Veritas Stemmeisen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

PM-V11 zügig Schärfen (Ein Erfahrungsbericht)

Ich schmeiss erstmal an Alle ein frohes neues Jahr in die Runde.

Neben diversen anderen Hobeln habe ich einen LA-Jack von Veritas mit PM-V11 Eisen (57mm breit / 5mm dick !!!), dessen Schnitthaltigkeit ich sehr schätze.
Ich habe das stumpfe Eisen bisher auf einem grünen Naniwa Professional 400 geschruppt und bin anschließend auf den 8000er Naniwa Gelb und habe beide Mikrofasen angezogen, so wie Friedrich das macht.
Das war nur möglich, weil der grüne sehr gut die Form hält, trotz hohem Abtrag und der gelbe direkt weitermacht, wo der grüne aufgehört hat. Wo ist nun das Problem? Es dauerte einfach alles zu lange :-) Außerdem war der grüne sehr weit abgenutzt, ich hatte jetzt zum Schluß nur noch 4mm drauf. Der gesamte Schärfvorgang dauerte etwa 10 Minuten pro Eisen.

Zu Weihnachten gab es den weißen 120er Shapton (Hano-Kuromaku-Seria von Dieter), der sollte den grünen ersetzen.
Ich habe den weißen zuerst ordentlich abgerichtet und bin dann mit dem Hobeleisen drauf um die stumpfe Mikrofase weg zu schruppen - absolut keine Chance ! Das Eisen ist nahezu über den Stein gerutscht, trotz heftigem Druck meinerseits. Bei einem Kohlenstoffstahl Eisen aus einem Holzhobel ging der weiße allerdings wunderbar. Da ich aber hauptsächlich mit PM-V11 arbeiten möchte, war das nur ein guter Vergleich, der mir nicht viel gebracht hat. Das hätte ich mir nie träumen lassen, mann war ich enttäuscht. Ok, nach dem ich mich wieder gefangen hatte bin ich dem Problem auf den Grund gegangen. Der weiße ist einfach zu hart gebunden, er greift den harten PM-Stahl nicht gut an und rutscht. Es muss also ein Stein her, der etwas weicher gebunden ist, aber dennoch formstabil ist und gut abträgt. Genau diese Eigenschaften hatte ich mir vom weißen erhofft. Ich schrieb eine Mail an den Veritas Support. Eine Antwort kam am selben Abend. Veritas meinte, das PM-V11 genauso leicht zu schärfen sei, als A2. Und das man dafür handelsübliche Schleifsteine benutzen sollte.

Also dem ist absolut nicht so! Ein A2 Eisen braucht nach meiner Methode, mit meinen Steinen höchstens 3 Minuten, dann ist das wieder gebrauchsfertig. Es half alles nichts, ich musste
Friedrich anrufen! Gesagt getan. Nach dem netten Telefonat mit Friedrich war ich schlauer ...(warum hab ich das nicht gleich gemacht ... hmmm)

Ein 220er Shapton "Moos" (Hano-Kuromaku-Serie") musste her. Hab den noch am selben Abend bestellt.
Der Stein ist etwas weicher gebunden, merkt man schon beim Abrichten auf dem Klinker, und er schlämmt gut, ähnlich dem grünen Naniwa.
Ich habe nun mein Eisen eingespannt und hab es mit dem gleichen Enthusiasmus Vorwärts bewegt wie auf dem weißen, dabei hätte sich das Eisen fast "überschlagen", so krass hat dieser Stein ins Material gegriffen. Echt Heftig!
Nach ein paar Zügen habe ich die Ebenheit der Schneide immer wieder kontrolliert, alles gerade. Nach dem die stumpfe Mikrofase weg war, bin ich direkt auf den gelben 8000er und habe beide Mikrofasen angezogen, perfekt !
Nachdem die Schneide wieder stumpf war, habe ich die Zeit erneut gestoppt. Ich brauche ca. 6 Minuten um das Eisen zu schärfen - ist schon ne Hausnummer, vorher 10 Minuten. Nochmal: Das Eisen ist 5 mm dick !
Genau so wollte ich das haben - zwei Steine für das PM-V11, einen formstabilen Schruppstein und einen Abziehstein, mehr nicht. Geile Sache. Nun war ich wieder happy.

Mich würde an dieser Stelle EURE ERFAHRUNGEN beim Schärfen von PM-V11 interessieren. Bitte schreibt doch mal was dazu.

Vielen Dank an Friedrich für die großartige Empfehlung. Damit hat sich das Schärfen von PM-V11 erheblich verbessert.

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