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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Make a stool from the sea Teil 2 *MIT BILD*

MAKE A STOOL FROM THE SEA

Teil 2, der Baubericht

Ein Dänemark-Urlaub eignet sich bestens, um meine angeborene Leidenschaft fürs Strandräubern mit dem Holzwerken zu verbinden. Deshalb begleiten mich in einer Kiste folgende Gegenstände:

zwei Gestellsägen, deren unbezahnte Blattkanten sich auch gut als Lineal eignen
zwei Lochbeitel und drei Stecheisen verschiedener Breite
ein Holzhammer
ein gewöhnliches Beil
zwei Schinder, je einer gerad- und rundsohlig
ein Ziehmesser
ein Takelmesser
ein kleines Schnitzmesser
ein Löffelschnitzmesser
eine Ziehklinge
ein Gratzieher
zwei kleine Schraubzwingen
je ein Winkel, Zollstock, Bleistift und eine Schmiege
ein paar Schleifsteine
und ein Tütchen blaue Kalk-Kasein-Farbe in Pulverform
zwei Tütchen Blattgelatine als Leim
ein altes Smartphone für die rustikalen Bilder

Auf Bankhobel und Bohrer habe ich bewusst verzichtet, um alternative Bearbeitungsarten und Verbindungsvarianten zu trainieren.

Ich wusste ja vorher nicht, welches Material die See hergibt aber nachts ein Feuer auf den Dünen zu machen, um die Auswahl zu vergrößern, schien mir doch übertrieben. Bereits vor der Reise hatte ich die Vorstellung, dass es ein einfaches Sitzmöbel werden sollte. Und so entwickelt sich aus den gefundenen Kanthölzern und der ein oder anderen Idee ein Hocker.
Das Treibholz bürste ich zunächst trocken ab und schruppe es anschliessend mit Frischwasser um möglichst viel Sand und Salz loszuwerden. Der Geruch der Hölzer ist speziell, wenn man es wohlwollend ausdrücken will.
Als Werkbank dient ein leicht schäbiges Schuhregal, das draussen, wie dafür gemacht, auf der Terrasse steht. Ich beginne mit den Brettern für die Sitzfläche. Zwei Stück säge ich aus einem Stück Kantholz.

Das verbleibende Reststück behaue ich mit dem Beil auf nahe Endmaß.

Das Holz ist astige Tanne/Fichte und pitschnass. Ich nenne das ganze Blauholzwerken. (In Anlehnung ans Grünholzwerken mit frisch geschlagenem Holz.)
Im nächsten Arbeitsschritt versuche ich die Oberflächen mit dem geradsohligen Schinder so eben wie nötig und so glatt wie möglich zu bekommen. Das gelingt besser als gedacht.

Weiter geht's mit zwei Lagerhölzern durch die die drei Brettchen verbunden werden sollen. Sie werden ebenfalls teils gesägt, teils behauen und dann mit dem Schinder geglättet.
Der Hocker braucht Beine. Ich beginne mit dem vierten, welches ich mit dem Beil aus einem Stück Kiefer heraus arbeite. Dabei haue ich trotz vorheriger Kontrolle auf eine versteckte Spaxschraube. Es dauert ein halbe Stunde, die Scharte auszuwetzen.

Anschliessend spalte ich die ersten drei Beine aus dem großen Kantholz (Tanne/Fichte), das ich in drei gleich lange Teile gesägt habe. Mehr ist da nicht heraus zu holen. Teils sind die Fasern gequetscht, teils gibt es starke Risse. Nach getaner Arbeit trinke ich ein Tuborg Grøn, mindestens.

Jetzt ist der Urlaub vorbei und ich packe alles ins Auto. Die zweite Hälfte der Arbeiten erledige ich zu Hause. Auch dort finden keine anderen als die im Urlaub vorhandenen Werkzeuge Verwendung. Nur habe ich keine Schuhbank und wähle als pragmatischen Ersatz meine Hobelbank.
Mit dem Ziehmesser und dem Schinder bringe ich die Beine in Form, dann bekommen sie oben einen schräg abgesetzten Zapfen, der in die Querhölzer gesteckt, verleimt und verkeilt werden soll. Die Zapfenlöcher sind eckig, weil ich ja ohne Bohrer arbeite.

Ende Teil 2

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