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Re: Fußbodenaufbau für eine Holzwerkstatt

Moin,

ich hatte vor Jahren ein ähnliches Thema. Nach der Umstellung von Öl auf Gas, habe ich die Wand, die den Heizugskeller abtrennte entfernt und auch die halbhohe Wand, die als Sperrwanne für die Öltanks diente herausgenommen.
Alle drei Böden waren unterschiedlich hoch und dort wo die Wände standen, waren auch etwas tiefere "Gräben", die bis auf die Betonbodenplatte gingen. Diese habe ich zunächst mit Mörtel gefüllt.

Über den kompletten Boden habe ich eine PE-trennfolie ausgebreitet und dann mit Perlite eine Ausgleichsschüttung vorgenommen.
Perlite dämmt auch noch etwas und verrottet nicht.
Mittels an den Wänden angedübelten Latten und einem darauf gleitenden Schlitten habe ich dann überall für gleiche Höhe gesorgt.
Das Perlite kann man gut mit einer Glättkelle verdichten; es klebt wegen der Wachsbeschichtung etwas zusammen, wenn es verdichtet ist.
Meine Schicht war zwischen 10 und 40mmm stark.Darüber habe ich dann 20mm starke PU-Platten auf Stoß verlegt und die Fugen mit Klebeband verklebt.
Die PU-Platten waren mit 1000kg/m² spezifiziert und man konnte schon fast darauf gehen. Habe aber lieber mit einem Brett als Arbeitsplattform gearbeitet.

Über die PU-Platten kam noch eine PE-Folie und abschießend 28mm OSB-Platten. Nut und Feder habe ich verleimt.
Vermutlich kommt man auch mit etwas dünneren Platten zurecht, denn die PU-Platten tragen sehr gut.
Die 15mm Randfuge habe ich mit PU-Schaum ausgeschäumt.
Theoretisch ist der ganze Bodenaufbau Wasserdampf-durchlässig. Wirkliche Bodenfeuchte habe ich nicht; es kann also allenfalls die übliche Betonrestfeuchte austreten.
Die Menge dürfte gering sein, und über den Bodenaufbau abdampfen. In den letzten 20 Jahren habe ich keine negativen Effekte feststellen können.

Der Boden ist recht stabil. Meine Kombimaschine mit 1200kg verkraftet er mühelos.
Beim Aufstellen meiner Drehmaschine (300kg), habe ich mit einer Maschinenwasserwaage überraschenderweise kein Nachgeben feststellen können, wenn ich meine 75kg davor bewege.
Die Waage kann 0.02mm Veränderung pro Meter auflösen.
Andere Leute haben bei einem Estrichboden von Riesenproblemen berichtet, da bereits ein Schritt nach rechts oder links reicht, um die Waage ausschlagen zu lassen und damit das Ausrichten des Bankbettes unmöglich macht.

Die Wasserwaage auf dem Schiebetisch meiner Kombimaschine schlägt allerdings deutlich um ca. 0.2mm aus; der Boden ist also nicht überall gleich gut verlegt.
Dennoch, für Holzwerken ist der Bodenaufbau allemal stabil genug.

Gruß,

Uwe

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