Juuma Einhand-Simshobel

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Re: Vorschlag Blattwechsel an Hegner

Hallo zusammen,

die Sonderklemme für Innenschnitte steht auch noch auf meiner Wunschliste, die werde ich vermutlich in Bälde besorgen; dazu noch ein paar weitere Klemmen, um schnell zwischen verschiedenen Blättern springen zu können.

Als mir vor einigen Jahren eine schon Jahrzehnte alte Polycut mit Drehstrommotor (!) über den Weg gelaufen ist, konnte ich nicht nein sagen. Zugegebenermaßen hat die Maschine dann eine Zeit lang eher ein Schattendasein gefristet. Inzwischen ist sie fester Bestandteil der Werkstatt und hat einige (weitere) Betriebsstunden auf dem Zähler. Die Maschine ist vorbildlich simpel (die Form folgt der Funktion, nichts Überflüssiges), robust und präzise aufgebaut und man bekommt auf Messen und telefonisch bei Bedarf eine sehr fundierte Beratung direkt vom Hersteller, der dieser Bezeichnung noch wirklich gerecht wird. Kein Kistenschieber, sondern ein Betrieb, der wirklich fertigt und seine Maschinen so bis ins Detail kennt. Und Zubehör / Ersatzteile sind nach Jahrzehnten noch lieferbar.
Aus meiner Erfahrung heraus ergeben sich also die Anwendungen für so eine Maschine durchaus mit der Zeit. Erst wenn man die Möglichkeit hat, kann man sie auch nutzen - manch langwieriger Arbeitsgang (zB bei der Herstellung von Frässchablonen) geht damit um ein Vielfaches schneller. Auf die Idee bin ich aber erst gekommen, als die Maschine verfügbar war...

Mich begeistert besonders an der Hegner, dass es daran nichts gibt, das mit dem Blick auf eine Begrenzung der Lebensdauer ausgelegt zu sein scheint - sondern auf dauerhaftes Funktionieren. Deshalb finde ich den Preis eigentlich relativ fair - mit den ganzen Billigversionen aus dem Baumarkt oder von irgendwelchen Onlinehändlern, die es in allen Farben des Regenbogens gibt, hat so eine Maschine nichts gemein (außer vielleicht das grundlegende Funktionsprinzip). Eine Bohrmaschine von Fein (besonders die älteren klassischen Modelle mit Alukäfig im Duroplastgehäuse), Schlagbohrmaschine von Metabo (oder alte AEG SB2E), Oberfräse von Scheer oder ein Bohrhammer von Duss hat mit den grundsätzlich ähnlichen Maschinen aus der Baumarkt-Billigschiene oder sonstigen Quellen ähnlichen Niveaus auch wenig gemein. Der zehnfache (Neu)Preis der hochwertigen Maschinen ist bei näherem Hinsehen durchaus auch technisch gerechtfertigt; im Hinblick auf Aspekte der Nachhaltigkeit sowieso.
Im Übrigen halte ich es nicht für nötig, bewährte Lösungen unbedingt durch neue Entwürfe zu ersetzen. Eine fortschreitende Entwicklung und Verbesserung ist natürlich begrüßen - aber die Neuartigkeit einer Konstruktion ist kein Gütekriterium. Ein gutes Beispiel dafür sind unter anderem auch die selbstspannenden Bohrfutter von Albrecht.

Für alle erfahrenen Dekupiersäger ein alter Hut, für mich eine wichtige Erfahrung: Der Einfluss der Sägeblätter auf den Arbeitsfortschritt und das Ergebnis ist extrem groß, da lohnt es sich meiner Erfahrung nach durchaus, ein wenig zu probieren (was bei den Preisen ja gut vertretbar ist). Mit den passenden Blättern kann man sich bei manchen Arbeiten durchaus die Stichsäge oder die Bandsäge sparen. Ein Universalblatt, das viele Arbeiten abdeckt (wie zB ein ~Z48 Wechselzahn bei ø315-350 für die Kreissäge) habe ich bisher nicht finden können. Ich gehöre aber auch eher zur ungeduldigen Sorte Maschinenbenutzer, der Fortschritt beim Sägen ist mir also durchaus wichtig.

Vielleicht hilft dieser kleine Rundumschlag ja manchem, der auch lange mit der Entscheidung hadert, ob man so eine Maschine "braucht". Ich möchte meine nicht mehr missen.

Viele Grüße
Max

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