Schleifzylinder

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Re: Welcher Forstnerbohrer?

Hallo Ernst,

ich habe zur Feier meines 60. Geburtstages etwa 30 Birkenastabschnitte mit stirnseitig eingelassenen Teelichtern hergestellt. Die Anfrage dazu kam von meiner Frau, und meine spontane Antwort war: das kannste vergessen, dafür habe ich kein Werkzeug.

Nach einigem Nachdenken habe ich mich dann doch ans Werk gemacht. Allerdings nicht mit einem teuren Spezialbohrer etc., sondern mit der Oberfräse und einem vorhandenen Kopierfräser (12,7 mm Nutfräser mit Kugellageranlaufring). Das hat super geklappt und funktionierte sogar bei Birkenästen, deren Durchmesser kaum größer als der Teelichtdurchmesser ist.

In ein Reststück einer MDF-Platte habe ich am Bohrständer ein passendes Loch gebohrt (mit einem Forstnerbohrer aus einem Baumarkt-Billig-Set bzw. einem Topfscharnierbohrer). Das Loch in der MDF-Platte war meine Schablone für's Kopierfräsen.

Die Birkenabschnitte wurden auf der Kapp- und Gehrungssäge sauber geschnitten und anschließend vertikal in die Hinterzange meiner Hobelbank gespannt (Stirnseite bündig mit Hobelbankoberfläche. Dann die MDF Schablone von oben drauf gelegt, mit Zwingen an der Hobelbank befestigt, Oberfräse rein, auf voreingestellte Tiefe runterdrücken und spiral-kreisförmig bis zum Schablonenrand fräsen - ruck zuck war das Loch für's Teelicht sauber bis auf den Grund gefräst. Ging schnell, an einem halben Nachmittag war alles fertig. Vorteil gegenüber dem Bohrer: kein großes Drehmoment und keine Ausrissgefahr am Bohrlochrand. Man kann ohne Ausriss bis fast zur Rinde fräsen.

Drei unterschiedlich lange Birkenstücke mit je einem Teelicht oben drin wurden mit einer Schleife zusammengebunden und auf jedem Tisch in ein rechteckiges kleines Holztablett gestellt, dessen Boden (in Anspielung auf meinen Lieblingswerkstoff) mit dem Abfallholz (einige dünne Birkenholzscheibchen) und mit Hobelspänen bedeckt war. Diese Tischdeko meiner Frau hat von den Geburtstagsgästen ein dickes Lob gekriegt. Die Gastfamilien durften sie anschließend mit nach Hause nehmen.

Vielleicht ist der Kopierfräser für Dich ja auch eine Alternative zum teuren Bohrer.

Gruß
Bernd

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