Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Westliche Handsägen - Der Zwischenstand

Hallo Thomas,

zu den billigen Fuchsschwänzen: Fuchsschwänze galten hierzulande wohl immer als nicht ernst zu nehmen. Als ich ein kleiner Junge war, hatte man im Haushalt - wenn überhaupt - als Säge einen Fuchsschwanz, und auch die Jungs sägten damit. Richtige Tischler arbeiteten mit der Gestellsäge oder Rückensägen, die Zimmerleute mit der Zweimannsäge (Schrotsäge). Dieses Image ist der Fuchsschwanz nie los geworden, dabei hat er seine Qualitäten: Unbegrenzte Schnittiefe und vor allem ist er besser zu steuern (durch Biegen des Blattes) als alle anderen Sägen. Ich habe eben mal nachgezählt: Bei mir in der Werkstatt hängen : 2 Gestellsägen (davin eine Rahmensäge), 2 größere Rückensägen, 4 Feinsägen, 2 große Fuchsschwänze (Disston) und 3 kleine.Gerade die letzteren schätze ich sehr, die Disstons sind in der Werkstatt zu groß, die sind zum Zimmern.

Der Hype um die Disston- Sägen hat schon seinen Hintergrund: Das ist eine tolle Qualität und es steckt auch viel Fertigungsaufwand dahinter, z.B. die an Rücken und Spitze dünner geschliffenen Blätter. Dsston machte sogar eigenen Stahl. Die großen Fuchsschwänze waren das typische Werkzeug der amerikanischen Pionierzeit. Die haben ja alles aus Holz gebaut und auf jedem Bild von damaligen Baustellen laufen Leute mit solchen Sägen rum, meist sehen sie erschreckend ausgemergelt aus, war shon ein herter Job.

Meine kleinen Fuchsschwänze (deutsch) sind ganz einfache Dinger, aus Bandstahl ohne Schnickschnack. Aber sehr gut.

Mach weiter!

Grüße, Friedrich

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