Handbehauene Raspeln von Liogier

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Konstruktion Stoßlade

Hallo zusammen,

ein schräg geführtes Hobeleisen verringert sicherlich den Winkel zwischen Hobeleisen und Werkstück, aber m. E. ist das nicht der eigentliche Grund für das vorteilhafte Schneidverhalten.

Ich habe schon immer den Begriff „ziehender Schnitt“ vom Schneiden mit einem Messer abgeleitet.
Je Spitzer der Winkel zwischen Werkstück Schneide, um so leichter geht es.
Kleine Winkelveränderungen erleichtern den Schneidvorgang erheblich. Beim Schneiden mit einem Messer macht man das automatisch.
Ich vermute, dass die Schneide so immer die kürzeste Kontaktfläche zum Werkstück hat und der Widerstand deshalb am geringsten ist.
Der Span, der beim Hobeln ausreißen will, ist somit bei schräg geführten Hobel am kleinsten und am schwächsten.
Da der Hobel nie ganz parallel geführt wird, kommt es auch immer zu kleinen Winkelveränderungen.

Beim Bestoßen von Hirnholz ist der Hobel geführt, eine Winkelveränderungen findet nicht statt.
Daher ist der ziehende Schnitt auf freier Fläche viel wichtiger.

Beim Bestoßhobelhobel ist es aber m. E. dennoch vorteilhaft (hat keiner bezweifelt, ich weiß), ein schräges Eisen zu haben:

1. Der schon genannte kleinere Winkel zwischen Werkstück und Eisen

2. I. d. R. bestößt man rechtwinkelige Werkstücke.
Da das Eisen dabei erst in die untere, vordere Ecke eintaucht und aus der oberen, hinteren Ecke auftaucht, hat man einen kurvenartigen Kraftaufwand,
der m. E. vorteilhaft ist.

Viele Grüße

Markus

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