Juuma Einhand-Simshobel

Allgemeines Holzwerkerforum

Bild der Woche / Schränkchen halb laut, halb leise *MIT BILD*

Hallo Holzfreunde,

wie das immer so ist …

Einige Worte zum Bau eines Medikamenten-Schränkchens (wie meistens aus Resten):

Einfach, schnell und funktional sollte es sein (wenn das mal gut geht!).
Also schnell mal nach Material gesucht … für den Korpus ein Stück Tischlerplatte (Seitenwand eines alten Kleiderschrankes).
… da fallen mir zwei Glastüren einer alten Wohnzimmer-Schrankwand in die Hände – au ja, Glasböden im Schränkchen.
… ein Reststück Sperrholz für die Rückwand war auch schnell gefunden.
… Für die Tür hatte ich ein Stück Multiplex vorgesehen…

Das erste Missgeschick (von vielen) war, aus der Tischlerplatte die maximal möglichen Korpusmaße zu zuschneiden.
Außenmaß 770 mm x 375 mm x 200 mm – Sch…, die für die Tür geplante Platte ist zu klein.
Na gut, war eh zu langweilig … also Rahmen und Füllung – dann aber auf Gehrung geschlitzt.
Die Multiplexplatte ist zu dick als Füllung, die Alternativen sind nicht groß genug – also zwei getrennt Füllungen.
Passende Rahmenhölzer gesägt und auf Maß gehobelt. Die10 mm-Nuten für die Füllungen schön von Hand gehobelt –
das macht Spaß – so viel, dass ich nicht nur den Mittelfries auf beiden Seiten genutet habe, sondern auch die beiden langen.
Oh Mann … ändern geht nicht. Erstens kein passendes Holz mehr da und zweitens wegsägen entfällt weil mir die Dimensionen nicht mehr gefallen würden.
Also wird’s zum Stilmittel erhoben und als Griffleiste ausgegeben.

Glastüren kann man übrigens prima mit dem Fliesenschneider in kleinere Glasböden zerteilen (wenn es das richtige Glas ist).
Würde man den Korpus zum Maßnehmen richtig zusammensetzen (wie später verleimt / mit Zwingen) … was soll ich sagen …
Ich habe es geschafft und alle Glasböden sowohl in der Breite als auch in der Tiefen um 5 mm zu lang zu zuschneiden.
Ach was soll´s … das Glas ist ja schließlich 5 mm dick – dann kann man auch 5 mm kürzen – hat in der Breite bei 5 von 6 Böden geklappt (die Kante war halt nicht mehr so schön – egal, sieht man nicht in der Nut der Korpusseite). Einer hatte irgend wie eine andere Form als rechteckig im Sinn.
So, jetzt habe ich 5 Böden aber 6 Nuten – gut wird einer eben nur halb so tief (kann man notfalls als so gewollt verkaufen (für Flaschen oder so)). Halbe Nut wieder verschließen.
5 mm kürzen an der langen Seite? Ist mir zu heikel. (bei meinem Glück hab ich am Ende nur noch Bruch). Aber wohin damit? Ha, die Rückwand nuten – die ist aber nur 7-8 mm dick … das wird nichts.
Also andere Rückwand – 10 mm Sperrholz habe ich noch – ooch nee, der Falz im Korpus hat nur 8 mm, die Rückwand springt jetzt 2 mm vor. Mist.
Okay, wird als Schattenfuge deklariert.
Das ich mir beim Rahmen noch konkave, flache Fasen innen ausgedacht hatte (mit dem Schrupphobel gemacht), rechte sich dann beim Einzapfen des Mittelfrieses – der Pfusch wurde mit Furnier betont – ist jetzt DAS Designelement.
Als die Tür dann endlich so einigermaßen hingedengelt war musste natürlich zu guter letzt noch einer sein: Die drei Schrauben des Möbelbandes zeigten sich dezent am „Nutgrund-Design-Blödsinn“ im Rahmen der Tür und erforderten noch eine spezielle Abdeckung auf Maß.

Ich lass mal diverse kleinere Leimspuren die sich wunderbar in der Beize abzeichnen außen vor – sieht man auf den Bildern eh nicht …

Und die Moral von der Geschicht:
Nicht verzagen – hat trotzdem Spaß gemacht – aus Fehlern lernt man (hoffentlich … irgendwann)

Herzliche Grüße und schöne Werkstattzeit
Daniel

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