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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Nee, nee, nee
Antwort auf: Re: Nee, nee, nee ()

Wahrscheinlich sind die gewerblichen Kunden seit einigen Jahrzehnten so gut wie ausgefallen, aber was ist mit den Hobby-Handwerken wie uns hier? Die Gemeinde der begeisterten Holzwerker scheint ziemlich stark zu wachsen, zig Internet-Shops, neue Hersteller von qualitativ hochwertigen und innovativen Werkzeugen, alteingesessene Hersteller, die plötzlich wieder neue Werkzeugserien auflegen, tausende Youtube-Videos zu Thema uvm. belegen das.
Gab es das auch vor 10, 20 Jahren in dem Ausmaß schon? Ich denke nicht.

Und eines darfst du nicht unterschätzen: bei vielen Menschen, die das Holzwerken als rein kontemplatives Hobby betreiben, sitzt das Geld locker.

Ja, tatsächlich scheinen derzeit sehr viele Amateure (eigentlich "Dilettanten" im besten Wortsinn, also diejenigen, die sich daran erfreuen) als Käufer auf dem Markt. Wie sich der Markt weiter entwickeln wird? Keine Ahnung. Als ich vor knapp 40 Jahren mein Abi machte, ging es los, dass viele Mitschüler "irgendwas mit Holz" machen wollten, das wurde auch für Abiturienten attraktiv, und hier war auch der Umgang mit traditionellen Werkzeugen gefragt: Bootsbauer, Musikinstrumentenbauer, Restauratoren waren Wunschberufe und sich es auch heute noch. Da sind auch heute noch viele traditionelle Werkzeuge im Einsatz. Bei "normalen" Fenster- und Möbeltischlern oder auch Zimmerleuten scheint es mir weiter abgenommen zu haben.

Ob dieser Markt eingehen wird? Nein, dazu sind einfach zu viele Anwender auf dem Markt. Ich kann mir vorstellen, dass die Zahl der Hersteller sinken wird, allerdings nicht unbedingt die Zahl der Marken, und dass Hersteller eine Mehrmarkenstrategie fahren werden.

Ob dieser Markt aber großartig wachsen wird? Da bin ich skeptisch: Die Babyboomer (die jetzt zahlungskräftige Käufer auf dem Markt sind) sind jetzt alle Mitte 50 und älter. (Gibt es eigentlich eine Altersstatistik für das Forum?) Die haben teilweise noch die alten Handwerke erlebt oder haben über ihre Eltern eine Verbindung dazu. Das dürfte bei den folgenden Generationen schon deutlich abnehmen. Klar gab es früher weniger Videos, aber heute sind sie auch deutlich leichter zu drehen. (Heute kostet eine Youtube-fähige Videocam so viel, wie ein besser Satz Stemmeisen...)

Aber es gibt eben auch spannende Entwicklungen, wie die Minibrauereien, die vor wenigen Jahren so nicht vorhergesehen wurden. Mal sehen, ob und wann die Hipster auf Holzverarbeitung umsteigen werden... Was mir auffällig erscheint: Die Invididualisierung der Marken scheint voranzuschreiten. Es ist eben nicht mehr die Fa. xyz, die ein Werkzeug herstellt, sondern der Meister abc (auch wenn er bei xyz arbeitet), vgl. die Kennzeichnung bei Gränsfors und anderen Firmen. Natürlich gab es derartige Kennzeichnungen schon immer. Neu scheint mir zu sein, dass das als Merkmal im Marketing herausgestellt wird.

Frohe Weihnachten!

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