Handbehauene Raspeln von Liogier

Allgemeines Holzwerkerforum

Re: Ein Kommentar dazu
Antwort auf: Re: Ein Kommentar dazu ()

Hallo Rolf,

(Mindestens zwei Artikel darin sind eine Katastrophe bzw. Dokumente der Kenntnislosigkeit. Der Verlag hätte allen Grund gehabt, sich dafür bei seinen Lesern zu entschuldigen!)

Das ist schon eine gewagte Aussage! Magst du dazu ein paar Fakten bzw. Textstellen nennen, die das belegen?

Mir war die Vorrichtung von Anfang an "zu mächtig", sprich zu aufwendig und umständlich.

Kopierfräsen gibt es bereits seit vielen Jahrzehnten. Sie werden z. B. gerne im E-Gitarrenbau eingesetzt, um den Korpus samt Einfräsungen für Pick-Ups, Potis, Hals etc. herzustellen. Hier mal ein Bild von einem solchen Gerät bei der Herstellung eines E-Gitarrenkorpus:

http://www.cloneduplicator.co.uk/clone_3d/index.htm

Meine Version unterschiedet sich in der grundlegenden Konstruktion kaum von der im Link gezeigten, die allerdings bei 2.500 Euro beginnt! Auch ich verwende Stahlrohre für die X-Y-Achse, habe aber aus Kostengründen keine Linearlager eingesetzt, sondern günstige Skateboard-Kugellager mit einer Holzkonstruktion. Und ich war überrascht wie präzise und sauber das Ganze mit Kugellagern auf den Edelstahlrohren läuft. Das meine Version etwas massiver daher kommt, ist auch dem aus Plattenwerkstoffen konstruierten Maschinenhalter samt Taststift geschuldet. Allerdings ist die gesamte Konstruktion weder aufwändig noch umständlich und der Nachbau sollte einem fortgeschrittenen Holzwerker keine Probleme bereiten. Auf jeden Fall ist diese Kopierfräse mit Materialkosten von etwa 130 Euro deutlich günstiger als jede Kauflösung - für die es offensichtlich Interesse und auch Kundschaft gibt.

Übrigens basiert meine Version mit den Kugellagern und den Edelstahlrohren auf dieser Konstruktion hier im Video:

https://www.youtube.com/watch?v=4_gy8gwI9TU&t=139s

Für die zwei Einsatzzwecke, auf die etwas näher eingegangen wurde braucht man die Vorrichtung meiner Meinung nach nicht. Für die Saftrinnen tuts eine Schablone, die Eierbecher stellt man besser auf einer Drechselmaschine her (wenn man denn eine hat).

Selbstverständlich kann man die Saftrinne auch mit OF und passender Schablone herstellen. Viele Wege führen nach Rom. Das zeigt du uns doch immer wieder gerne, wenn du Platten mit der OF auftrennst ;-)

Ich weiß nicht, ob du bemerkt hast, dass die Eierbecher eine ovale Fußform haben (steht aber deutlich im Text und wird auch im Video erwähnt!). Ich weiß auch nicht, wie gut du dich mit dem Drechseln auskennst, aber das Ovaldrechseln ist ganz sicher keine Anfängertechnik.

Hier mal ein Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=45voBfoILeQ

Es ist aber generell schwierig die passenden Anwendungen und Vorlagen zu finden, die das Einsatzspektrum einer Vorrichtung am schönsten verdeutlichen. Ich dachte der ovale Eierbecher wäre so eine 3-D-Vorlage und sicher interessanter als ein Gitarrenkorpus, eine Beethovenbüste oder ein Gewehrschaft. Denn das sind sonst so die üblichen Vorlagen, die mir aber auch alle nicht zur Verfügung standen.

Dass Du hier keine Resonanz bekommen hast spricht auch für eine gewisse Ablehnung des Projekts.

Ich finde das Wort „Ablehnung“ hat immer einen etwas negativen Beigeschmack und wertet ein Projekt, für dass sich durchaus Holzwerker interessieren, unnötigerweise ab. Die Frage, die sich ein jeder - egal um welches Projekt es sich handelt - stellen sollte: Habe ich tatsächlich Bedarf an den Möglichkeiten, die mir damit geboten werden?
Und dass das Thema Kopierfräse durchaus bei Holzwerkern von Interesse ist, beweist mein Video dazu auf YouTube, das mit fast 600.000 Aufrufen in etwas mehr als einem Jahr (!) für mich Resonanz genug ist.

Für alle, die es interessiert und sehen möchten, dass die Kopierfräse auch tatsächlich funktioniert, hier der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=b95apXHQjrg

Viel Spaß beim Anschauen und schöne Grüße

Guido

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