Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: 3-Klinker-Methode - experimentelle Analyse

Moin Horst,

eine Zwangsführung würde manche Fehler sicherlich eliminieren. Auf der anderen Seite kann es uns ja egal sein, auf welchem Weg wir zu einer Fläche kommen, die für unsere Zwecke plan genug ist.
So kann es durchaus sinnvoll sein, zunächst mögliche Fehler in Kauf zu nehmen, wenn man weiss wie man diese in einem zweiten kleinen Schritt ebenfalls beseitigen kann. Wenn diese Schritte ergonomisch und einfach durchzuführen sind, wäre es unter Umständen effektiver so einen Umweg zu machen.

Ich muss dazu nochmal meine eigene Motivation erklären. Nachdem ich, wie in der Schärfanleitung beschrieben, vorgegangen bin und einige Zeit mit dem Schleifen der drei Klinker verbracht hatte, war ich verwundert und irritiert, warum mein Lineal scheinbar widersprüchlich mal eine konkave Krümmung, mal eine konvexe Krümmung und in anderen Richtungen perfekte Parallelität gezeigt hat. So im Nachhinein ist mir das alles nun klar. In Längs- und Querrichtung war alles OK, aber die beiden Diagonalen waren konkav bzw. konvex, ich hatte also Sattelfläche geschliffen, warum auch immer.
Wenn ich das früher gewusst hätte, wäre ich sicherlich viel früher auf die Idee gekommen, die hohen Ecken abzunutzen, um den Fehler zu beseitigen bzw. zumindest zu verringern. Denn durch stures weiterschleifen in Längs- und Querrichtung, sowie kleinen kreisenden Bewegungen bin ich einfach nicht weitergekommen.

Ich hatte ja bereits geschrieben, daß ich die Steine in die kippelige Diagonalstellung drehe, um dann dort weiterzuschleifen. Wenn man sich nun mal statt rechteckiger Steine quadratische vorstellt, dann ist es so, daß die kippelige Diagonalstellung einfach eine Drehung um 90° darstellt. Also genau die, die man logischerweise machen würde, um beim weiteren Schleifen das Ausbilden einer Sattelfläche zu verhindern bzw. vorhandene hohe Ecken abzutragen. Die kippelige Diagonalstellung bei rechteckigen Steinen scheint mir also durchaus der beste Kompromiss zu sein, den man mit rechteckigen Steinen überhaupt hinbekommen kann, um ein Mindestmass an Rotation zu berücksichtigen, die dann letzlich zu einer planen Fläche führen wird, zumindest so plan es halt mit rechteckigen Steinen geht.

Gruß

Carsten

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