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Japanisches Zimmer - in Handarbeit errichtet von Harald Welzel

Harald Welzel
Schreinermeister
staatl. gepr. Gestalter
Egg 6
D 94505 Bernried
Fon: 09905 707722
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Japanzimmer - Blick vom Eingangsbereich Richtung Osten
Rechts die papierbespannten Schiebetüren (Shoji), die den Raum in ein angenehmes, diffuses Licht tauchen.

Als Bodenbelag wurden geflochtene Reisstrohmatten - sogenannte Tatamimatten - verwendet, die in einem Fixmaß von 1800 x 900 mm erhältlich sind. Damit ist eine Raumgröße mit einem Rastermaß von 900 mm erforderlich.

Die vielen Sprossen für die Shoji's - die japanischen Schiebetüren - waren in filigraner Handarbeit auszuklinken. Die Shoji wurden aus Zederholz gefertigt, wobei die Rahmen eine Abmessung von nur 30 x 36 mm, die Sprossen 15 x 6 mm haben. Natürlich wurden die Flächen mit einem Putzhobel von Hand gehobelt und ohne Oberflächenbehandlung eingebaut. Bei der Menge, die zu hobeln war, lernt man sehr viel über das Arbeiten mit dem Hobel - Handhabung und das Gefühl für Holz, das man im Zeitalter der Schleifmaschinen fast total verlernt hat.

 Fusumaschrank mit Eingangsbereich
Der aus Massivholz hergestellte Fusumaschrank hat Massivholz-Schiebetüren, die beidseitig mit Papier bespannt sind.

Der Fusumaschrank ist fest eingebaut. Er wurde aus amerikanischem Kirschbaum gefertigt. Die Holzverbindungen sind halbverdeckt gezinkt, die Böden und Mittelseiten gegratet.

 Blick in die Tokonoma
Vor eine für Japan typische Lehm-Trockenbauwand wurde die Tokonoma eingepaßt. Lehm hat in Japan und für japanische Holzverbindungen eine sehr große Bedeutung: er ist hygroskopisch, schafft ein gleichmäßiges Feuchtigkeitsgefälle und so schwindet das Holz nicht so stark.

Tokonoma heißt wörtlich übersetzt "die gute Ecke im Haus". In diesem Bereich vom Haus finden sich alle persönlichen, für die Familie wichtigen Gegenstände, wie beispielsweise ein Rollbild oder ein Leitspruch der Familie.

Die Tokonoma wird zur Raumseite hin von der Tokobashira begrenzt. Dieser Baumstamm ist auch ein wichtiger Bestandteil in einem japanischen Wohnraum und kommt aus gepflegten Waldbereichen. Die Rinde wird unter Dampf von Hand entfernt. So bleibt die Holzstruktur sehr schön erhalten, wenngleich sich diese Arbeit als mühevoll und sehr anstrengend erwies.

 Detailaufnahme Balkenschloß der Führung der Shoji
Für den 4 m langen Träger zwischen den unteren und oberen Shoji's wurde kein Kirschbaum in entsprechender Länge gefunden. Daher wurden zwei Teile in einer für Japan typischen Weise der Längsverbindung - einem schrägen Hakenblatt mit Keilverschluß - verbunden
 Detail Heizkörperblende
Das an der Decke verlegte "Vier-Augen-Flechtwerk" wurde auch als Heizkörperverkleidung eingesetzt. Das Flechtwerk besteht aus Lärchenfurnier und wird an Ort und Stelle zusammengelegt.

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