Allgemeines Holzwerkerforum

Re: "Reparatur Lamello-Fräse und 3D-gedruckter Sta

Hallo Ihr beiden,

die 3D-Druckerei hat ja erst vor 10 Jahren Fahr aufgenommen, nachdem wesentliche Patente ausliefen und eine breite gefächerte Entwicklung auf open source-Basis begann. Die Erwartungen waren zu Anfang riesengroß, aber auch recht unrealistisch. Dann setzte aus meiner Sicht eine Ernüchterung ein, und jetzt wird ein Bisschen verschlafen, wie sehr sich die Technik inzwischen gemausert hat, und wie viel Potential sie noch hat.
Ein Bremsklotz war aus meiner Sicht, dass ein Teil der Entwickler wenig technische Vorkenntnisse hatten, und sich so teilweise Entwicklungsrichtungen und Komponenten etablieren konnten, die wenig optimal waren, gerade auf dem Gebiet der Mechanik.

3D-Druck ist ein Fertigungsverfahren wie jedes andere, mit Einarbeitungsaufwand, Möglichkeiten und Grenzen. Man muss sich im Kopf aber ziemlich umstellen, um die Möglichkeiten zu erkennen. Es ist eben ein additives Verfahren, keine Späne, aber mit sehr geringer Ausbringungsgeschwindigkeit. Da gezeigte Teil hat über 8 Stunden gebraucht, aber das macht der Drucker ja alleine, ich gucke nur am Anfang zu und zwischendrin über eine Webcam. Da so ein Drucker mit ca. 300€ nicht allzu teuer ist, kann man auch mehr davon hinstellen, wenn man richtig etwas produzieren möchte. Bei Prusa Research, einem 3D-Drucker-Hersteller, haben Sie richtig eine Halle voller Regale mit 3D-Druckern, die die Teile für die Produktion herstellen. Die Drucker kosten vermutlich ähnlich viel wie eine Spritzgussmaschine mit gleicher Produktionsgeschwindigkeit, aber man kann von heute auf morgen eine Änderung einfließen lassen. Dafür hat man weniger Freiheiten, was die Materialwahl angeht, Details sind gröber und Oberflächen weniger hübsch.

Wofür könnte der Holzwurm so ein Ding gebrauchen? Verkleinerte Prototypen, Absaugadapter, Anschläge, Halter, Knöpfe, Tischeinsätze, Schärfvorrichtungen, Staubmanagement, Beschläge, all das Zubehör, das eine Festool zur Festool macht....
Und Reparaturteile: Ich habe z.B. einen Lüfterkranz für die Motorwelle vom Handrührgerät konstruiert und gedruckt. In Frage kommen Teile, die keine große Masse haben, nicht allzu fest und wärmebeständig sein müssen, komplizierter geformt oder eher räumlich ausgedehnt sind. Den Lamello-Absaugadapter hätte ich auch anders herstellen können, aber was für ein gepfriemel und dazu ein Berg Späne von ehemals teurem Material.

Man muss sich vor dem 3D-Druck allerdings in 3D-CAD einarbeiten, das ist die Grundlage.

Ich wollte nur mal auf die neuen Möglichkeiten hinweisen, die sich hier schleichend ergeben haben.

Viele Grüße,

Bob

[ Antworten ]

Beiträge zu diesem Thema

- -