Zinkensäge von Gramercy Tools

Handwerkzeugforum für Holzwerker

1mm- Blatt aus 1.1274 für Mini- Klobsäge *MIT BILD*

Hallo,

Hier sind ja in letzter Zeit die Klobsägen ein beliebtes Thema gewesen, ein thread dazu war

http://www.woodworking.de/cgi-bin/forum/webbbs_config.pl/page/1/md/read/id/76048/sbj/rahmensaege-vorstellungen-erfahrungsberic/

Danach ging es dann noch (etwas fruchtlos) um die Beschaffung passender Blätter und die Möglichkeiten sie zu bezahnen:

http://www.woodworking.de/cgi-bin/forum/webbbs_config.pl/page/1/md/read/id/75962/sbj/mitkaeufer-fuer-saegeblaetter-gesucht/

Die Diskussion konzentrierte sich da auf Fragen wie den Feilenverbrauch beim händischen Bezahnen, Laserschneiden oder nicht usw. Ich hatte hatte ich angekündigt, versuchsweise ein Blatt für meine Mini- Klobsäge (Blattlänge nur 700mm) mit der Feile bezahnen zu wollen. Das habe ich nun gemacht.

Uwe Adler hat mir ein passendes Stück Federbandstahl gestiftet: 1mm dick, 50 breit, 700 lang. Werkstoff: 1.1274 (nicht rostfreier Federbandstahl hoher Härte). Herkunft: H+S Präzisionsfolien.

Und nach den deutlichen Warnungen zum zu erwartenden Feilenverbrauch habe ich mir vier richtig große Dreikantfeilen, etwa 250mm lang, besorgt.

Vorbereitung des Bezahnens:
Die Zahnteilung 10mm ausgedruckt an Blatt geklebt. Das Anbringen der ersten Kerben mit einer schon ziemlich abgenüdelten kleinen Dreikant- Nadelfeile war mühsam, die Feile tat sich schwer. Danach Papier vom Blatt abgemacht. Vertiefen der Kerben mit einer scharfen Nadelfeile und einer 6mm breiten Tome- Feteira- Sägefeile (bis etwa 3mm Tiefe) war problemlos. Der Stahl ist zwar sehr hart (womöglich härter als der meiner Disston D8) aber sehr gleichmäßig über die Länge; besonders harte Zonen gibt es offenbar nicht, das habe ich an alten Sägen schon ganz anders erlebt. Aber die sinnvolle Obergrenze der Härte für eine Säge, die per Feile geschärft werden soll, ist mit diesem Material vielleicht doch erreicht.

Ausfeilen der Zahnlücken mit den großen Feilen. Zahngeometrie: Teilung 10mm, Neigung 10°
Unter meinen Feilen waren zwei spottbillige (SAM), ich hatte es nicht lassen können. Die waren unglaublich schlecht, fassten den Stahl überhaupt nicht, als ob der Hieb gar nicht scharf wäre. Beide in den Schrott! Damit niemand diesen Fehler wiederholt: Diese Feilen werden offenbar unter verschiedenen Namen verkauft, SAM ist nur aufgedruckt. Sie sind identifizierbar an der sehr dicken, charakteristisch geformten Angel. Finger weg, das Geld sollte man lieber mit losen Weibern verprassen.

Nächster Versuch: Eine 25cm lange Öberg Hieb 2, „new old stock“, Öberg gibt es wohl nicht mehr. Wun-der-bar! Diese Feile fasste gleichmäßig, man spürte schon dass das Werkstück sehr hart war, aber der Abtrag war gut und gleichmäßig.
Die erste Feilenecke war verschlissen bei einer Zahnlückenbreite von 6,5mm, die zweite bei 8,5.
Die Kante des Blattes war gerundet, warum ist unbekannt, aber das musste weggefeilt werden. Dann weiter die Zahnlücken ausgefeilt mit Ausgleich der Teilung bis zu einer Breite der Zahnkopffläche von etwa 0,5 mm, fertig zum Schränken und Schärfen (s. folgendes Bild).

Zustand der dritten Feilenecke zu diesem Zeitpunkt: noch brauchbar. Zeitaufwand für das Ausfeilen der Zahnlücken: ungefähr 2 Stunden (hab ich aber nicht am Stück gemacht) ;-).

Schränken:
Geschränkt habe ich mit einer Eclipse- Zange, die wirkt zwar etwas filigran gegenüber 1mm dicken Zähnen, machte es aber besser als erwartet. Eine größere Schränkzange (Stanley 43) ist im Zulauf.
Nach dem Schränken Zahnspitzen noch einmal leicht überfeilt und mit Schleifstein blank gemacht.

Schärfen, Endergebnis:
Vor dem Schärfen habe ich dann doch die erste verdiente Öberg- Feile ausgemustert und mir die zweite, die ich hatte gegönnt. Habe aber kurz getestet, ob eine (deutlich kleinere) Dick- Feile es auch kann: Sie kann. Schränkung nach dem Schärfen und kräftigem seitlich Abziehen: 0,5 mm

Probeschnitt mit meiner Mini- Rahmensäge:
Ich habe von einem Tischbein aus Buche eine Scheibe abgeschnitten.
Die Säge fühlt sich scharf an und ist recht schnell, braucht aber auch viel Kraft. Für ein so kurzes Blatt schein mir auch eine Breite von 50mm ausreichend.
Die Griffe an der Säge sind im Winkel verstellbar (Drehen nach Lösen der sichtbaren Sechskantschraube) und entsprechend der natürlichen Handhaltung ein wenig nach innen gekippt. Finde ich sehr angenehm.

Und das Ergebnis (Blatt war wohl noch ein bißchen ölig):

Resumee:
Ich frage mich, ob es für mich wirklich sinnvoll ist, eine Säge mit längerem Blatt zu bauen. Bis zu einer Schnittlänge von, sagen wir mal, 25 cm bin ich mit dieser gut gerüstet. Und eine längere Säge für einen evtl. noch längeren Schnitt ginge mir denn doch zu sehr auf die Knochen, außerdem wird das Hantieren mit einer längeren Säge in meiner engen Werkstatt schwierig.

Den unerwartet geringen Feilenverbrauch (eine Feile bei 700 mm Blattlänge) führe ich einerseits auf die Größe und die gute Qualität der Feile zurück, andererseits auf die Güte meiner Kluppe: Da quietscht nix und rattert nix. Ich habe beim Umfeilen einer Schittersäge, bei dem deren hohe Zähne sehr laut wurden, erlebt wie solche Schwingungen eine Feile kaputtmachen. Jedenfalls ist es unter guten Bedingungen offenbar durchaus machbar, ein 1mm dickes Blatt aus 1.1274 per Feile zu bezahnen.

Sollte jemand so etwas vorhaben: In 50mm Breite ist das ein gängiges Material bei H+S (anderswo vermutlich auch). Ich habe auch eine Fa. gefunden, die breitere Blätter aus diesem Material, auch einzeln, zuschneidet (ggf. per pm nachfragen).

Damit ist eine gemeinsame Beschaffungsaktion wohl nur noch sinnvoll, wenn es um fertig bezahnte Blätter ginge. Das von mir favorisierte Fertigungsverfahren wäre Wasserstrahlschneiden, und man sollte dann 2 Blätter aus einem beispielsweise 150 mm breiten Rohling mit nur einem Zickzackschnitt herstellen lassen. Ich habe eine Firma in Hildesheim ausfindig gemacht, die das machen würde, und es gibt sicher auch andere. Selbst würde ich in der Richtung nicht aktiv werden, wäre aber gern behilflich wenn es gewünscht ist..

Friedrich

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