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Re: Holz im Bad / für Waschtisch-Schrank - Öl

Hallo Andreas,

erstmal zur Oberfläche: Ja, gebeizte Hölzer lassen sich ölen. Es sollten in deinem Fall natürlich Öle verwendet werden, die für die häufige Feuchtebelastung geeignet sind - auf der DDS-Website findet man eine Marktübersicht aus dem März 2018, die man vielleicht als Grundlage für weitere Recherchen benutzen kann. Sofern du schon ein erprobtes Material hast, dann würde ich natürlich das verwenden. Ich habe kürzlich mit Zweihorn NHWO gearbeitet - das macht einen ganz guten Eindruck und hast eine (für mich) deutlich angenehmere Konsistenz als Osmo HWÖ oder Saicos Premium HWÖ. Letzteres habe ich einige Jahre lang immer wieder verwendet, aber bin aufgrund der (es folgen subjektive Eindrücke, keine Laboruntersuchungen) immer viskoser werdenden Konsistenz und des unangenehmer werdenden Geruchs davon abgekommen. Außerdem scheint das NHWO etwas weniger Stoffe zu enthalten, die wohl nicht unbedingt nötig sind (Co-Trockner, Hautverhinderer). Allerdings feuert NHWO wirklich nicht an, was in deinem Fall eventuell gar nicht so optimal ist. Leinölhaltige Rezepturen sind dagegen meist stark anfeuernd.

Es kann passieren, dass die erste Ölschicht noch ein wenig der Beizfarbstoffe/pigmente anlöst bzw. leicht den Beizton annimmt. Das ist meiner Erfahrung nach kein Problem, weil die Farbstoffe in der ersten Ölschicht nach dem Trocknen gebunden sind und die nächsten Schichten dann ihren farblosen und damit auch nicht abfärbenden Charakter behalten.

Was ich immer (!) empfehlen würde: Muster anlegen (Beize und Öl) und, falls möglich, auf Erfahrungen zurückgreifen. Es können sich auch solche ergeben, die vom ansonsten wirklich guten Merkblatt abweichen, z.B.: Beim NHWO würde ich den Überstand niemals (!) eine Stunde stehen lassen, der ist nicht mehr abzuziehen/wischen. Bei einer Zwischenschicht mit sowieso folgendem Schliff nicht schlimm. Die Deckschicht sollte hingegen (das Holz muss sowieso schon gesättigt sein, wenn die aufgetragen wird) noch im relativ nassen Zustand sauber mit Lappen, Pinsel, Schwamm, Ballen (das ist Geschmackssache) sauber und sehr gleichmäßig dünn abgezogen werden. Das kann man bei den vorhergehenden Schichten aber üben.

Als Beize würde ich vermutlich eine verarbeitungsfertige kf-Beize verwenden bzw. je nach gewünschtem Beizeffekt bei Clou, Zweihorn oder Rosner nachschauen. Oder das verwenden, was der freundliche Fachhändler oder Schreiner empfiehlt - falls du einen solchen Kontakt bzw. Ansprechpartner hast.

Was das Holz betrifft: etwas dunkler als die Eiche - Fliesen sollten Nuss (Euro und Ami), Apfel, Räuchereiche und geräucherte Robinie sein. Rüster/Ulme und Kirsche würde ich farblich als ähnlich zur Eiche und damit zu hell einschätzen. Eventuell wäre auch Themoesche eine Alternative. Das Räuchern (= Behandlung mit Ammoniak / Salmiakgeist), das bei den gerbsäurehaltigen Hölzern zu einer dunklen Färbung führt, kann man auch gut selbst durchführen, wenn man sich vorher etwas damit beschäftigt. Ammoniak ist relativ ungesund, aber bei der Anwendung an sich gut zu beherrschen.
Sofern du etwas gelagerte und sauber getrocknete Ware hast, sollte sich meines Erachtens jedes des Hölzer dafür eignen. Staunässe dürfte ja nicht auftreten und die Oberflächenbehandlung sollte natürlich sehr sorgfältig und allseitig (!) ausgeführt werden.

Ich wünsche viel Erfolg - herzliche Grüße,
Max

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