Empfehlung Fuchsschwanz

Hier werden Holzprojekte diskutiert, die vorwiegend mit Handwerkzeugen und nicht mit Maschinen realisiert werden. Hier ist auch ein Platz für traditionelle Oberflächenbehandlung von Holz. Ebenso geht es hier um klassische Handwerkzeuge zur Holzbearbeiteng, deren Bedeutung, Pflege und Gebrauch.
flüsterholz
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Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von flüsterholz »

Würde gerne mal das Auftrennen und Ablängen von Bohlen mit Fuchsschwanz ausprobieren. Was würdet ihr empfehlen bzgl. Länge und tpi? Hat jemand den Fuchsschwanz Modell Pax von Thomas Flinn und kann zu dem was sagen?
Danke und Gruß
Michael
Fabi
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Re: Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von Fabi »

Moin Flüsterholz :-)

Ich habe eine 660mm Längsschnitt Greaves von Flinn im Gebrauch. Ich benutze sie um Holz aufzusägen und als Längssäge für grosse Holzverbindungen im Holzbau.
Besonders bei den Verbindungen empfinde ich es als Vorteil, wenn das Blatt gerade ist und nicht krumm, so wie es bei den Pax Sägen der Fall ist. Mit dem geraden Blatt bekomme ich einen Schnitt hin, der in der Tiefe genau flach endet. Wenn es Dir eher um das Auftrennen von Holz geht, dann spielt dies wohl eher keine Rolle.
Das einzige was mich manchmal stört, ist, dass sie wegen der sehr groben Bezahnung, je nach Holz und vor allem, wenn der Schnitt bei den Verbindungen nicht im optimalen Winkel zur Fase möglich ist, recht ruppig sein kann. Das geht dann ziemlich aufs Handgelenk.
Würde ich mir eine neue zulegen, ich würde etwas feineres ausprobieren, vielleicht 6 TPI o.ä.
Die Länge würde ich auf jeden Fall so beibehalten, auch wenn sie leider nicht in meine Werkzeugkiste passt.

Soviel von meiner Seite.
LG, Fabien
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Jens Gartmann
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Re: Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von Jens Gartmann »

Hallo,

die Pax habe ich und bin damit sehr zufrieden.
Vor allem wenn man Holz auf Länge schneiden möchte ohne lange Nachbearbeitung.
Die Säge von Pax hat die feinste Bezahnung.
Als preiswerte Alternative kann ich die
Spear and Jackson 9515K 24" 7 PPI
empfehlen.
deren Schnitte müssen aber nachbearbeitet werden.

Gruß Jens
Es gibt nix gutes außer man tut es,
die anderen wollen meist nur Geld für's nix tun.
flüsterholz
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Re: Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von flüsterholz »

Hallo Jens, hallo Fabienne
Ertsmal danke für Eure Antworten. Ich hatte die Frage auch auf woodworker gestellt und es hat sich für mich herauskristallisiert, dass wohl das Pax Modell mit 650 Länge und 7 tpi die richtige Wahl ist. Eure Antworten bestätigen das ja auch. Das benutze ich in etwa auch auf der Gestellsäge. War mir nur unsicher, ob bei Fuchsschwänzen nicht eine etwas grobere Zahnung auch ginge.
Für Querschnitte gab es bisher leider noch keine Empfehlung. Werde es mal mit 10tpi probieren und etwas kürzer, wenn da keine Meinung mehr zu kommt.
Zur Zeit nutze ich für Querschnitte eine Säge mit 12 tpi. Das ist mir, um Bohlen zu kürzen etwas zu fein. Liege ich da eurer Meinung nach richtig?
Gruß Michael
Pedder
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Re: Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von Pedder »

Hallo Michael,

Für deine mehr als 30mm Stärke würde ich eher auf 4,5 TPI gehen:

Sobald die Zahnlücke mit Zähnen übervoll ist, können die Schneiden nicht mehr schneiden, sie werden über das Material gehoben.
Das ist nicht an und aus, sondern eher ein Verlangsamen. Die Späne schummeln sich auch seitliche am Blatt vorbei. Das sorgt aber auch für Reibung, Klemmen usw.

