Handbehauene Raspeln von Liogier

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Make a stool from the sea Teil 3 *MIT BILD*

MAKE A STOOL FROM THE SEA

Teil 3, die Fortsetzung und das Finish

Je zwei Beine werden mit einer diagonalen Strebe verbunden, die mit abgesetzten Zapfen in den Beinen verleimt und verkeilt werden sollen. Die schmalen Schlitze stemme ich mit einem Lochbeitel. Anschliessend mache ich die viereckigen Beine achteckig.

Nun beginnt das Abenteuer Gelatineverleimung: Ich breche die Gelatineblätter in kleine Stücke und weiche sie in einem Glas mit Wasser über Nacht ein. Im ersten von drei Leimvorgängen werden je zwei Beine mit einer Diagonalstrebe verleimt. Dazu erwärme ich die Gelatine im Wasserbad und die Holzteile mit dem Heissluftfön. In Dänemark hätte das der Holzofen erledigt. Dann pinsele ich den Leim in die Zapfenlöcher und auf die mit je zwei Sägeschnitten für die Keile versehenen Zapfen, stecke alles zusammen und verkeile die Teile. Am nächsten Tag ist alles trocken und fest. Toll! Nächste Leimung: Beine in Querhölzer. Wieder Gelatine und Hölzer warm machen, zusammenstecken, verkeilen und trocknen lassen. Sieht gut aus!

Mit der Gestellsäge und einem Stecheisen nehme ich die überstehenden Keile und Zapfen weg. Dann male ich das Gestell mit zwei Schichten blauer Milkpaint (federal blue). Einen Zwischenschliff mache ich mit einer Hand voll Schinderspäne, die so scharf sind, dass ich mir damit in den Finger schneide.
Dann ist es Zeit, die Sitzfläche aufzunageln. In jedes der drei Bretter hatte ich mit einem schmalen Stecheisen je vier kleine, quadratische Löcher gestemmt, deren Lage dann in einem Probezusammenbau auf die Querhölzer übertragen und diese ebenfalls gelocht. Das geht richtig schlecht, weil man die Späne nicht aus dem Loch bekommt. Sie werden vom Stecheisen tief im Holz verdichtet. Selbstgemachtes Leid, ich weiss.
Aus Restholz mache ich jetzt zwölf Holznägel und dann verbindet Verleimung No.3 das Gestell und das zukünftige Polager. TäTää!

Zu früh trompetet. Der Leim hält nicht. Meine Fehleranalyse kommt sehr schnell zu dem Schluss, dass ich die Gelatine überhitzt habe. Der Leimrest im Glas ist auch nicht fest geworden. Ich nehme die Bretter nochmal ab und klopfe die Nägel wieder heraus.
So, und jetzt folgt die einzige, logische und offensichtliche Konsequenz für einen Hocker aus Treibholz: Fischleim.
Der ist bei Zimmertemperatur flüssig und damit funktioniert's. Nach dem Trocknen entferne ich mit einem Stecheisen alle Nagelüberstände, bringe mit dem Schinder die Sitzfläche als ganzes in Form und male alles ausser der Sitzflächenbretter ein weiteres Mal blau. Jetzt bringe ich die Beine auf die richtige Länge, reibe den ganzen Hocker nochmal mit Spänen ab und trage mit einem Lappen eine erste, dünne Schicht Tonkinlack auf. Die lasse ich gut trocknen. Es folgt eine Abreibung mit Spänen sowie eine zweite Lage und Trocknung. Dann nochmals Spänepolitur und eine letzte Schicht. Zum Abschluss poliere ich einmal mit einem Lappen.
Der Hocker hat sich sehr zu meiner Zufriedenheit entwickelt und man kann sogar darauf sitzen.

*

Zwei Tage nach Neujahr war ich in den Dünen vom Weg abgekommen. Abseits der Pfade fand ich, gut versteckt, ein dutzend Kisten Akvavit. Ein Flasche habe ich stiebitzt.

Skål, Poul Mommsen! Jeg fortryder intet…

So long,
Johann Daniel

Ende der Geschichte.

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