Juuma Ganzstahlzwingen

Allgemeines Holzwerkerforum

Re: Stationäre Kreissäge

Hallo Walter,

dieses mal bekommst Du von mir nur Zustimmung, jedoch nicht ganz ohne einen Kommentar:-)

Die weitaus größte Zahl der Forumsteilnehmer sind keine Schreiner, haben also früher oder später mit dieser Sache hier begonnen, oder sind im Begriff dies zu tun.
Ich kann jetzt nur von meiner Person berichten, da ich leider noch keinen der Anderen hier kenne.
Man beginnt mit einer Stichsäge oder Handkreissäge, evtl noch einer Oberfräse, hoffentlich mit was Gutem. Man merkt bald, 2 Dinge sind Mangelware, die zur Verfügung stehende Zeit, und die Wiederholgenauigkeit. Wer dann, um diesen Misstand zu begegnen, eine billige Einsteiger TKS kauft, ist selber schuld, dieses braucht einem heute Dank auch diesem Forum nicht mehr passieren. Denn mit der Billig-TKS kann man nur Brennholz produzieren.
Der einigermaßen informierte Heimwerker, mit einigermaßen Platz in der Werkstatt, findet beim Maschinenhändler oder auf der Messe eine schöne 100 kg schwere TKS, mit 1/10mm Einteilung am Paralellanschlag, mit Lupengläsern zum besseren Ablesen, mit Ablängbegrenzern, mit gegossener Alutischplatte in der so seltsame Nuten drin sind. Dazu kann man einen kleinen Formatschiebetisch bestellen, eine Tischplattenverbreiterung usw....!
Leicht werden aus der Maschine die mit 1700 DM ausgezeichnet war, die stolze Summe von 4500 DM, wenn dann alles dran ist. 2 Rollenböcke runden die Summe nach oben ab:-)

Mit der Maschine werden 50 und 65 mm dicke Buchebohlen aufgetrennt, wie geschmiert, wenns sein muß auch 80mm, Schubladenseiten haben keinen Höhenversatz mehr, denn sie werden alle mit einer Einstellung geschnitten, auch Schlitz und Zapfen klappt, mit ein bischen Tricksen.
Sperrholzplatten lassen sich in Windeseile zu Schubladenböden auftrennen, und winklig dazu.
Man ist sehr zufrieden, mit dem Wissen um andere, bessere, leistungsfähigere Maschinen, die wesentlich größere Werkstücke verarbeiten können, oder auch nur sehr Schwere.

Man kann solche Maschinen in nahezu jeder Tischlerei finden, auf ihr lassen sich 4,5m2, 50mm Multiplex Platten schneiden, die zuvor mit der Hebehilfe draufgelegt wurden.
An der Maschine arbeiten Tag für Tag 3 verschiedene Schreinergesellen, unter Zeitdruck, denn die Stunde an der Maschine kostet den Kunden 70 €, hat einer der Gesellen ein Problem mit dem Chef, spürt dies, was allzu menschlich ist, auch die Maschine.
Da die Maschine aber 35000 € gekostet hat, muß sie 15 Jahre diesen Stress aushalten!

Mit diesen Problemen haben wir hier in der Regel wenig zu tun, es geht doch keiner nach einem Streit mit der Frau an die TKS......, der Tischlergeselle muß es aber:-(

Es gibt also Dinge die wir mit unseren Maschinchen nicht machen können, dies gilt es zu erkennen, und von der Maschine abzuwenden. Wenn dann doch mal so ein Brocken zu bewältigen ist, hilft der Gang zum Schreiner, ansonsten dürfte man als Autobesitzer nie ein Taxi nehmen:-)

Wenn jemand im Einzelfall den Platz und die finanziellen Mittel hat, sich solch hervorragende kaum unter Abnutzung leidende Maschinen zuzulegen, ist es schön, und wir bewundern ihn.

Gruß Dietrich

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