Juuma Einhand-Simshobel

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Wozu Schrupphobel mit Doppeleisen *MIT BILD*

Liebe Holzwerker,
ich möchte das Thema noch einmal aufwärmen, weil die Ausgangsfrage in meinen Augen nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnte. In einem Konvolut Handwerkzeuge, dem ich nicht widerstehen konnte, war auch ein Schrupphobel von Ulmia mit originalem Hobeleisen dabei. Beim Zerlegen musste ich feststellen, dass dieser ein Doppeleisen, d. h. Eisen mit Klappe/Spanbrecher/Spanstaucher besitzt. Hier ein paar Fotos von dem Hobel:

Wie in der Diskussion schon einmal gezeigt, gibt es alte Kataloge, die belegen, dass tatsächlich Schrupphobel in dieser Konfiguration angeboten wurden. Weil die alten Links nicht mehr funktionieren, füge ich mal ein paar aktuelle ein (Dank an Wolfgang Jordan!):
https://kataloge.holzwerken.de/index.html?name=ott_georg&lfdnr=2#&gid=1&pid=14
https://kataloge.holzwerken.de/index.html?name=ott_friedrich&lfdnr=2#&gid=1&pid=9
https://kataloge.holzwerken.de/emmerich_ce/001/bg_05_Seite_08.jpg

Kann inzwischen jemand sagen, wofür diese spezielle Konfiguration angeboten wurde? Für welche besondere Aufgabe waren diese Hobel gedacht?
In den ersten beiden Katalogen (von 1937 und 1940) werden Schrupphobel in mehreren Ausführungen angeboten, im letzten Katalog von 1952 werden nur noch die "Doppelschropphobeleisen" aber nicht mehr die kompletten Hobel mit diesen Eisen angeboten. Ich vermute deshalb, dass diese Variante in dieser Zeitspanne vom Markt verschwand. Was hat sich da in der Arbeitsweise verändert?
Wer viel Material abtragen will, der verwendet einen Schrupphobel mit Einfacheisen und glättet danach zunächst mit dem Schlichthobel, so dass die tiefen Furchen aber auch die Ausrisse weitgehend verschwinden, die der Schrupphobel hinterlassen hat, oder?
Ich muss es erst noch ausprobieren, aber ich vermute, dass sich mit dem Doppel-Schrupphobel nicht so dicke Späne abtragen lassen werden und die Klappe wird zusätzlich Kraft erfordern. Trotzdem hat das Eisen die identische Rundung (Radius), wird also auch recht ordentliche Furchen hinterlassen. Was ist der Vorteil, wenn man die gesamte Bearbeitung vom Schnittholz zum fertigen Brett betrachtet?
Vielleicht kann ja jemand von Euch neue Ideen oder auch "die Lösung" beisteuern?

Gruß
Martin

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