Terrassendielenbohrer

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Nee, nee, nee
Antwort auf: Re: Nee, nee, nee ()

Wenn nun das "Schaffen" eben nicht mehr mit klassichen Werkzeugen und dem Material Holz sondern mit den Händen auf der Tastatur und ggf. einer Programmiersprache als Werkzeug entsteht, ist dass doch eher die Variation ein und der selben Motivation auf verschiedene Ebenen. Auf meiner Waage der Bedeutung erreichen beide den selben Wert.

Ja, auch jemand, der programmiert, erschafft etwas, klar. (Da kann ich gar nicht dagegen argumentieren, denn damit verdiene ich mein Geld.)

Die Zeiten ändern sich und die Menschen ändern sich ebenso wie deren Interessen.
Also jede Generation pflegt seine Traditionen... keine ist besser oder schlechter.

Nein, aber anders. Ich denke, dass die Konkretheit des Materials verloren geht. Ein Ingenieur, der mit dem Material selbst nicht mehr arbeitet, verliert bestimmte Erfahrungen. Ob er die braucht? Hmm, keine Ahnung. Ich selbst bin ja auch jemand, der sich eigentlich erst eine Vorrichtung für Ungelernte (nämlich für mich selbst) konstruieren muss, um mit tollem Werkzeug nicht vieeel schlechter zu sein, als der erfahrene Handwerker, der mit einer (bleiben wir mal bei Elektrowerkzeugen) Aldi-Stichsäge frei Hand einen langen Schnitt durchführt. Da fehlt mir einfach auch die Erfahrung, die ich nicht so schnell sammeln kann.

Allerdings sehe ich Vergleichbares in der Programmierausbildung: Wer nur noch auf hohem Abstraktionslevel Module zusammenstellt, weiß u.U. nicht mehr, was er da wirklich tut. Das ist im Handwerk sicherlich nicht anders als in Programmierung. Andererseits: Wenn ich auf arbeitsaufwändige Handwerksmethoden "setze", wird es mir schwerfallen, zu "skalieren". Die heutigen industriell hergestellten "Plastik"boote segeln nicht schlechter, als in aufwändiger Handarbeit hergestellte Holzboote und sind dabei deutlich erschwinglicher. Mit CNC-Fräsen etc. und in Serienfertigung erstellte Gitarren haben heute ein Qualitätslevel erreicht, das vor wenigen Jahrzehnten unvorstellbar gewesen wäre. Und dennoch werden Meistergitarren immer noch mit viel Handwerksarbeit und Wissen erstellt. Und dieser Markt für gute Handwerksarbeit ist größer geworden, auch weil die Massenfertigung neue Märkte erschlossen hat, deren "Aufsteiger" dann schonmal in dem "Premiumsegment" kaufen. Und damit sind wir wieder beim zukünftigen Markt für Stechbeitel und anderes hochwertiges Handwerkszeug...

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