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Christof Hartge:

Die Zähmung des widerspenstigen Bretts - Teil 5
The taming of the shrewed board - Part 5

6. Die zweite Hirnholzkante /zugleich Ablängen des Brettes

Wenn die zweite Hirnholzkante abgerichtet wird, gilt es besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen. Denn das jetzt eingehaltene Maß ist als endgültig zu betrachten. Holz läßt sich wunderbar in der Breite verleimen, aber nicht in der Länge. Man muß sich auch darüber Gedanken machen in welcher Hinsicht die Länge genau sein soll. Ich unterscheide zwischen dem absoluten und dem relativen Maß. Absolut soll dieses Brett 67 cm lang werde. Relativ steht dieses Brett vielleicht in Beziehung zu anderen Brettern. Das ist dann der Fall wenn es sich um das gegenüberliegende Brett einer Rahmenkonstruktion handelt, oder die gegenüberliegende Seite eines gezinkten Kastens. Wenn man sich das vor Augen führt wird sofort klar, daß es oft viel wichtiger ist, daß bestimmte Bretter gleichlang sind, während es in zweiter Linie wichtig ist, wie lang genau sie sind.

Das hier gezeigte Brett wird ein Boden werden, also ist diese Unterscheidung hier in diesem Fall nicht so wichtig, meistens ist es anders. Also, das Brett soll 67 cm lang werden.

Wenn man erst mal glatte Oberflächen hat, steige ich auf mein Taschenmesser als Anreißwerkzeug um. Bleistiftstriche sind viel zu ungenau. Neben den ersten richtigen Strich setzte ich einen zweiten, parallelen Strich, an dem werde ich mit der Säge entlang sägen. Es ist also ein Sicherheitsabstand eingebaut. Wie groß man den wählt hängt davon ab, wieviel man seiner Säge an Genauigkeit zutraut, bzw. , wieviel Zeit man auf das Hirnholzhobeln verwenden möchte. Wer sich da nicht sicher ist gibt halt 2 mm dazu, ich lasse einen halben Millimeter stehen. Der ist nachher schnell weg.

Haltung der Säge Wenn ich genau sägen will dann sehe ich zu, daß ich mir selber eine Sägeführung säge. Mal halte ich die Säge recht steil. So ist es einfach die Vertikale einzuhalten.

Haltung der SägeDann ziehe ich den Schnitt flach am Riß herunter. So wird die Horizontale genau. Die Säge muß durch die Flanken des bisherigen Schnittes geführt werden.

kurz vor Vollendung des Schnittes So sah es kurz vor Vollendung des Schnittes aus.

Prüfung So sieht die erste Prüfung nach dem Sägen längs aus

quer und so quer

Das Brett kommt auf die Hobelbank Das Brett kommt auf die Hobelbank. Das nun folgende Verfahren ist genauso wie bei der ersten Hirnseite. Nur muß man auf den Längenriß zusätzlich achten. Der ist aber eigentlich eine Hilfe weil damit ein rechter Winkel schon mal vorgegeben ist. Auf jeden Fall: Wenn man gut gesägt hatte, ist jetzt nicht mehr viel zu tun.

Auch Hirnholz hat seine Schönheit Auch Hirnholz hat seine Schönheit. Schaut mal hier, da ist ist der Huppel in der Mitte schon glatt, rechts und links ist die Fläche noch sägerauh.

Man soll eben nicht bei Hirnholz über die Kante hobeln Übrigens, wer nicht hören will muß fühlen. Man soll eben nicht bei Hirnholz über die Kante hobeln. Wer es dennoch tut, wie ich, dem droht dieses. Ist aber nicht schlimm. Sowas läßt sich im weiteren Bearbeitungsprozess meist leicht zum Verschwinden bringen. Am besten man läßt es jetzt erstmal in Ruhe.

Hirnholzkante Ansonsten gilt: auch diese Hirnholzkante ist jetzt rechtwinklig und auf genau 67 cm zugeschnitten.

7. Auf Breite bringen / zugleich Abrichten der zweiten Schmalseite.

34, 5 cm Breite gibt das Brett her. Für das Anreißen großer Breiten gab es früher extra Streichmaße mit denen 30-50 cm angerissen werden konnten. Ich behelfe mir mit Zollstock und Lineal, auch das wird bei sorgfältiger Arbeit genau: 2-3 mal messen und anreißen.

Erstmal müssen wieder die Berge weg. Der rechte Winkel wird nach Gefühl eingehalten.

Ein Zentimeter ist schnell weggehobelt Ich würde an dieser Stelle nicht mehr die Säge einsetzten. Ein Zentimeter ist schnell weggehobelt.

Doppelhobel Wichtig ist die Frage wann es denn gut ist mit dem Doppelhobel. Also: Wenn man nahe am Riß ist achtet man, nach den beschriebenen Methoden, verstärkt auf Rechtwinkligkeit. Bis knapp vor den Riß arbeiten. Jetzt von der Mitte her die Hobelzüge verbreitern, sodaß eine Kante entsteht, die den Riß allenfalls in der Mitte leicht touchiert ansonsten in einem sehr sanften Bogen nach rechts und links ansteigt.

Rauhbank Jetzt ist wieder die Rauhbank dran. Scharf muß sie sein, fein muß sie sein.

RauhbankHierzu ein kleiner Tip: Man sollte sich in diesem Stadium keine Schnitzer mehr leisten, die durch eine falsch eingestellte Rauhbank entstehen. Es lohnt sich daher vor dem ersten richtigen Stoß, das Holz mit der rechten und linken Kante nur mal anzutippen. Wenn das Messer mit einem kaum merklichen Widerstand ansetzt und dieser Widerstand rechts und links fühlbar gleich groß ist, dann liegt man richtig.

Man braucht gar nicht schnell zu hobeln. Es lohnt sich im Sinne der Präzision, die Späne ganz langsam herausfahren zu lassen.

Kontrolle Kontrolle längs und

Kontrolle quer und zu den Hirnseiten

Damit wäre auch diese Seite geschafft, es wartet nur noch die Linke Seite des Brettes.

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