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Dickenhobel ohne vorherigem fügen am Abrichthobel

Hallo Elias,

Sinn der Abrichte ist es Referenzflächen zu schaffen die in 90° zu einander stehen. Die den abgerichteten Flächen gegenüberliegenden unbehandelten Flächen können dann an der Dickte zum einen parallel zu den Referenzflächen gehobelt werden und zum anderen kann eine einheitliche Dicke aller Bretter erzielt werden. Haben deine Bretter bereits eine einheitliche Dicke und sind sie vielleicht schon so gerade, dass beim Besäumen (oder Auftrennen) die Schnittflächen mit 90° zu den breiten Flächen stehen, könnte das Abrichten und Dickten der zur Schnittfläche senkrecht stehenden Flächen (theoretisch) entfallen. Ich halte dies aber für sehr unwahrscheinlich. Hängt ganz vom Material, Verwendungszweck und deinen Ansprüchen ab.

Ich persönlich schaffe es nicht, fügefertige Schnittflächen mit der Kreissäge herzustellen (habe nur eine HKS mit Führungsschiene).
meine Vorgehensweise:
Prüfen der Bretter, Planen und Markieren
Besäumen bzw. Auftrennen
Anordnung der Bretter festlegen
Breite Flächen Abrichten/Planhobeln
Eine Schnittfläche Abrichten (hierbei bevorzuge ich konkave Flächen)
An der Dickte die breiten Flächen auf einheitliche Dicke hobeln
die zweite Schnittfläche an der Dickte parallel zur ersten Hobeln (jedes Brett hat i.d.R. eine individuelle Breite)
Die Bretter aneinanderlegen und längs so verschieben, dass ein gewünschtes Bild der Maserung entsteht und anschließen Markieren um die genaue Position wiederherstellen zu können (Schreinerdreick oder Ähnliches)
Jetzt kommt der schöne Teil...die Schnittflächen nacheinander mit dem Handhobel komplett plan und in Bezug auf die Schnittfläche des dazugehörigen Brettes hobeln. Hierbei prüfe ich die Fügefläche mit der Lichtspaltmethode und die 90° Winkel mit dem Schreinerwinkel (ein guter Winkel und ein möglichst langes Lineal sind m.E. unerlässlich zum Prüfen).
Dies sooft wiederholen, biss die Platte fertig zusammengelegt werden kann.
Abhängig von der Breite der gewünschten Platte verleime ich dann die Bretter einzeln oder alle zusammen (Gefühlssache und abhängig davon, ob ich das Gefühl habe, dass die Platte beim Verleimen buckelt oder nicht). In jedem Fall hilft es die Platte probeweise ohne Leim zu Verspannen.
Wie man die das Fügen ohne Versatz hinbekommt ist ein Geheimnis, dass ich auch noch am ergründen bin.
Das Ablängen der Platte und Herstellen der endgültigen Maße, erledige ich ganz zum Schluss.

Ein Platte herstellen dauert bei mir immer recht lange...macht aber enorm Spass. Der Unterschied zwischen maschinell (lieblos) hergestellten Platten und händisch hergestellten Platten, bei denen die Bretter einzeln ausgesucht und ausgerichtet wurden, die Brettbreiten unterschiedlich sind und allgemein etwas Enthusiasmus eingebracht wurde...ist enorm.

Grüße und viel Erfolg.

Michael

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