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Allgemeines Holzwerkerforum

Bäuerle, eine Geschichte in mehreren Teilen

Hallo,

nachdem ich in den letzten Tagen beiläufig erwähnt hatte, daß ich mir eine neue Bäuerle Dreifachkombi gekauft habe wurden Rufe laut wie auf manchen Veranstaltungen "Ausziehen, Ausziehen", nur hieß es hier "Vorzeigen".

Die regelmäßigen Besucher des Forums werden gemerkt haben, daß ich ein Fan der Firma Bäuerle geworden bin, wenngleich meine Begeisterung nicht so weit geht, hier eine Firmengeschichte zu schreiben. Aber meine bisherigen Arbeiten mit diesen Maschinen haben mir gezeigt, daß das gestandene Profimaschinen sind, noch ohne elektronischen Schnickschnack, nein, richtig schöner schwerer und sauber verarbeiteter Guß, in den soweit möglich DIN-Teile eingebaut wurden, so daß die üblichen Verschleißteile auch in ferner Zukunft keine Beschaffungsschwierigkeiten verursachen dürften.

Aber nun zur Geschichte in mehreren Teilen, und zwar deshalb in mehreren Teilen, weil ich
a) mehrere Bäuerle-Maschinen mein eigen nenne und
b) jetzt die 2. Kombimaschine bei mir steht (und die erste wieder verkauft wird)

Im Spätsommer 2004 reifte bei mir (Jahrgang 1947) die Idee, daß ich auch im Rentenalter einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen will. Vorbild war der Schwiegervater meines Bruders, ein Landwirt, der nach 65 mit der Holzbearbeitung (Drechseln, Bänke und Spinnräder bauen) anfing und das bis zu seinem Tod mit 92 Jahren machte. Ich kann jetzt nicht mehr genau sagen, was zuerst war - das Forum oder die Maschine. Jedenfalls kaufte ich im e*** die nachfolgend gezeigte Maschine.

Nun war ich so naiv gewesen zu glauben, für so eine Maschine sei es ein Leichtes, einen Schiebeschlitten nachzukaufen bzw. anzupassen. Diverse Threads hier zeugen von meinen Bemühungen. Nach den Warnungen aus dem Forum vor den diversen "Blechausführungen" (danke nochmal) habe ich mich für einen "Zapfenschläger oder Zapfenschlitten" von Oppold entschieden und den mit einer Hilfskonstruktion, aber ähnlich stabil wie der Gußtisch an die Säge angebaut.

Nur hatte diese Lösung zwei Nachteile:
a) der Schiebeweg liegt nur bei 84 cm und - weit gravierender,
b) es gibt keine seitliche Abstützung für schwere Teile

Nachdem der Schiebetisch so eingestellt war, daß der Abrichtanschlag so gerade eben nicht auf dem Sägetisch kratzte (natürlich über dem gesamten Weg), aber auch kein Blatt Papier dazwischen passte und der Winkel nach der 5-Schnitt-Methode eingestellt war konnte ich endlich ohne viel Aufwand winkelgenaue Schnitte in beliebiger Stückzahl bei absolut gleicher Länge herstellen.

Mit etwas Wehmut trenne ich mich jetzt von dieser Maschine, die mir gezeigt hat, welche Vorteile eine solide Stätionärmaschine vor einer HKS Baujahr 1975 ohne Führungsschiene hat. Aber, das Bessere ist des Guten Feind und so zeige ich Euch noch ein Bild des Unterbaus der Neuerwerbung, natürlich eine Bäuerle, pardon OKOMA, aber ich will die Firmengeschichte ja nicht erforschen.

Hier nun die Bilder:

So sieht die KFL incl.des vorhandenen Zubehörs aus. Alle Anschläge/Führungen sind dicht gedrängt zu sehen.

Für den Schiebeschlitten wurde massives Flacheisen (10 mm) genommen und Löcher mit Gewinde in die Gußplatte eingebracht. 12-mm Schrauben in Qualität 8.8 dreht man so leicht nicht den Hals ab. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen wurden aber noch Muttern angeschweißt für's genaue Einstellen.

Der Ablänganschlag ist eine Eigenkonstruktion aus Alu-Profilen, die sich so angesammelt hatten. Immerhin bis 3 m Länge reichen Anschlag und Bandmaß. Schwere Sachen kann man mit einem Niederhalter fixieren und dann weiter links außen beim Sägen stützend halten - geht, aber Notbehelf wenn es links vom Sägeblatt über 1 m hinausgeht.

Das Bandmaß im Ablängabschlag wurde mit Nieten fixiert und das Bandmaß selbst in eine Aussparung eingehängt. Es läßt sich leicht aushängen um vorne am Anschlag anzuliegen. Der Anschlagwinkel sollte natürlich bis Oberkante Ausziehprofil gehen, fand sich aber nicht in der Zauberkiste...

Bis ca. 1,80 m dient dieser Anschlag. Ein Alu-Flacheisen aus dem Schrott, aber offensichtlich mit genauen Winkeln, befestigt mit einer speziellen Schraubzwinge, die ich zufällig bei meinem Schraubenhändler sah (von Metabo).

Soweit zur alten KFL, die in wenigen Tagen im Marktplatz erscheinen wird ehe sie dann weltweit offeriert wird.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die "Neue" möchte ich Euch dennoch schon geben. Ich will da auch noch alle Führungen säubern, die Keilriemen erneuern und dann erst den Tisch montieren, den der Verkäufer (Topp und e***) vor dem Transport demontiert hatte.

Das wär die erste Geschichte, die dann wohl bald ein Ende oder besser einen neuen Anfang in neuen Räumen finden wird. Fortsetzung folgt und ich will versuchen, die Reinigungsarbeiten festzuhalten auch vor dem Hintergrund um zu zeigen, daß auch so eine Maschine ohne Klimmzüge in einen Keller zu bringen ist.

Fragen beantworte ich gerne und kann bei Bedarf auch noch weitere Bilder zusenden oder hier einstellen.

Schönen Abend

Heinz

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