nase gerümpft.
Bernd Grunwald
Beiträge: 485
Registriert: Mi 5. Sep 2018, 14:21

Re: Schärfmaschine Wabeco ...

Beitrag von Bernd Grunwald »

Hallo Christof,

Glückwunsch! da hast du dir ein schönes altes Maschinchen (mit einem Sandstein?) zugelegt. Ich habe auch eine grüne alte Maschine mit einem langsam laufenden Sandstein. Fotos siehe hier: viewtopic.php?t=8823

Wenn ich zu viel Wasser einfülle, gibt's bei mir beim Schärfen Pfützen in der Umgebung der Maschine. Abhilfe: weniger Wasser einfüllen. Dafür habe ich einen Plastikbecher mit einer Füllmarke versehen. So kann ich vor dem Schärfen stets die selbe Wassermenge einfüllen. Seitdem ich das mache, gibt es keine Pfützen/Wassertropfen mehr in der Umgebung der Maschine. Der niedrigere Wasserstand im Wasserbehälter ist für den Betrieb der Maschine aber trotzdem ausreichend. Die Oberfläche der Sandsteinscheibe ist immer noch gut mit Wasser belegt.

Nach dem Schärfen wird das Wasser wieder abgelassen. Dafür befindet sich am Wasserbehälter ein kurzer Schlauch mit einem Absperrventil. Den Messbecher drunter halten, das Ventil öffnen und das Wasser abfließen lassen. Fertig.

Gruß
Bernd
Christof H
Beiträge: 71
Registriert: Fr 12. Aug 2022, 11:22

Re: Schärfmaschine Wabeco ...

Beitrag von Christof H »

Ha, ich dachte schon mein Beitrag, bleibt einsam ohne Antwort.

Schön, dass Du auch Erfahrungen mit so einer Maschine hast.

Es könnte gut sein, dass das ein Sandstein ist, aber ich kann das nicht beurteilen.

Irgendwo hatte ich hier den Tip gelesen, den Wasserkasten mit Magneten zu versehen, damit der Stahlstaub nicht den Stein zusetzt.
Das habe ich gemacht und mir scheint, dass der Stein aggressiver bleibt.

Nachdem ich jetzt etwas mehr Erfahrung mit der Maschine muss ich sagen: wenn es darum geht, eine gerade Schneide soweit herzurichten, dass sie auf einem Bankstein abgezogen werden kann, funktioniert sie gut und effektiv. Jedenfalls ist es das so, wenn man auf Banksteinen, den Freihandschliff hinbekommt.

Ich bin mir noch nicht ganz einig, ob es nötig ist nach dem Schärfen zuerst auf dem 1000er Bankstein weiterzumachen, oder ob ich gleich auf den 6000er springen kann. Ich hatte es jetzt so gemacht, dass ich das Messer meines Putzhobels auf 24° auf der Wabeco geschärft habe und dann auf 30° mit dem 6000er Bankstein weitergemacht habe.
Danach könnte ich über Fichtenholzäste ausrissfrei hobeln. Das ist schon mal was. Ich werde das aber noch weiter ausprobieren.
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