Handbehauene Raspeln von Liogier

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Schlichthobel - Rundung

Hallo Horst,

ich denke beim Schlichthobel ist es eine Grenzfrage. In der alten Literatur werden die Eisen von grob zu fein zunehmend gerader und bei Putz- und Doppelhobel und bei der Rauhbank nur noch die Ecken abgerundet.
Ich habe mal nachgeschaut und in Holztechnik Grundstufe von 1993 den Vergleich von Schlicht- und Schropphobel gefunden bei dem der Schlichthobel mit geradem Eisen als Beispiel für ausgerisssene Kanten und der Schropphobel als Beispiel für geschnitten Schnittkanten gezeigt wird.
Bei Biehler von ca. 1950 wird der Schlichthobel mit gerundetem Eisen gezeigt. Um den Effekt zu erzielen, dass es keine unschönen Ausrissstellen gibt würde es ja auch reichen nur an den Ecken eine leichte Rundung anzubringen.
Ich könnte mir vorstellen, dass im Lauf der Zeit das Rohmaterial zunehmend weniger stark mit dem Handhobel bearbeitet wurde und die Spanabnahme auch geringer wurde. Beim kompletten Abrichten von Hand könnte ich mir vorstellen, dass die Arbeitserleichterung als größer angesehen wurde als der Aufwand um das gerundete Eisen zu schleifen.
Ich denke Spandicken so um 1mm waren da beim Schlichthobel schon üblich. Vielleicht ist es hier auch eine Kombination gewesen, keine Ausrisse an den Seiten des Hobelmessers und ein, zumindest etwas, leichteres arbeiten.
Letztendlich ist es ja aber auch sozusagen Geschmacksache. Bei den von mir gebraucht und neu gekauften Schlichthobeln war zumindest soweit ich mich erinnere nie einer mit gerundetem Eisen dabei. Ich habe schon welche mit gerundetem und geradem Eisen benutzt und mir da immer recht wenig Gedanken darüber gemacht. Wobei ich denke, dass die Hobel am meisten Sinn machen, wenn die Rundung von Grob nach fein geringer wird. Ich wollte den Unterschied mal testen bin aber bislang nie dazu gekommen.

Grüße Paul

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