Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Schärfen von Ziehklingen - das Video dazu

Hallo Georg,

was das Video zeigt, ist tatsächlich alles was man braucht. So wie auch in der Anleitung ausführlicher beschrieben. Also: Überschleifen der Kantenfläche der Ziehklinge auf einem 1000er Stein bis alle Reste der beim letzten Schärfen angedrückten Fasen weg sind. Dann Überschleifen der Seiten. Das kann man auch auf dem 1000er Stein machen, wenn es besonders gut werden soll macht man es auf einem 6000er Stein (dauert auch kaum länger) und zieht zum Schluss auch die Kantenfläche noch einmal ganz kurz über diesen feineren Stein. Damit ist das Schleifen beendet, die beiden rechrwinkligen Kanten sauber und scharfkantig.

Die Zeit, die man zum Schleifen braucht, ist sehr von der Qualität des Steines (gute Abtragsleistung und trotzdem feine Oberfläche) abhängig. Mein Stein ist ein 1000er Shapton, der ist ideal. Schleifzeit für eine Kantenfläche mit 2 Kanten: Ungefähr eine Minute. Vorausgesetzt natürlich, die Ziehklinge ist gerade und der Stein plan.

Und dann wird der Schneidgrat angedrückt, einmal links, einmal rechts, fertig.

Eine so geschärfte Ziehklinge schneidet einen Span der so aussieht wie in dem Film gezeigt, ich denke der ist vorzeigbar. Und sie bleibt recht lange scharf. Was will man mehr?

Ich weiss, beispielsweise aus einem Lehrbuch für Tischler (Flocken/Walkling/Buhrmester, von 1973), dass es eine "klassische" Methode gibt, viel aufwändiger, mit Feilen und Nachschleifen der Kante, Glattdrücken der Seitenfläche und Anziehen eines Grates. Das ist dort alles sehr unpräzise und wolkig beschrieben. Tischlersprache, für Eingeweihte. Und dann wird dort als die Schärfarbeit erleichterndes Werkzeug der "Ziehklingen-Gratzieher" von Ulmia gezeigt. Der ist ein plumpes Ding, arbeitet im Grunde aber ähnlich wie ein handgeführter Ziehklingenstahl der im Film gezeigt ist. Nur der Andrückwinkel ist bei dem Ulmia deutlich zu groß.

So, wie ich es mache, ist es wirklich einfacher und schneller erledigt. Und das Ergebnis ist gut. Probier es mal aus!

Grüße, Friedrich

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