Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Baubericht Terrassenfenster

Hallo Markus,

zum Vor-dem-Ausarbeiten-Anreißen von Sprossenzapfen und zugehörigem Zapfenloch:
wegen der schrägen Profilierung des Flügerahmens innen ("Fase") arbeitest Du (vermutlich) an den Sprossen keinen Zapfen mit rechtwinkliger Zapfenbrust an, sondern ein Konterprofil mit der zu angesprochener "Fase" passenden Gegenschräge.
Reißt Du alles vor Ausarbeitung an, muß natürlich auch das Gegenprofil des Zapfens gleich mit angerissen werden. Da entstehen keine Löcher, das "fehlende" Holz der Schräge an der Sprosse geht im Gegenprofil auf.

Vermutlich ist Deine Sprossenprofil-Aufteilung irgendwas in Richtung 2/3 der Stärke Fase, 1/3 der Stärke Kittfalz.
Bei einer Drittelung Deines Sprossenprofiles für Schlitz&Zapfen hast Du den Zapfen (möglichst mit ganzer Stärke in der Schräge der Fase). D.h., das Zapfenloch erhält schräge Flanken. Für rechtwinkligen Flanken müßtest Du die Breite der Sprossenzapfen um die Fase verringern.

Bei folgender Ausarbeitung in Handarbeit fallen dann natürlich die Riße für die Fasen und Fälze am Hirnholz weg, aber die Riße im Längsholz hast Du ja noch am Werkstück.(Bei Dir ja vorher schon erledigt.)
Nehme ich Deine in den Bildern gezeigte Arbeit als Referenz, mache ich mir wenig Gedanken über übermäßig mangelnde Genauigkeit. Du baust auch kein Uhrwerk oder einen Kolben in einem Motor, sondern ein Holzfenster in Handarbeit. Gewisse Toleranzen sind da einfach vorhanden. Konstruktiv fielen die m:M. auch nicht sonderlich ins Gewicht, da die Fase ja innenseitig ist (Kittfalz schon außen, oder?) und somit im gegebenen Fall auch kein Wasser"sack" enstehen kann.

Gruß, Andreas

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