Juuma Einhand-Simshobel

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Die Art zu Sägen - Querschnitte und Ausrisse

Hallo Horst,

das mit dem Pendeln mal anders beschrieben: Nimm an Du fängst an der Oberfläche an zu sägen. Griff absenken = Du sägst nur vorn, Griff anheben = Du sägst nur hinten. Diese Bewegung im Wechselspiel beim Schieben und beim Ziehen, der Zahn dringt dabei immer ins Holz der Vorder- bzw. Rückseite ein, dort wo das Sägeblatt angehoben wird, schneidet es auf dem Grund des Schnittes nicht, dort wird der Schnitt nicht fortgesetzt (erst bei der nächsten Gegenbewegung); dort kann es theoretisch keine Ausrisse geben, weil ja gar nicht geschnitten wird.

An alle gerichtet: Ich arbeite ja auch mit lauten Geräten. Da kann man ja bei Bedarf zB mit der Kreissäge die Ausrisse durch Austreten der Zähne aus dem Material durch Vorritzen umgehen. Für mich als Amateur ist das praktisch ein Rückwärtssägen mit 1-2mm Schnitttife. Dieses Prinzip des eintauchenden Sägezahns wollte ich aufs Handsägen übertragen bzw. übertrage ich gelegentlich aufs Handsägen.

Eins ist mir kurz nach dem Schreiben selbst gleich deutlich geworden, typisch (nur für mich?), manche Fragen beantworten sich in dem Moment, wo man sich mal die Zeit nimmt tiefer ins Thema einzudringen. Die Genauigkeit. Man sieht ja nur den vorderen Riss, kann nur an dem entlang sägen. Für hohe Genauigkeit mache sicher nicht nur ich das so: immer nur eine kleine Strecke auf der einen Seite am Riss entlang tiefer gehen, dann wenden und auf der anderen Seite am Riss usw. abwechselnd in die Tiefe. Dabei wird ja auch (ev. unabsichtlich) das Prinzip des eintauchenden Zahns angewandt, nur halt nicht abwechselnd während eines Sägezugs, sonderen der Wechsel erfolgt immer erst nach 10-12 Zügen.

Die beschriebene Methode mit dem Pendeln mache ich ehr beim Zusägen, wenn nicht maximal mögliche Präzision erforderlich ist. Und kurz bevor das Stück durchtrennt ist, also im dem Moment, wo ich auf der hinteren Seite des Werkstücks die Unterkante erreiche, gibt es ja auch eine Bewegungsumkehrung. Ich ziehe dann das Blatt zur Unterseite des Werkstücks hin, Säge also auch mit meinen westlichen Allerweltssägen bewusst auf Zug mit vorn/also auf meiner Seite leicht angehobenem Sägeblatt, aus gleichem Grund: damit die Zähne an der Werkstückunterseite in die Oberfläche eintreten statt aus ihr herauszutreten.

Rainer

[ Antworten ]

Beiträge zu diesem Thema

- -