Veritas Stemmeisen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Schlichthobel - oder wie man zum Brett kommt

Schönen guten Abend Markus,

ja, so sind sie die verschiedenen Vorgehensweisen. Was dem einen liegt, muss dem anderen noch lange nicht liegen. Wichtig und entscheidend ist in meinen Augen dann ja, dass das Ergebnis passt. Du hast ja einen für Dich guten Weg gefunden.

Ich habe hier ja nur "meinen" Weg vorgestellt.
- Für mich ist eben das größere Gewicht des Hobels der große Vorteil - einmal in Schwung gebracht, zieht er "fast" von selbst durch das Holz. Einen leichten muss ich hingegen dauerhaft durch das Holz schieben. Daher mag ich auch meinen großen Hobel von Gerd Fritsche so sehr. Der rauscht förmlich durch das Holz :-)
- Es ist mir bewusst, dass "man" die größten Unebenheiten mit einem Schlichthobel wegnimmt (wegnehmen kann). Für mich hat es einen gewissen Charme, einen dicken Span einzustellen und auch auf einen Rutsch viel abzutragen - aber ohne die tiefen Riefen eines Schrupphobels. Und in dieser Phase kommt es mir wahrlich nicht auf die Genauigkeit an.
- Die Frage ob, man konkav oder konvex zuerst hobelt spielt ja dann eine Rolle, wenn das Brett beim Hobeln wackeln (würde) - sonst ist's in meinen Augen aber egal.
- ein Schnittwinkel mit 50 Grad braucht mehr Kraft - ist mir aber dann egal, wenn ich eine schöne Oberfläche haben möchte
- der Fasenwinkel (des Eisens) sagt erst mal nicht sehr viel über die Kraft aus, die es benötigt, den Hobel durch das Holz zu treiben. Das Ausschlaggebende ist der Schnittwinkel (vorgegeben durch den Winkel des Froschs bzw. das Bett bei einem Fase oben Winkel)

Aber, wie gesagt. Einen Suhrupphobel möchte ich auch mal ausprobieren. Ich hätte sogar einen und habe ihn meine ich auch mal (kurz) ausprobiert; bin dann aber ob der doch recht beachtlich tiefen Riefen wieder davon abgekommen, weil ich mir nicht vorstellen wollte, wie viel Arbeit es bedeutet, die wieder rauszuhobeln.

Gute Freunde von mir sind sehr überzeugt von den Holzhobeln - und loben sie auch immer wieder wegen ihrer guten Gleiteigenschaften. Bitte jetzt mal dahingestellt, wie man das jetzt physikalisch richtig bezeichnen möchte. Sie "rutschen" leichter übers Holz. Das kann ein sehr entscheidender Vorteil sein. Mir liegt die andere Arbeitsweise mehr.

Herzliche Grüße

Tom

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