Haustür mit Vorsatzschale

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Frank B

Haustür mit Vorsatzschale

Beitrag von Frank B »


Hallo, habe eine Frage zum Aufbau von "modernen" Haustüren. Kann mir jmd. erklären wie solche Türen aufgebaut sind? Gemeint sind Türen ohne Füllungen mit durchgehenden Türblättern (Vosatzschale).

Vielen Dank



justus

Re: Haustür mit Vorsatzschale

Beitrag von justus »


guude,

vorsatzschalen sind mir im HT-bau unbekannt. bei glatten türen werden z.b. "Haustürrohlinge" oder mehrere lagen wasserfest verleimtes sperrholz verwendet.

gut holz! justus.


Andreas Winkler
Beiträge: 1117
Registriert: Di 30. Nov 2021, 19:21

Re: Haustür mit Vorsatzschale

Beitrag von Andreas Winkler »


Hallo Frank,

einfach mal eine Suchmaschine mit "Haustürrohling" beharken.
Dabei kommt z.B. folgendes ans Licht:

http://energiespartueren.eu/hp806/Haustueren.htm?ITServ=CY4bea3dc6X133c1fd675cXY30a1

http://variotec-partner.de/download/CY1505c59dX1311cd845d2X25f8/Seminarmappe_Gesamt_Mai_2011.pdf

Solche Rohlinge sind sehr teuer, man kann glatte Außentüren natürlich auch "handwerklich" in der Werkstatt herstellen.

Gruß, Andreas



Frank B

Re: Haustür mit Vorsatzschale

Beitrag von Frank B »


Hallo Andreas, hallo Justus,
Haustürrohlinge kannte ich bisher nicht. Nachdem ich jetzt mal eine Suchmaschine bemüht habe tendiere ich eher zum Selberbauen. Wie sieht denn der Aufbau am einfachsten aus, wenn man mit Werkstattmitteln ohne Furnierpresse arbeiten will? Decklagen könnten Multiplex oder MFD sein. Massiv MDF wird wohl etwas zu schwer werden, obwohl das bestimmt am einfachsten wäre. Die Türe sollte drei bzw. fünf quadratische Lichtausschnitte bekommen oder einen schmalen langen.

VG
Frank



justus

Re: Haustür mit Vorsatzschale

Beitrag von justus »


ei guude Frank,

MDF ist nicht für H-türen geeignet, sind nur a'la IF 20 verleimt. es wird zwar seit jahren an V 100 entwickelt, bisher ohne gerifbare ergebnisse.

nimm 3 lagen BWP oder V100 sperrholz in ~20 mm, schneide streifen, so wie die friese um die LAs breit sind. in der mittellage lässt Du die queren durchgehen, bei den außenlagen die aufrechten. das ergibt schlitz und zapfen auf die elegantere art.
wenn Du dabei die queren der mittellage etwas kürzer machst und die mittellagigen aufrechten entsprechend ausklinkst, hast Du an den aufrechten kanten durchgehende sichtbare friese. (quer geht das natürlich auch)
das ganze müsste dann auch mit zwingen verleimbar sein.
mit entsprechender einteilung kannst Du bei der einen außenlage sogar den glasfalz "erleimen".
alles so einteilen das die türe etwas größer ist und nach der verleimung einfach auf format schneiden.

gut holz! justus.


Andreas Winkler
Beiträge: 1117
Registriert: Di 30. Nov 2021, 19:21

Re: Haustür mit Vorsatzschale

Beitrag von Andreas Winkler »


Hallo Frank,

eine Furnierpresse wäre schon hilfreich! Nur mit Zwingen habe ich sowas noch nicht gemacht.

Haben viele derlei Türen gebaut, sehr oft als preiswerte Keller-,Hof-,Nebeneingangstüren ohne Glasausschnitt für eine Wohngenossenschft.
Verglasung ist aber auch kein Problem.
Aufbau z.B. folgendermaßen (als Beispiel Nebeneinganhgstür):

- 19mm Dreichsichtplatte
- 25mm Holzrahmen umlaufend mit einem Ouerfries in der Mitte, die "Füllungen" des Rahmens warenaus 25mm Styropor
- 19mm Dreischichtplatte

Der Rahmen war natürlich nicht gedübelt o.ä., er wurde in seinen Einzelteilen auf die Dreichsichtplatte gelegt, das Styropor natürlich passend zugeschnitten. Bei den Querfriesen wurde am Verbindungspunkt zu den aufrechten Friesen strinseitig ein kleiner Falz zu Dampfdruckausgleich angefräst (nur an der außenliegenden Seite!). Rein in die Furnierpresse und vorsichtig zufahren.
Den Rohling natürlich etwas größer herrichten als fertig benötigt, genauer Zuschnitt erfolgt hinterher.

