Banksteine vollständig verbrauchen

Hier werden Holzprojekte diskutiert, die vorwiegend mit Handwerkzeugen und nicht mit Maschinen realisiert werden. Hier ist auch ein Platz für traditionelle Oberflächenbehandlung von Holz. Ebenso geht es hier um klassische Handwerkzeuge zur Holzbearbeiteng, deren Bedeutung, Pflege und Gebrauch.
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Friedrich Kollenrott
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Banksteine vollständig verbrauchen

Beitrag von Friedrich Kollenrott »

Hallo,

ich schärfe ausschliesslich auf künstlichen japanische Wassersteinen.

Gute Banksteine sind teuer. Ihre Lebensdauer ist begrenzt, weil sie im Gebrauch allmählich immer dünner werden. Irgendwann ist ein Stein so dünn, dass er zerbricht, und schon vorher biegt er sichspürbar durch, wenn man draufdrückt.

Viele Banksteine sind schon im Neuzustand ärgerlich dünn, die Hersteller sparen wohl gern am Material. Eine besonders dünne Nutzschschicht haben offenbar die schicken Steine, die mit einer Glasplatte verklebt sind. Für mich ein Grund, sie nicht zu kaufen.

Ich arbeite mit Banksteinen seit mindestens 40 Jahren. Irgendwann habe ich angefangen, dünner werdende Steine mit passend zugeschnittenen Fliesen zusammenzukleben. Dicke keramische Bodenfliesen sind gut geeignet. Zum Zuschneiden der Fliese benutze ich eine 125er Flex mit Diamantscheibe, zum Kleben üblichen 2- Komponenten-Epoxidharzkleber (nicht den teuren mit den bekannten Namen, sondern den viel billigeren aus dem Modellbaubedarf). So kann ich die Steine wirklich vollständig aufbrauchen, das lohnt sich. Und sie sind, weil dicker und schwerer, auch besser zu handhabenund liegen sicherer auf der Auflage. Noch nie ist mir ein so verstärkter Stein heruntergefallen und zerbrochen (früher ist sowas schon mal passiert :shock: ).

Bild 1: Stein und Fliese vor dem Verkleben
Bild 2: Zwei Steine auf Fliesen. Mein genuteter 8000er Naniwa (vorn) wäre ohne die Fliese schon längst zerbrochen.

Damit ich hinterher noch sehen kann, um welchen Stein es sich handelt (ich habe viel herumprobiert und an meinem Schärfplatz liegen entsprechend viele verschiedene Steine) beschrifte ich die Fliesen. Neuerdings unauslöschlich mit einem Dremel- Gravierer mit vibrierendem Hartmetallstift.

Bild 3: Der 8000er Shapton von unten.

Grüße, Friedrich
steinfliese1_2000.jpg
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Bernd Grunwald
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Registriert: Mi 5. Sep 2018, 14:21

Re: Banksteine vollständig verbrauchen

Beitrag von Bernd Grunwald »

Hallo Friedrich,

eine gute Idee, die Banksteine auf Keramik (Fliesen) zu kleben. Danke für's Zeigen und für's Erklären.

Beim Belgischen Brocken kommt ein ähnliches Verfahren zur Anwendung. Bei diesem Natur-Schleifstein werden die Banksteine und Brocken vom Hersteller auf 10 mm dicke schwarze Schieferplatten geklebt (damit die feinen gelben Schleif-Steine bei der Anwendung nicht brechen).

Beim Schärfen meiner Schnitzwerkzeuge mache ich "den letzten Schliff" zwar nicht immer, aber doch immer wieder gerne mit einem Belgischen Brocken. Man muss ihn vorher mit Wasser und einem zweiten gelben Brocken "anreiben". Dann wird's rasiermesserscharf.

Gruß
Bernd
Bernd Grunwald
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Re: Banksteine vollständig verbrauchen

Beitrag von Bernd Grunwald »

... ach ja, das hatte ich noch vergessen:

Für das Zuschneiden der Fliesen würde ich dir eine kleine elektrische Fliesenschneidmaschine empfehlen. Die kostet nicht mehr als eine Flex, hat aber auch eine Diamantscheibe, die allerdings (deutlich leiser) im Wasserbad läuft, und - das ist ihr großer Vorteil - keinen gesundheitsschädlichen Staub produziert.

Gruß
Bernd
Pedder
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Re: Banksteine vollständig verbrauchen

Beitrag von Pedder »

Hallo Friedrich,

einige Deiner aufgeklebten Steine sehen ganz schön stark aus.
Kaufst Du die immer gleich im Doppelpack?
Also wegen der genuteten Seite für Spiegelseiten?

Ich habe immer noch meinen ersten Shapton 1000,
den wir noch in der alten Werkstatt zusammen mit Alex plangeschliffen haben..

Liebe Grüße
Pedder
Fabi
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Re: Banksteine vollständig verbrauchen

Beitrag von Fabi »

Moin zusammen :-)

Ziemliche Kopfschmerzen bereitet mir Deine Idee bei der Anwendung auf meine zwei Kombisteine, die hier ziemlich dünn herumliegen. Die Entscheidung, auf welche Seite die Fliesse zu kleben ist erscheint mir einfach viel zu schwerwiegend... :?

Schöne Idee, und gleichzeitig ein weiteres Argument sich keine Kombisteine zu kaufen. Wird bei meinen nun nicht mehr Kombisteinen definitiv zum Einsatz kommen wenn es irgendwann einmal soweit ist.
Hab Dank für's teilen!

Liebe Grüsse,
Fabi
Bernd Grunwald
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Re: Banksteine vollständig verbrauchen

Beitrag von Bernd Grunwald »

Hallo Fabi,

kleb die Fliese auf die gröbere Seite. Die feine Seite ist wertvoller. Wenn die "durch" ist, kannst du mit der gröberen Seite weiter schärfen.
Bis es so weit ist, kann es allerdings lange dauern... :D

Gruß
Bernd
MarkusB
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Registriert: Mo 15. Mär 2021, 07:21

Re: Banksteine vollständig verbrauchen

Beitrag von MarkusB »

Hallo zusammen,

ich habe meine Steine auch vor ca. 1 Jahr auf Fliesen geklebt.
Ich habe aber nicht teuren 2 Komponentenkleber genommen, sondern billigen Baukleber.
Hält bislang klaglos.

Das Kleben auf Fliesen hat noch ein paar weitere Vorteile:
Der Stein wird beim Schleifen erhöht, so dass die Klemme, die den Stein auf meinen Balken hält, nun im Bereich der Fliese ist und man bei flach geworden Steinen nicht mehr die Angst haben muss, beim Schärfen mit dem Eisen an die Klemme zu geraten.
Bei unterschiedlich großen Steinen können die Fliesen alle gleich groß sein, so muss meine Klemme nicht immer umpositioniert werden, was etwas umständlich ist.

Viele Grüße

Markus
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