Juuma Ganzstahlzwingen

Allgemeines Holzwerkerforum

Dübelstäbe herstellen

Auf Youtube findet man ja zahlreiche Videos über die Herstellung von Dübeln bzw. Dübelstangen mit unterschiedlichen selbst gebauten Gerätschaften. Ich wollte mal probieren, welche davon brauchbar sind. Also habe ich mir mal aus Palettenholz (Fichte und vermutlich Erle) Vierkantstäbe 11,5x11,5 mm gesägt und die Kanten mit dem Hobel etwas entschärft, so dass sie ins 13-mm-Bohrfutter passen.
1. Versuch: Eisenplatte mit 10er Loch, diagonal 4 Schnitte geflext. Ergebnis: Nichts.
2.Versuch: Eisenplatte mit 10er Loch in Randnähe, vom Rand her in einem Winkel von ca. 45° zur Plattenebene einen Schlitz bis zum Loch gesägt, und die Seite rechts vom Schlitz (= Schneide) etwas nach vorn geklopft. Ergebnis: Schneller Schnitt, Stab zunächst ziemlich franselig, aber beim Zurüchziehen glättet er sich. Dann noch mal hin und zurück durch ein reines 10er Loch gezogen, so dass der Stab noch glatter wird.
3. Versuch: Dito mit diesen Rundstäben durch ein 8er und schließlich durch ein 6er Loch, jeweils mit Schneide. Ergebnis wie im 2. Versuch.
4. Versuch: Ich dachte mir, Rampa Muffen haben doch schon am einen Ende einen Konus und 2 Schlitze, die müssten doch wie Schneiden wirken. Also 8er Rampa Muffe aufgebohrt auf 8 mm und mit 10er Stab probiert. Ergebnis: Nichts.
5. Versuch: Mit der Flex weitere Schnitte und etwas tiefer in die Muffe geschnitten, so dass diese insgesamt 8 Schneiden hatte. Ergebnis: Es geht recht langsam voran, aber der Stab ist glatt wie ein Kinderpopo.
6. Versuch: Nächste Rampa Muffe kreuzweise mit der Flex eingeschnitten, und einen der 4 Zacken weggeflext. Ergebnis: Flotter Schnitt, Schnittqualität etwas besser als bei den Versuchen 2 und 3.
Bei den Versuchen 5 und 6 ging das Rückziehen des Stabs bei laufender Bohrmaschine etwas schwer, da scheinen sich irgenwelche Fasern zu klemmen. Das Problem konnte ich aber beheben, indem ich beim Zurückziehen den Rückwärtsgang wählte.
Nach allen Versuchen hielt ich zum Schluss noch Schmirgelpapier an die rotierenden Stäbe. In allen Versuchen war das Ergebnis recht genau, 10 bzw. 8 bzw. 6 mm +/- 0,1 mm.
Einige Stäbe klopfte ich noch durch eine Dübelschablone, um eine Riffelung zu erzeugen.
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1. Reihe: Löcher 10, 6 und 8 mm, jeweils mit 1 Schneide.
2. Reihe: Rampa Muffen mit 8 und mit 3 Schneiden.
Darunter von oben nach unten:
- Vierkantstab, Kanten gehobelt,
- 10er Stäbe: Fichte, Erle, Erle mit Riffelung,
- Dito 8er Stäbe,
- 6er Stab ohne Riffelung.
Fazit: Man kann sich mit einfachen Mitteln selbst Dübel herstellen, auch in Holzarten, in denen es keine käuflichen Dübel gibt. So glatt wie die gekauften werden sie nicht. Aber ich denke, die etwas rauere Oberfläche könnte von Vorteil sein beim Verleimen.

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