Juuma Türenspanner - auch für Leimholzherstellung

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Schale und Beitel dafür

Hallo Friedrich,

die Vertiefung hast du schön gleichmäßig ausgearbeitet. Vorbildlich ist auch deine Werkzeugablage. So eine ähnliche Ablage benutze ich auch beim Schnitzen. Da stoßen keine Schneiden aneinander und alles liegt griffbereit an seinem Platz. Sehr gut.

Deine Idee, die Schneide eines Balleisens zu krümmen und damit eine konkave Fläche zu bearbeiten, halte ich allerdings für weniger gut. Balleisen haben stets eine gerade Schneide. Es gibt auch Balleisen mit schrägem Anschliff, aber auch deren Schneide verläuft stets gerade, niemals gekrümmt. Es gibt für Schnitz- und Bildhauereisen mehr als 1.000 verschiedene Schneidenformen, aber ein Balleisen mit gekrümmter Schneide wird man in den Katalogen der namhaften Hersteller wohl kaum (bzw. nur als Meissel, Schaber oder Schrotstahl unter der Rubrik "Drechseleisen") finden. Als Bildhauereisen habe ich so etwas jedenfalls noch nie gesehen. Balleisen kommen immer dann zum Einsatz, wenn konvexe Oberflächen zu beschnitzen sind. Konkave Flächen lassen sich damit nicht bearbeiten, weil ein Balleisen hier immer die Holzfasern aufreißen würde. Beim Schnitzen ist aber die oberste Regel: der Span muss fallen, d.h. er muss immer abgeschnitten werden und darf nicht abgerissen werden.

Für konkave Oberflächen nimmt man deshalb Hohleisen oder (bei stärkerer Krümmung) Bohrer. Das Schärfen dieser Eisen ist normalerweise auch kein Problem. Wenn die Schneidenform nicht neu aufgebaut werden muss, weil sie - was eigentlich nur selten vorkommt - zerstört wurde, ist das Schärfen und gleichzeitige Abziehen auf einer rotierenden Filzscheibe mit ein wenig Schärfpaste (z.B. System Koch) ratz fatz erledigt.

Für die Endbearbeitung der Innenseite der Schale schlage ich vor, sie mit einem gekröpften Flacheisen (z.B. Stich 3) zu glätten.

Gruß
Bernd

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