Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Schellack wird wieder uneben

Wenn ich mir deine Bilder ansehe, hast du bei der Verarbeitung wohl gleich mehrere kapitale Fehler begangen. Der größte und schwer zu behebende ist: Deine Schellack-Lösung ist viel zu fett. Man sieht es an den Verarbeitungsspuren, die in der Lampenspiegelung zu erkennen sind. Es darf bei der Politur keine Schlierspur zu erkennen sein. Der Lack muss schon nach dem Abdunsten des Alkohols nahezu spiegelglatt sein. Der zweite, daraus resultierende Fehler, ist eine zu geringe Ablüftzeit zwischen den Schichten. Man löst die alte Schicht mit der folgenden immer etwas mit an. Hier sieht es aus, als würde die Altschicht zu stark angelöst und sich als Bröckchen mit über die neue ziehen. Alternativ ist deine Geschwindigkeit, gepaart mit der zu fetten Lösung der Grund. Letzter Punkt sind vermutlich deine Auftragungsbewegngen. (Ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll) Da ich mal nicht davon ausgehe, das die in den Lampenspiegelungen zu sehenden halbrunden Spuren noch Überreste deines Schleifpapieres sind, sondern eher von deinen Bewegungen mit dem Ballen herrühren, liegt die Vermutung nah, dass du durch die „falsch“ ausgeführten Bahnen eine zu starke Überlappung und somit einen zu dicken Auftrag pro Durchgang hast, womit wir wieder den Fehlerkreis geschlossen hätten.
Ich persönlich würde die Oberfläche komplett runter nehmen und neu beginnen. Es wird dann zwar nicht bis Weihnachten fertig, aber die Optik um ein vielfaches besser. Mache deine Lösung dünner und ziehe die Ballenbahnen nicht halbkreisförmig, sondern gerade und nicht zu stark überlappt.

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