Juuma Türenspanner - auch für Leimholzherstellung

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Re: Alternative Talg
Antwort auf: Alternative Talg ()

ha !
jetzt sind wir bei den Rezepten der Altvorderen angekommen! Der Witz an der Geschichte : sie funktionieren ! Schon mein Grossvater (an dieser Stelle stöhnt meine Tochter und rennt aus dem Zimmer), also schon mein Grossvater benutzte "Schmer", das ist Schwäbisch und bedeutet "Fett", zum Einreiben von Sägeblättern, Hobelsohlen, aber auch Werkzeugstielen, wie Spaten, Hammer etc.
Er nahm keinen Rindertalg, den hätte er kaufen müssen und die Zubereitung ist ein bisschen umständlich, sondern schlicht und einfach einen Saunabel. Das ist ein Fettklumpen, der um den Nabel eines Schweines wächst. Der Nabel kann vom Metzger nicht verwendet werden, man erhält ihn umsonst. Man muss ihn auch nicht aufbereiten, sondern verwendet ihn so roh, wie er ist. Erstaunlicherweise wird ein Saunabel nicht ranzig - ich verwende immer noch das alte Stück, das ich von meinem Vater geerbt habe (und der ist auch schon wieder 15 Jahre tot).
Ich bin weder Chemiker noch Biologe und weiss nicht, warum ein Nabel nicht schlecht oder ranzig wird, aber es ist so.
Mein Vater pflegte immer zu sagen, dass Werkzeugstiele, die mit einem Nabel geschmiert wurden, keine Blasen verursachen. Stimmt. Ich habe schon lange keine mehr gehabt. Und über das Gusseisenbett meinen Drehbank streiche ich auch gelegentlich damit drüber - kein Rost und einen leicht gleitenden Reitstock bzw. Handauflage.
Redet mal mit Eurem Metzger und probiert es aus - es kostet nichts, funktioniert und ist umweltfreundlich.
viele Grüsse
reinhold

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