Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Hier werden Holzprojekte diskutiert, die vorwiegend mit Handwerkzeugen und nicht mit Maschinen realisiert werden. Hier ist auch ein Platz für traditionelle Oberflächenbehandlung von Holz. Ebenso geht es hier um klassische Handwerkzeuge zur Holzbearbeiteng, deren Bedeutung, Pflege und Gebrauch.
Pedder
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Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von Pedder »

Hallo Alexander,

eine Frage gabe ich noch: wo liegt den die Vertiefung? Störend wäre sie wohl nur,
wenn sie die äußere Kante oder das Hobelmaul (Vorderseite) durchläuft.

Liebe Grüße
Pedder
Rafael
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Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von Rafael »

Hallo

Im ersten Beitrag hat Alexander geschrieben
Im Bereich des Mauls passt eine 0,05 Fühlerlehre drunter.
In diesem Fall wird es sich am Anfang und am Ende des gehobelten Werkstückes auswirken. Die Kanten werden immer mehr abfallen wenn man dem nicht bewußt entgegenwirkt.
Und beim Hobeln von dünnen Leisten kann eine hohle Sohle auch zu "lustigen" Erscheinungen Beitragen, das aber meistens bei mehr als 0,05mm. :D

Gruß,
Rafael
Alexander Sp.
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Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von Alexander Sp. »

Mittlerweile bin ich ein wenig weiter. Ich habe meine Anreißplatte aus Granit rausgesucht und alles nochmal vermessen.
Wenn der Hobel direkt auf der Platte steht, dann passt nirgendwo eine 0,05 Lehre durch. Somit sind alle äußeren Kanten ziemlich genau gefertigt.
Nur die Mitte der Sohle und die Stellen um das Maul herum sind ein wenig konkav.
Allgemein habe ich mir die Fertigung von Veritas genauer vorgestellt.
Die Spiegelseite von mehreren Eisen ist nicht Plan, da ist überall ein leichter Buckel, dass macht das Abrichten der Spiegelseite natürlich nicht einfacher.

Wahrscheinlich bin ich einfach zu pingelig.
Außerdem hat bestimmt nicht jeder Holzwerker solche genauen Messinstrumente wie Anreißplatten, Messuhren oder Haarlineale griffbereit liegen.
David
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Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von David »

Hallo Alexander,

die Spiegelseite brauchst du aber nur die vordersten 1-2 cm abrichten. Alles andere ist eher ABM.

Gruß, David
Alexander Sp.
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Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von Alexander Sp. »

Da hast du recht, aber dadurch habe ich mehr Auflagefläche.
Pedder
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Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von Pedder »

Hallo Alexander,

das mit den Spiegelseiten würde ich (TM) dokumentieren und Rob Lee schicken.
Die verkaufen gelättpte Spiegelseiten, die sollten sehr nah an perfekt sein.

Liebe Grüße
Pedder
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Mario Zimmermann
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Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von Mario Zimmermann »

Nur die Mitte der Sohle und die Stellen um das Maul herum sind ein wenig konkav.
Machst du deine Messungen im "Betriebszustand", d.h. mit eingelegtem (und zurückgezogenem) Eisen, die Spannschraube normal festgezogen?

Viele Grüße
Mario
Alexander Sp.
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Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von Alexander Sp. »

Ja, das Eisen ist eingelegt.
Karl.K
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Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von Karl.K »

Hallo Alexander,

die Auflagefläche vor dem Hobelmaul sollte schon auf dem Holz aufliegen, da es sonst zu Ausrissen im Holz kommen kann. Ich empfehle Dir den Film "Alte Filme - Wirkungsweise eines Hobels" auf Youtube. In diesemwird wird die Funktionsweise von Hobeln anhand eines aufgeschnittenen Hobels während des Hobelns gezeigt.

In dem Film von Heiko Rech "Schnittwinkel beim Handhobel - Ein kleiner aber feiner Unterschied mit großer Wirkung" ,auch auf Youtube, wird der Unterschied zwischen einem Flachwinkelhobel und den üblichen Bankhobeln gezeigt und wie Ausrisse vermieden werden können.
Michael2024
Beiträge: 9
Registriert: Sa 24. Feb 2024, 02:20

Re: Genauigkeit bei Veritas Hobeln

Beitrag von Michael2024 »

Hallo liebes Forum,

ich habe diesen Beitrag bei meiner Google-Suche bzgl. der Qualität von Hobeln der Firma Veritas gefunden und mich im Forum angemeldet, um den Mitgliedern meine persönlichen Erfahrungen mitzuteilen. Ich hoffe, dass es den Einen oder Anderen interessiert. Es sind natürlich nur meine eigenen subjektiven Einschätzungen.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen an der "Top-Qualität" meiner Veritas "Premiumhobel" zu zweifeln, geschweige denn, diese zu vermessen. Doch ein YouTube Beitrag von Rob Cosman zur Einrichtung neu erworbener Hobel hat mich zu einem Nachmessen veranlasst. Er sagt in seinem Video ganz klar, dass man einen Hobel mit einer ungeraden Hobelsohle zurücksenden soll, nimmt es beim Vermessen des im Video vorgestellten WoodRiver Hobels aber gleichzeitig nicht ganz so genau, zumindest ist das mein Eindruck. Daher war/ist es für mich auch nicht klar, wie stark denn die Abweichungen in der Planheit einer Hobelsohle sein dürfen.