Ich kenne nur Faustregeln: 6-20 Zähne im Holz. (Hängt ja auch von Holz und der Aggressivität der Feilung ab.)
Bei rip cut gefeilten Sägen ist bei gleicher Zahnweite die Zahnlücke im Volumen kleiner, daher muss man sgrößere Zahnweite bei gleicher Holzsstärke wählen.

Eine Deutsche Schlitzsäge (Gestellsäge) hat etwa 5 TPI. Das ist nicht ohne Grund so grob!

Liebe Grüße
Pedder

(ich stelle diesen Beitrag auch hier ein, damit das mit den 7 TPI nicht am Ende des Threads steht. )
MarkusB
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Re: Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von MarkusB »

Hallo Michael,

ich habe 3 Sägen zum Auftrennen:
Fuchsschwanz 63 cm lang, Zahnweite 4,2 mm = 6 tpi
Fuchsschwanz 90 cm lang, Zahnweite 5,2 mm = 4,8 tpi
Rahmensäge 96 cm Zahnweite 10 mm = 2,5 tpi

Alle Sägen sägen wunderbar, aber je gröber, desto schneller und desto weniger anstrengend.
Bei einer Bohle von ca. 52 mm nehme ich die mit 4,8 tpi.
Wenn ich Bretter von 18 mm auftrenne, dann die mit 6 tpi.
Bei 3 cm Holzstärke bin ich mir nicht sicher, müsste ich ausprobieren.
7 tpi kommen mir aber wenn es um das Auftrennen von Bohlen geht etwas knapp vor.
Gerade wenn du mal eine 52er (oder sind 54 mm Standard :?: ) Bohle auftrennen willst, wirst du ganz schön lange brauchen.

Zum Hersteller kann ich nichts sagen.
Ich habe 2 Feinsägen von W. Greaves, die sind toll.

Viele Grüße

Markus
Fabi
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Re: Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von Fabi »

Moin zusammen ;-)

Das mit den verstopfenden Spänen hatte gar nicht auf dem Zettel. Und das passiert mir bei Holz >= 10 cm sogar mit meinen 4,5 TPI. Jetzt weiss ich woher das komm.
Wieder was gelernt und ich brauche eine feinere Säge nicht aus zu probieren :-)

Das auch eine Quer Säge gesucht wird hatte ich übersehen. Da hab ich kürzlich etwas ausprobiert das überraschend gut funktioniert hat:
Habe eine 5€ Baumarkt säge von Bahco (Schwedenstahl)) deren schwarze gehärtete Zähne stumpf geworden sind, neu geschärft. Erst die alten Zähne weg und dann einfach neue drauf feilen.
Ich war mir nicht sicher wie gut und vor allem wie lange das nun vernünftig sägt. Sie ist aber nun seit einem halben Jahr recht intensiv im Einsatz und von der Haltbarkeit der Schärfe kann ich keinen Unterschied zu einer traditionellen Säge erkennen.
Pedder hatte hier irgendwo im Forum mal angemerkt dass an solchen Billigsägen nicht nur die Zähne gehärtet sind, sondern das ganze Blatt. Sonst würde es sich beim ersten Schnitt verbiegen. Das fand ich überzeugend und es hat sich bei meinem Versuch bestätigt.
Vielleicht inspiriert es ja die ein oder andere weggelegte Säge zu neuen Schnitten.
(Details zur Herangehensweise finden sich in Youtube unter 'schärf die Unschärfbare')


Wünsch Euch 'nen angenehmen Frühling:-)
Fabien
Pedder
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Re: Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von Pedder »

Fabi hat geschrieben: Mo 8. Apr 2024, 15:48 Pedder hatte hier irgendwo im Forum mal angemerkt dass an solchen Billigsägen nicht nur die Zähne gehärtet sind, sondern das ganze Blatt. Sonst würde es sich beim ersten Schnitt verbiegen. Das fand ich überzeugend und es hat sich bei meinem Versuch bestätigt.
Hallo Fabien,

Ich habe schon einige "nicht schärfbare" Sägen geschärft.

