Loch/-Beitel, neues Heft, Eure Erfahrungen

Hier werden Holzprojekte diskutiert, die vorwiegend mit Handwerkzeugen und nicht mit Maschinen realisiert werden. Hier ist auch ein Platz für traditionelle Oberflächenbehandlung von Holz. Ebenso geht es hier um klassische Handwerkzeuge zur Holzbearbeiteng, deren Bedeutung, Pflege und Gebrauch.
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Benutzer2023
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Registriert: Do 27. Jul 2023, 10:12

Loch/-Beitel, neues Heft, Eure Erfahrungen

Beitrag von Benutzer2023 »

Hallo zusammen,

ich habe heute Abend einige ältere Beiträge zu Stech- und Lochbeiteln und dem Anfertigen neuer Hefte gelesen. Vor kurzem habe ich einige ältere Lochbeitel erstanden, teilweise ohne Heft, und würde diese nun gern wieder einsatzfähig machen. Ich bin noch relativ "neu" im Holzwerken und arbeite eigentlich immer nur mit stromlosen Handwerkzeugen.

Die Angeln der erstandenen Lochbeitel sind, wie Friedrich Kollenrott es in einem der Beiträge mal beschrieben hat, wie eine sehr spitze Pyramide ausgearbeitet und bei den kleineren Schneiden auf zwei der vier Seiten mit kaum feststellbarer Steigung, also eher flach als konisch zulaufend. Besser kann ich es gerade nicht umschreiben.

Da die letzten Beiträge hier im Forum teilweise knapp 10 oder noch mehr Jahre zurückliegen wollte ich Euch noch einmal dazu befragen. Wer hat inzwischen erfolgreich Hefte für solche Angeln anfertigen können?
  • Kommt man mit einem mehrstufigen Ausbohren zum Ziel oder sollte man wirklich noch im Heft "herumstemmen" um die bestmögliche Passform für die jeweilige Angel zu erreichen?
  • Falls es doch das Einbrennen werden muss, wie erhitze ich die Angel am einfachsten und leite die Hitze vor / an der Schneide ab? Beim Löten hat man, meine ich, einfach noch ein Stück Kupfer drangeklemmt oder Entlöt-Litze. Wie macht Ihr das?
  • Und was die Zwingen angeht, kann man - wenn es nicht "hübsch" sondern eben nur (wieder) ein brauchbares Werkzeug werden soll, getrost auf Kupfer / Messing / Edelstahl - Rohre aus dem Baumarkt zurückgreifen?
Danke im Voraus an alle, die etwas beisteuern können / wollen .. Holz.Bruno
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Danke und viele Grüße, Holz.Bruno
Andreas Winkler
Beiträge: 1184
Registriert: Di 30. Nov 2021, 19:21

Re: Loch/-Beitel, neues Heft, Eure Erfahrungen

Beitrag von Andreas Winkler »

Hallo Benutzer2023,

zur Deinen Fragen:

- bei Deiner Angel würde ich versuchen, mit zweimal schräg angesetzten leicht untermaßigen Bohrungen, die Form der Angel nachzubilden, ggf. in der Mitte nochmal nachbohren/-"fräsen", ohne den Bohrer abzubrechen, natürlich. Oder den Rest irgendwie mit einem Stemmeisen raus"fiedeln", so Du ein entsprechend schmales hast.
Dann das Eisen Einschlagen. Die Zwinge muß natürlich vorher gut sitzen am Heft.
Meine Erfahrung mit solchen Arbeiten ist, daß man ggf. den ersten Griff zum Reißen bzw. Platzen bringt, und dann danach weiß, daß man doch hätte größer bohren sollen...

- von Einbrennen würde ich auf jeden Fall absehen;

- habe für so etwas Abschnitte von Heizungsrohren aus `C-Stahl´ daheim. Die sind dünn, aber stabil und leicht zu bearbeiten.
Habe dafür auch schon Abschnitte von dickerem verzinkten Wasserrohren verarbeitet. Edelstahl geht sicher auch, ob Kupfer oder Messing hält, weiß ich nicht.
Bei einigen Stemmeisen, die ich habe, sind zwischen Eisen und Holzheft Lederstückchen eingelegt, habe das nachgebildet (aus einem alten Gürtel o.ä.). Einen Dämpfungseffekt kann ich allerdings damit nicht feststellen. Der ist ja eigentlich auch nicht gewollt, weil man ja mit Schwung ins Holz will. Vllt. soll das Leder auch nur eventuelle Unebenheiten zw. Heft und Angel ausgleichen?

Gruß, Andreas
Fabi
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Re: Loch/-Beitel, neues Heft, Eure Erfahrungen

Beitrag von Fabi »

Hallo Bruno,

auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass der ein oder andere Griff erst mal reisst, oder zu lose ist. Bei mir hat es nicht geholfen, das Loch mit einem Stemmeisen an die Eisenform an zu passen, aber womöglich war ich da auch nur ungeschickt. Ich habe das loch mit mehreren Bohrdurchmessern versucht an die Form der Angel an zu passen. Recht gut bin ich mit Dübelbohrern mit Tiefenbegrenzung klargekommen.
Später bin ich so vorgegangen, dass ich erst mal aus einem Reststück ein VersuchsGriff einschlage. So habe ich wie Andreas beschrieben gelernt, wie das Loch aus zu sehen hat, damit es gut passt. Falls Du mit verschiedenen Holzarten experimentierst lohnt es sich, für jedes Holz einen neuen Versuch zu starten - denn bei einem solchen Projekt kann man sehr bildlich erfahren wie verschieden verschiedenen Hölzer auf Spaltwirkung reagieren.

Hier in den nördlichen Gefilden gibt es einen Trick, mit dem eine Schneide (Axt, Stemmeisen, o.ä.) erhitzt werden kann, ohne dabei die Härtung zu zerstören - also 'selktives Erhitzen': einfach im Winter das Stemmeisen in den Schnee stecken und mit einem Brenner die Angel erhitzen. Das hat bei mir ganz gut funktioniert. Nur hatte ich da ein Stück Leder mit eingebracht, das war natürlich Quatsch ;-)

Auch ich habe mit alten Heizungsrohren gute Erfahrung gemacht.

Viel Erfolg wünscht Fabien
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