Zu meiner großen Enttäuschung habe ich dann festgestellt, dass meine Veritas Hobel zum Teil ebenfalls die hier beschriebenen Ungenauigkeiten in der Hobelsohle aufweisen. Gemessen habe ich mit einem Haarlineal und einem Präzisionslineal. Das Hobeleisen war immer eingelegt und gut festgezogen. Die marginalen Unterschiede zwischen den Messungen mit dem Haarlineal und dem Präzisionslineal sind vernachlässigbar.

Im einzelnen gemessen wurden:
1.) Veritas Einhandhobel (Low Angel Block Plane) - dieser Hobel hat ebenfalls eine in der Mitte nach innen gewölbte Sohle. Es ist ein deutlicher Lichtspalt zu sehen.
2.) Veritas Flachwinkel-Putzhobel (Low Angel Smoothing Plane) - auch dieser Hobel hat eine leicht nach innen gewölbte Hobelsohle. Es ist ein gut zu sehender Lichtspalt vorhanden. Diesen Hobel habe ich beim ersten Mal sogar zurückgesendet und Ersatz erhalten, da der Hobelkörper einen Gussfehler aufwies. Einen solchen Gussfehler habe ich selbst bei meinen Billigsthobeln von Faithful nicht gehabt.
3.) Veritas Flachwinkel-Bankhobel (Low Angel Jack Plane) - dieser Hobel ist einigermaßen in Ordnung, zwar auch nicht exakt plan, aber deutlich besser als die beiden vorher genannten Hobel.
4.) Veritas Flachwinkel Raubank (Bevel-Up Jointer Plane) - dieser Hobel ist vergleichbar mit dem Low Angel Jack Plane, also im Rahmen.

Die Rechtwinkligkeit (gemessen mit einem Präzisionswinkel) ist bei allen Hobeln im Rahmen, aber auch nicht perfekt. Das Ergebnis ist komplett gegenläufig zu dem was ich erwartet habe. Je kürzer die Hobelsohle ist, desto ausgeprägter ist die Ungenauigkeit/Wölbung.

Bzgl. meiner Reklamation des Veritas Flachwinkel-Putzhobel mit dem Fehler im Gusskörper, habe ich ein längeres Gespräch mit dem Händler geführt. Dort wurde mir zu meiner großen Verwunderung mitgeteilt, dass die Hobel von Veritas seit der Pandemie nicht mehr die Qualität haben, die sie früher hatten. Trotzdem wurden die Hobel aufgrund der hohen Nachfrage und schlechten Verfügbarkeit in den letzten Jahren immer teurer. Anscheinend geben die Händler die schlechte Qualität einfach an die Kunden weiter, ohne beim Hersteller zu intervenieren und die mangelhaften Hobel zurückzugeben. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen.

Ich hatte mir vor einigen Jahren einen Satz Faithful Hobel gekauft (Nr. 4 und Flachwinkel Einhandhobel im Set für ca. 50 Euro). Mit denen war ich allerdings trotz intensiver Anpassungsarbeiten nie zufrieden, wen wunderts. Meine Erwartung war, dass ich mit einem Premiumhersteller wie Veritas nichts falsch machen kann. Leider falsch gedacht!

Ich bin jedenfalls von der Firma Veritas extrem enttäuscht. Ich will die Hobel von Veritas nicht verteufeln, aber diese sogenannten Premiumhobel sind aus meiner Sicht für die gelieferte Qualität einfach zu teuer. Leider habe ich das zu spät festgestellt. Mit diesem Wissen würde ich mir heute keine Veritas Hobel mehr kaufen, sondern mein Glück eher im mittleren Preissegment oder bei guten Gebrauchten versuchen.

Ich wünschte mir, dass ich nie nachgemessen hätte und weiter an die uneingeschränkte Qualität der Hobel dieses Herstellers glauben könnte.
Zu viel zu wissen und sich zu viele Gedanken zu machen, ist auch nicht immer gut.

Beste Grüße in die Runde
Michael
Zuletzt geändert von Michael2024 am Sa 24. Feb 2024, 03:34, insgesamt 3-mal geändert.
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