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Re: Japanische Schiebetüren im Shoji Stil

Danke für Eure Antworten und Hinweise. Freut mich dass Euch mein Breicht gefällt. Hartholz und Bienenwachs sind gute Ideen.

@Johann: Wie gesagt, eine Hartholzleiste aufleimen überlege ich mir. In der Höhe habe ich genug Spielraum. Zudem hätte diese Lösung den Charme, dass ich die Laufleiste etwas schmaler machen könnte als die Tür dick ist. Dadurch kann die Nut im Führungsbrett schmaler werden.

@Thomas: Ich bin bei Dir was die Erfahrung der Japaner angeht. Dass ich auch eher auf der tradionellen Seite stehe kommt in meinem Bericht ja schon durch. Das würde aber dafür sprechen, dass Weichholz gut funktioniert. Sonst hätte sich das Design ja nicht über Jahrhunderte gehalten. Ich mache mir wahrscheinlich umsonst Sorgen. Mir ging es bei meinen Fragen darum mal zu hören ob hier schon jemand Erfahrungen mit solchen Schiebetüren gemacht hat (bevor ich in die "finale Phase" des verleimens eintrete).

@Andreas: Im Kurs haben wir nur die Türe selbst gebaut. Auch im Buch ist nur der Bau der Türe beschrieben. In Japan ist Aufgabenteilung wohl so, dass der Zimmermann die Wandöffnung inklusive Schienen herstellt und der Türenbauer dann die Türen in diese Öfnnung einpasst.
Wegen Staub mache ich mir weniger Sorgen. Wir leben schon mehr als zehn Jahre mit dem offenen Schrank und das war nie ein Problem. Mir geht es mehr um die Optik.
Über die Aufteilung und Schienenanzahl habe ich mir lange den Kopf zerbrochen. Der Schrank ist innen im Verhältnis 2/5 - 1/5 - 2/5 aufgeteilt. Die Türen decken jeweils 1/3 der Breite ab. Mit jeder zweischienigen Lösung wäre immer ein Teil der äußeren Flügel unzugänglich. Ideal wäe ein 1/5 Teilung bei den Türen, aber fünf Türen zu bauen erschien mir als overkill. Außerdem hätte ich dann idealerweise immer noch drei Schienen benötigt. Ich habe mich deshalb für die dreitürige Variante entschieden.
Der Einbau laut Odate ist relativ einfach und erfordert wenig Ausrichtung. Deshalb ist mir die Methode auch sympathisch: Oben und unten ist jeweils ein Brett mit den eingehobelten oder gefrästen Führungsnuten. Die unteren Nuten sind relativ flach (ca. 3-5 mm). Die oberen etwas tiefer als nötig (ca. 15 mm). Die Tür ist die 3-5 mm niedriger als der Abstand zwischen Nutengrund oben und unten. Sie wird von unten in die obere Nut eingefädelt und in die untere abgesetzt. Eventuelle Abweichungen von der Horizontalen kann man mit den noch abzusägenden Überständen an den Rahmen ausgleichen. Soweit die Theorie - ich werde die Erfahrung machen.
Zum Papier: Im Kurs haben wir das Papier von einer Seite her auf das mit Leim bestrichene Gitter "aufgerollt" und dann mit Cutter und Lineal die Überstände abgeschnitten. Nach dem Abbinden des Leims kam Trick 17: Mit einer Sprühflasche das Papier von hinten leicht mit Wasser anfeuchten. Beim Trocknen spannt es sich dann von selbst.

Ich denke ich werde es mit der klassischen Methode versuchen, evtl. mit aufgesetzten Leisten. Bei dem Shoji Spezialisten aus Berlin habe ich ein Gleitband gefunden, das in die Führung eingeklebt werden kann und so die Reibung vermindert. Falls die Türen nicht richtig laufen sollten, kann ich immer noch auf dieses Band zurückgreifen.

Ich werde weiter berichten.

Gruß Markus

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