Schleifzylinder

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: 3-Klinker-Methode - experimentelle Analyse

Moin Friedrich,

ich habe gestern mal mehrere Zyklen durchgespielt. Ich habe mich dabei auf einfache Bewegungen beschränkt und bin sehr systematisch vorgegangen. Also längsrichtung, querrichtung, sowie beide Diagonalen, dabei keine Rotationen. Immer 50 Züge, und wie üblich durchrotiert.
Zunächst etwas gröber, dann mit feinem SiC, schön gleichmässig auf die Oberfläche verteilt.
Das ganze hat eine nur sehr geringe Verbesserung gebracht. Wenn man etwas mehr darüber nachdenkt, ist das auch logisch, weil bei diesen vier Bewegungsrichtungen die Steine in der Lage sind, den Sattelflächen in etwa zu folgen, zumindest wenn man die Züge nicht zu lang macht.
Man muss also andere Bewegungen finden, die das nicht tun, und da kommen wohl nur Rotationen in Frage. Wobei mir erstmal nur zwei Möglichkeiten eingefallen sind, wenn man die Steine nicht zu weit überstehen lassen möchte. Und zwar sind das Rotationen, bei denen die Diagonale des oberen Steins mit der Gegendiagonale des unteren Steins in Deckung gebracht wird. (bei einem Format 100x200 sind das ca. 53.3 Grad, 62.5% der Steinflächen liegen dabei übereinander). Bei mir ist die hintere linke Ecke tief, d.h. wenn ich den oberen Stein 53.3 Grad nach links drehe, dann liegen die tiefen Ecken übereinander und die Steine liegen erstaunlich satt auf. In dieser Stellung dürfte beim Schleifen kein großer Fortschritt zu erzielen sein, zumindest wenn es darum geht, die Sattelfläche einzuebnen.
Dreht man jedoch in die andere Richtung, bei mir nach rechts, dann liegen die hohen Ecken übereinander. Die Steine sind besonders kippelig und beim Schleifen in dieser Stellung müsste man die hohen Ecken sehr effektiv abarbeiten können. Das werde ich also als nächstes ausprobieren.
Insbesondere stellt sich die Frage, was passiert, wenn man nur die hohen Ecken abgeschliffen hat. Die tiefen Ecken und der Rest der Sattelfläche ist ja erstmal noch vorhanden. Wie gesagt, das kommt dann die nächsten Tage.

Als Zwischenfazit kann ich schon mal feststellen, daß es hiermit eine sehr einfache Methode gibt, zu kontrollieren, ob die Steine eine signifikante Sattelfläche ausgebildet haben oder eben nicht bzw. noch oder nicht mehr, und zwar ganz ohne Haarlineal oder Messuhr.
Man legt einfach die Steine trocken (und natürlich gesäubert) aufeinander und dreht dann einmal den oberen Stein zunächst nach links und dann nach rechts, bis jeweils erneut Ecken übereinander liegen.
In beiden Stellungen kontrolliert man das Kippelvermögen der Steine und das vorhandene Spaltmass in der Endstellung des Kippelns und vergleicht es miteinander.
Sind die Steine plan, wird man keinen Unterschied zwischen linker und rechter Stellung feststellen können.
Ist jedoch eine messbare Sattelfläche vorhanden, so ist der Unterschied eklatant. In der einen Stellung wird die Höhe des Spaltes letzlich verdoppelt, da nun eine hohe Ecke auf einer hohen Ecke liegt. In dieser Stellung ist damit ein deutliches Kippeln über die Diagonale die Folge.

Es wäre schon mal interessant zu wissen, wie das Ergebnis bei anderen Klinkerinhabern wäre. Habe ich z.B. beim Schleifen irgendeinen Fehler gemacht, der zu der Sattelfläche geführt hat? Ohne spezielle Rotationsbewegungen zu machen, kann ich jedoch nicht von dieser Form wegkommen, daher würde ich eigentlich schon vermuten, daß das kein Einzelfall sein kann.

Vielleicht genügt es ja schon, das Schleifmittel zu ungleichmässig zu verteilen, um so eine Sattelfläche zu "provozieren". Oder die Steine hatten zufällig von vornherein eine ähnliche Form.

Gruß

Carsten

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