1. Mit Diamantfeilen. Nur kosten dann in der Regel die Diamantfeile soviel wie die Säge...

2. Was man aber auch machen kann: Die Zähne neu anlassen. Entlacken, säubern und im Backofen aufheizen, bis es leicht orange (also nicht orange glühend, sondern der Stahl verfärbt sich ) wird. Man kann aber auch bis blau warten.
Und wenn der Backofen nicht groß genug ist: Heißluftpistole. Dann sind die Zähne weich genug zum Feilen.
Getestet und für gut befunden auch von Gerd Fritsche, der seine Sägeblätter lasern ließ und sie dann nicht feilen konnte vorm Anlassen.

Das würde ich jetzt nicht mit einer neuen, schön scharfen Säge machen. Aber was rosiges vom Flohmarkt...

Liebe Geüße
Pedder
Fabi
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Re: Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von Fabi »

N'Abend Pedder :-)

Mit der Heispsitole scheint ja auch eine gute Idee. Da bin ich noch nicht drauf gekommen. Hatte etwas mit Feuerzeugähnlichen Dinger herumprobiert, bin damit aber nicht zurecht gekommen.
Wenn ich mal so eine Säge habe, bei der die Zähne noch alle dran sind und die Geometrie brauchbar ist werde ich das auf jeden Fall mal ausprobieren.
Danke für den Tip!

LG
Fabien
flüsterholz
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Re: Empfehlung Fuchsschwanz

Beitrag von flüsterholz »

Hallo Markus, hallo Pedder
Das waren ja jetzt doch nochmal für mich entscheidende Hinweise. Da hätte ich doch sonst eine falsche Kaufentscheidung getroffen. Hatte gestern morgen, so auf die Schnelle, was nicht so die beste Idee war, zwei Sägeblätter mit ca 3,5 und 5 mm Zahnabstand für Längsschnitt auf der Gestellsäge probiert. Damit dann Ahorn und Douglasie längs gesägt. 3,5 mm funktionierte Ahorn besser, mit 5mm die Douglasie. Hätte ich erstmal nicht so erwartet.
Gestern Abend das Ganze nochmal in Ruhe. Habe dann auch noch einen kleinen Fuchsschwanz mit ca 6mm Abstand, den ich im Garten ab und zu benutze, dazugenommen.
Als erstes hab ich dann bemerkt, dass das Sägeblatt der Gestellsäge mit 5mm Abstand nicht mehr richtig scharf war. Also erstmal schärfen. Das hat dann gepasst. Der kleine Fuchsschwanz hat das dann auch nochmal bestätigt. 4,5 tpi ist dann wohl doch die richtige Entscheidung für Längsschnitt.
Jetzt habe ich aber noch ein ganz anderes Problem bemerkt. Ursprünglich hatte ich vor, mir eine Art Sägebock, -bank für die Längsschnitte zu bauen. Nur habe ich dann gestern bei den Probeschnitten bemerkt, dass ich durch den Einsatz von 2 Knieprothesen im letzten Jahr, nicht mehr in der Lage bin, das Brett mit dem Knie zu fixieren. 3 bis 4 min, dann ist Schluss. Hab es dann noch mit draufsetzen, festklemmen mit Zwingen probiert, war alles nur suboptimal. Hat jemand für dieses Problem noch einen Lösungsvorschlag. Senkrecht ginge bis zu einer gewissen Höhe natürlich auch.
Gruß Michael
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