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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: 3-Klinker-Methode - experimentelle Analyse

Moin,

Vorsicht Grundlagenforschung und etwas Mathematik!

Ich habe zwei komplette Zyklen durchgespielt. Steine dabei nach rechts gedreht, so daß erneut Diagonalen übereinander liegen (maximale Kippelstellung).
feines SiC, nur in den hohen Ecken aufgestreut, kreisende Bewegung um diese Ausgangsstellung herum, ohne die Orientierung des oberen Steines zu verändern, jeweils 40 Züge, dann neues SiC und Steinwechsel
Beim zweiten Zyklus etwas größere Bewegungen

Das Ergebnis sieht vielversprechend aus:
In diesen beiden Zyklen sind die beiden niedrigen Ecken an jedem Stein übrigens permanent im Überstand gewesen, dort kann somit kein Material abgetragen worden sein.
Das ist auch nicht weiter tragisch, weil diese Stellen ja eh am niedrigsten sind und der Rest vom Stein gerne gleichmässig abgetragen werden darf, um sich dabei dem Niveau der niedrigen Ecken zu nähern.
Die grundsätzliche Form, die durch die Messpunkte gebildet wird, bleibt f(x,y)=a*x*y.
Die Krümmung des Sattels (Variable a in f(x,y)) war vorher -0.000026(1), nach den zwei Zyklen -0.000016(1), also deutlich signifikant weniger.
In Klammern am Ende der Fehler in der letzten signifikanten Stelle, wie es vom Programm gnuplot mit der Fit-Funktion berechnet wird.
Bezogen auf diese "gefittete" Sattelfunktionen bekommt man dann eine Restabweichung der Punktwolke der 22 Messpunkten von vorher +-0.025mm, und nachher +-0.02mm.
Mit anderen Worten, die Sattelfunktion beschreibt die Lage aller 22 Messpunkte im Raum mit einer maximalen Abweichung von 0.02mm, die Funktion ist also ein mehr als ausreichend gutes Model der Oberfläche der Steine.
Die verbleibende Sattelfläche hat übrigens ganz aussen in den Ecken eine maximale Abweichung von ca. 0.08mm bezogen auf eine ideale plane Fläche (vorher war es etwa 0.13mm).
Weiter innen ist die Abweichung entsprechend geringer. D.h. richtet man damit Schleifsteine ab, so kann man gut abschätzen, wie plan die Schleifsteine werden können. Das hängt halt davon ab, wie groß der abzurichtende Stein ist und wieviel Fläche vom Abrichtklinker man dabei verwendet.

Und was sagt uns das jetzt, also rein praktisch?

1.) Wenn man den Kippeltest gemacht hat und ein signifikantes Kippeln feststellen muss, dann hilft es, die Steine wie oben beschrieben einfach in der Kippelstellung mit kreisenden Bewegungen gegeneinander zu schleifen (natürlich unter Berücksichtigung der 3-Steine Methode).
Wie gesagt, bei mir haben zwei Zyklen genügt, um die deutliche Verbesserung hinzubekommen. Der Arbeitsaufwand für eine deutliche Verbesserung ist also wirklich gering.
2.) Wenn die (sauberen!) Steine nach dem Schleifen mir der 3-Steine-Methode in beiden Diagonalstellungen nicht signifikant kippeln sollten, dann müsste es gut genug sein. Plan sind die Steine sicherlich in aller Regel noch lange nicht, macht aber nichts.

Ich werde das ganze nun noch einmal wiederholen und dabei die kreisenden Bewegunden noch weiter vergrössern, um den effektiven Überstand zu den niedrigen Ecken weiter zu verringern, sprich um nun mehr Fläche zu bearbeiten. Mal sehen, was dann dabei herauskommt.

Gruß

Carsten

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