Mit Glasauschnitt muß der innenliegende Rahmen natürlich etwas genauer gefertigt werden. Bei dem Rahmen mußt Du natürlich auch berücksichtigen wo hinterher ein Ausschnitt sein soll, nicht das die Verglasung hinterher im Styropor liegt oder Du kein "Fleisch" für die Verleistung hast.
Nach dem Aufeinenderleimen des Rohlings die Glasauschnitte aussägen, im Auschnitt außenseitig Falzleisten einleimen- fertig.

Anstatt der Dreischichtplatte kannst Du auch einen anderen wasserfest verleimten Holzwerkstoff nehmen (z.B. Birke Multiplex), es gibt soviele unterschiedliche Dicken, mit dem Rahmen bist auch auch flexibel, da kann man beinahe jede Stärke realisieren.

Zu erwähnen wäre vieleicht noch die Problematik, daß Holzhaustüren mit den oftmals heutzutage gewünschten Wohnsituationen zu "kämpfen" haben.

Kein Windfang oder Vorraum, man tritt oft gleich in einen zentralbeheizten Wohnraum, daraus folgt großes Temperaturgefälle von Haustüre innen-/außenseitig, besonders in der Heizperiode, man muß mit Verzug des Türblattes rechnen. Aber das trifft auch alle handwerklich gefertigten Holzhaustüren zu, auch auf die in "richtiger" Rahmenbauweise.
Fabriktüren haben oft eine Verstärkung aus einem Stahlprofil.

Wie gesagt, eine Furnierpresse wäre aber achon sinnvoll.

Oder so wie es justus schreibt.

Gruß, Andreas



justus

Re: Haustür mit Vorsatzschale

Beitrag von justus »


ach ja,

zur sicherheit kann man einen ausrichtbeschlag vorsehen.
http://opo.ch/opo/data/files/pdf%20neu/62/chd/62.283.00-02_chd.pdf

gut holz! justus.


Frank B

Re: Haustür mit Vorsatzschale

Beitrag von Frank B »


Danke Euch beiden.
Plane dann mal folgenden Aufbau:

- außen Dreischichtplatte
- Mitte Rahmen ca. 100mm breit und Leisten um die Glasausschnitte, Rest PUR bzw. Styroporplatten
- innen Dreischichtplatte

Mann kann ja mit Schraubzwingen auch durch den Glasausschnitt spannen, wenn man den vorher in die Platten macht.
Warum "war der Rahmen natürlich nicht gedübelt"?

VG Frank



Andreas Winkler
Beiträge: 1117
Registriert: Di 30. Nov 2021, 19:21

Re: Haustür mit Vorsatzschale

Beitrag von Andreas Winkler »


Hallo Frank,

sicher kannst Du auch mit Zwingen durch den Ausschnitt spannen.
Du verleimst allerdings nicht Holzteile für eine Tischplatte, sondern zwei relativ große Platten mit einem Rahmen. Da kommt sehr viel Fläche zusammen, auf der sich der aufgebrachte Druck verteilen kann. Ob man das mit Zwingen so einfach hinbekommt (schon von der Anzahl her...), weiß ich nicht so recht. Aber ausprobieren kann man alles.

Die Rahmenteile waren lose, weil es ja schnell gehen sollte, außerdem "trägt" ja die Tür als ganzes verleimtes Teil. Der Rahmen ist hauptsächlich dazu da, daß man Schloßkästen und Bänder vernünftig befestigen konnte. Und daß das Styropor nicht an den Kanten rausschaut.
Würde die Rahmen zumindest außenseitig etwas breiter lassen, wegen Fälzen und Schloßkasten. Und wegen dem genauen Zuschnitt nach Verleimung.

Mir ist noch eingefallen, daß wir teilweise die Fläche der Außenseite auch profiliert haben (ausschließlich bei Dreichsicht). Nur nicht zu tief, man mußte aufpassen, daß man nicht durch die Deckschicht gekommen ist.
Kann mich noch an die Frage/Diskussion erinnern, ob man nun die Deckplatte zu sehr schwächt und wegen eventuellem Verzug eine stärkere nehmen sollte (Plattenaufbau sollte ja innen/außen möglichst gleich sein). Haben das dann aber nicht gemacht. War außerdem beim ersten mal ein ziemliches Hickhack, da keine CNC-gesteuerte Maschine vorhanden und ein Sch..ßaufwand zum Schleifen.

Bei den glatten Türen ist der Bau wirklich schnell gegangen, vorallem, wenn man zwei oder drei miteinander bauen konnte.

Gruß, Andreas



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