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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Ebenheit mit der 3-Klinker-Methode u. andere

Hallo Sascha,

ich finde die Messung und die Ergebnisse interessant. Aussage ist doch: Der Stein hat eine Ebenheitsabweichung von nur wenigen Hundertstel mm.

Selbstverständlich kann die Benutzung einer Messmaschine (und eine Zeiss Contura ist ja schon eine Hausnummer) nicht Teil der Holzarbeit sein, das sehen doch bestimmt alle so. Ich selbst halte ja schon die Benutzung eines Haarlineales für nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt. Die Methode des Abrichtens und Schärfens soll so sein, dass sie mit gar keinen oder nur minimalen Kontrollen zuverlässig perfekt funktionierende Werkzeuge ergibt. Dass die Klinkermethode diese Anforderung offenbar erfüllt, ist für mich als ihren Urheber eine erfreuliche Bestätigung.

Die Kritik am Schärfaufwand kommt ja immer wieder, auch der Hinweis darauf, was die Tischler der Vor- Maschinenzeit zustandegebracht haben ohne diesen Aufwand zu treiben. Das ist ja auch was dran.

Der Tischlermeister in unserem Dorf, in dessen Werkstatt ich mich vor ungefähr 60 bis 65 Jahren herumtrieb, hatte schon Maschinen. Wie er seine Handwerkzeuge schärfte, weiss ich nicht, aber er hat weder von Hand abgerichtet noch geputzt noch Zinken gestemmt. Um Tischler zu sehen, die solche Arbeiten wirklich noch händisch erledigten (so wie ambitionierte Amateure heute), müsste man wohl mindestens 100 Jahre zurückgehen. Weiss man eigentlich Genaues, welchen Schärfaufwand die alten Tischler getrieben haben? Ich habe darüber noch nie etwas gelesen. Ich vermute mal: Geschärft haben die Lehrjungen, und einwandfrei plane Steine wären auch für die eine Erleichterung gewesen, aber die hatten sie nicht. In alten Lehrbüchern wird höchstens erwähnt, man solle die Steine durch gleichmäßige Benutzung der ganzen Fläche planhalten.

Die Werkzeuge waren bestummt nicht perfekt, aber ausreichend geschärft. Und damit mussten die alten Tischler vor allem Anderen möglichst viel schaffen. Mit sowas wie gekrümmten Schneiden an Putzhobeln haben die sich nicht aufgehalten, da wurden die Absätze zwischen den Hobelstrichen mit einer Ziehklinge egalisiert. Als Maschinen kamen mit denen die Produktivität gesteigert werden konnte, war das ein echter Fortschritt.

Wir dagegen wollen Freude am Gebrauch unserer Handwerkzeuge haben. Das ist etws ganz Anderes. Das Argument, die Tischler früher hätten doch diesen Schärfaufwand nicht getrieben, trifft darum nicht. Wir brauchen einfach besser geschärfte Werkzeuge, weil deren Benutzung für uns ein besonderer Genuss ist. Mein Ziel ist es, diesen notwendigen besseren Schärfezustand mit relativ geringem Aufwand zu erreichen. Darum halte ich meine Steine plan, wende die Mikrofase an und so weiter. Und weil das Schärfen auf diese Weise nicht nur gute Ergebnisse bringt, sondern auch noch schnell geht, leiste ich mir den Luxus, oft zu schärfen.

Friedrich

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