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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Standbohrmaschine mit Kurbel und Unterbau *MIT BILD*

Hallo zusammen und ein Frohes Neues Jahr,

ich hoffe, ihr seid alle gut und gesund reingekommen. Wie ich schon angekündigt hatte, bin ich euch noch ein paar Bilder meiner neuen handbetriebenen Standbohrmaschine schuldig. Mein Vorsatz der letzten Wochen im letzten Jahr war, den Tisch für die Bohrmaschine noch in 2020 fertig zu bekommen. Das hat halbwegs geklappt. Zumindest gezinkt und geleimt war alles am Silvestertag 2020. Den Rest habe ich gestern zu Ende gebracht.
Da ich die Maschine nicht wie Volker - der mir dankenswerter Weise seine Konstruktion zur Montage auf der Hobelbank mitgeliefert hatte - auf der Hobelbank montieren wollte, habe ich mir eine Unterkonstruktion gebaut. Von meinem Nachbarn konnte ich dazu ein Metallgestell abstauben, was vermutlich ebenfalls für Standbohrmaschinen gedacht ist. Jedoch eher für diejenigen Modelle mit recht langer Säule und höhenverstellbarem Tisch. Dadurch war das Gestell viel zu niedrig. Ich wollte es aber etwa auf Hobelbankhöhe haben und habe mir dann kurzerhand einen Unterschrank gebaut, den ich auf dem Gestell montiert habe. Nun wollte ich davon kein wochenlanges Projekt machen und es sollte einfach funktionieren. Daher bin ich kurz vor dem Lockdown (wie so viele, nur war ich morgens da als noch keiner da war) nochmal in den Baumarkt gefahren und habe mir 3 Buchenleimholzplatten in 400 x 800 x 18mm gekauft. Seitdem weiß ich jetzt auch, warum viele auf das Baumarktmaterial schimpfen...ich hätten zwischenzeitig Torbögen aus den Leimholzplatten bauen können.
Der Unterschrank sollte quasi Quadratisch 400 x 400 x 400mm werden. Ein bisschen Verschnitt beim Fügen hatte ich eingeplant, also bin ich etwas unter den Maßen geblieben. Ganz genau kam es mir nicht drauf an. Da Gehrungen ohne Tischkreissäge (für mich) quasi nicht machbar sind und ein stumpfes Verleimen nicht in Frage kam (einen etwas größeren Anspruch hatte ich dann doch), habe ich mich entschieden, die Ecken mit Schwalbenschwanzzinken zu verbinden. Dabei wollte ich allerdings keine allzu enge Zinkung wählen - es sollte ja halbwegs zügig gehen. Also 5 Zinken und ein kleiner "Designversuch". Die beiden äußeren Zinken in 1:6, die zweiten in 1:8 und in der Mitte einen einfachen Fingerzinken. Der Zwischenboden ist mit durchgestemmben Zapfen eingelassen. Die Rückwand wurde in einer Nut von unten nachträglich eingeschoben und verschraubt. Ich hatte Glück, dass ich die Sperrholzplatte überhaupt reinschieben konnte (da musste ich etwas pfuschen). Entweder hatte ich mich völlig vermessen und/oder vertan oder die obere Leimholzplatte war im hinteren Bereich um ca. 2-3mm geschwunden, sodass die Nuten nicht mehr übereinanderkamen. Es hat am Ende dann doch geklappt, weil ich die Rückwand einseitig eingefalzt habe. Auch die Zinken sind an manchen Stellen nicht so ordentlich geworden, weil die Platten einfach jeden Tag eine andere Form hatten. Wäre es ein Möbelstück für die Wohnung gewesen, hätte ich mich in Grund und Boden geärgert. Für die Werkstatt reichts mir. Ölen werde ich den Korpus vielleicht auch noch, damit er etwas robuster ist. Aber geölte Buche finde ich gar nicht unbedingt so hübsch. Es ist also alles andere als ein Meisterstück geworden.
Ich überlege noch, ob ich es, wie bei meinen anderen Werkstattmöbeln, noch mit Rollen unter dem Gestell probiere. Das ist in einer kleinen Werkstatt ja ungemein praktisch. Aber ich befürchte, dass das ganze dann eher wacklig und instabil wird.
Nun zur Maschine und dann ein paar Bilder. Die Maschine hatte ich wie schon beschrieben von Volker erworben. Als Typenschild ist Triumph aufgenietet, ich glaube aber auch, dass einfach das originale Emblem verloren gegangen ist, da es zu dieser Marke keine Informationen gibt. Außerdem kann man unter dem scheinbar neuen Lack einen ovalen Abdruck - evtl. vom alten Emblem - erahnen.
Ich bin bisland super zufrieden mit der Maschine. Für meine Eltern habe ich bereits vor Weihnachten ein kleines Teestövchen á la Robert Hoffmanns Küstenholz (https://www.youtube.com/watch?v=4YqrElQJR1E) gebaut und habe dazu in die Grundplatte ein 40mm Loch mit Forstnerbohrer gebohrt. Überhaupt kein Problem, was ich mir nicht so einfach vorgestellt hatte. Von Paul Reichert hatte ich noch den Tipp bzgl. der Bohrer bekommen und mir entsprechend die Alpen Profi Holz besorgt. Bei diesen ist die äußere Schneide nicht so spitz und läuft eher rund aus - Alpen nennt es C-Form. Sie scheinen dadurch nicht so "brachial" ins Holz einzudringen und neigen weniger zu Ausrissen bei niedrigen Geschwindigkeiten.
Als nächstes überlege ich nur noch, ob ich versuche, einen höhenverstellbaren Bohrtisch - wie bei anderen Säulenbohrmaschinen - nachzurüsten. Ab und an kam mir die lange Kurbel dann doch recht nah an das Werkstück. Außerdem ist man dann bei der Arbeitshöhe noch etwas flexibler. Aber da warte ich mal erstmal ab, was die Erfahrungen so zeigen.

Nun hier aber mal ein paar Bilder (die Beleuchtung kommt übrigens aus der "Dose". 4 x 20Watt Strahler auf 12 Volt mit Autobatterie, für die Fotos hat es halbwegs gereicht):

Als erstes die "Panoramaansicht" mit Unterbau:




Hier kann man unterhalb des neuen Logos die Umrisse des alten Emblems erkennen:

Hier das Bohrergebnis mit einem Alpen Profi Holz 8mm in Eiche. Die Eintrittswunde...

...und die Austrittswunde.

So. Das solls erstmal von mir gewesen sein. Bezüglich der Unterkonstruktion nehme ich Anregungen und Kritik gerne entgegen. Aber wie gesagt: Es sollte in erster Linie zweckmäßig und zügig gehen. Besser machen können, hätte man es auf jeden Fall.

Ich wünsche allen einen schönen Abend und bedanke mich nochmal für die vielen Ratschläge und Ermunterungen zum Erwerb dieser Maschine. Ich habe heute noch einige weitere Fotos gemacht und plane, auch meine Werkzeugkiste und das Teestövchen hier im Forum vorzustellen.
Liebe Grüße
Thomas

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