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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Rahmensäge --> Vorstellungen / Erfahrungsberic *MIT BILD*

Hallo Markus,

Eine schöne Tätigkeit, die einen auch an Grenzen bringen kann, die Sägererei mit der Roubo/Rahmensäge. Gerne gebe ich meinen Erfahrungschatz preis.

Die fertige Säge nach den ersten Sägearbeiten

Die Säge entstand aus dem Wunsch Rundholz aufzutrennen. Stammabschnitte längs von bis zu 50 cm Durchmesser, um dünne Bretter zu erhalten. Nachdem die Säge fertig war, scheiterte es an der Halterung von solchen Durchmessern in meiner großen Hobelbank. Mit einer neuen Hobel/Werkbank ist es jetzt möglich.
Die Säge ist zwischenzeitlich viel im Einsatz gewesen. Nussbaum, Riegelahorn, Esche, Buche, Ebenholz, Massaranduba, Hondurasmahagoni, Eiche, Eibe und Olive, nur als Beispiele genannt sind gut zu sägen gewesen. Ich habe es mit der Kerfingplanemethode versucht und es wieder schnell verworfen. Eine kleine Nut mit der Rückensäge als Führungslinie für die ersten Züge und dann wechsle ich nach jeweils ca. 15cm die Schnittrichtung. Auch kontrolliere ich den Schnittverlauf mit dem rückwärtig aufgestellten Spiegel auf der hinteren Seite. Wenn der Verlauf nicht am Riss verläuft und auch mit der Säge nicht zu korrigieren ist, wechsle ich die Richtung auch schon vorher. Es liegt aber auch an der Tagesform, ob der Schnitt sauber gehalten wird. Wenn nicht, dafür habe ich für mich die Lösung, Pause – eine andere Tätigkeit und nach meist einer Stunde geht es leichter weiter. Eine ganz wichtige Erfahrung war, der Sägeschnitt wird nach den ersten 20cm mit einem eingesteckten Keil geöffnet, der mit einer fortschreitenden Tiefe weiter eingetrieben wird. Dafür habe ich Keile unterschiedliche Stärken und Längen hergestellt. Am Ende wird das ganze Brett gedreht und von der Gegenseite aufgetrennt. Die Schnitte treffen im unteren Viertel aufeinander. Die Säge schneidet durch das Eigengewicht ohne das zusätzlichen Druck ausgeübt werden muss.

Nadelhözer dagegen lassen sich sehr schwer sauber auftrennen. Meine mehrfachen Versuche, Holzkloben aus feinjähriger Fichte zu sägen sind kläglich gescheitert. Die stehenden Jahresringe haben sich nicht am Riss schneiden lassen und sind immer wieder verlaufen. Die Bretter sollten 10mm und 5mm Stärke werden, waren aber durch die unterschiedlichen Holzstrukturen im Früh- und Spätholz der Jahresringe mit der Auswirkung auf die Sägeblattrichtung immer abweichend. Im gleichen Arbeitsgang, sofort nach dem letzten Sägeversuch mit der Fichte, durchgeführte Sägearbeit im Riegelahorn, erhielt ich sauber geschnittene Bretter.
Das Sägeblatt ist aus Federstahl und 0,8mm stark. Mit zwei Feilstrichen wird sie schnell nachgeschärft und die Standzeit stellt mich zufrieden. Ein 1mm Sägeblatt liegt immer noch mit fertiger Zahnteilung in der Warteschleife. Ich muss mir nur wieder die passenden Feilen kaufen. Bei der Erstbezahnung der 0,8mm waren es ca. 7 Feilen, die ich verbraucht habe.

Die Herstellung der Säge ist dokumentiert:

https://holzpassion.blogspot.de/2014/10/rahmensage-frame-saw.html
https://holzpassion.blogspot.de/2014/10/rahmensage-frame-saw-metallarbeiten.html
https://holzpassion.blogspot.de/2014/11/rahmensage-frame-saw-rahmenbau.html
https://holzpassion.blogspot.de/2014/11/rahmensage-frame-saw-zusammenbau.html
https://holzpassion.blogspot.de/2014/11/rahmensage-frame-saw-finish.html

Die Bezahnungsarbeit ist in der Dokumentation nicht gesondert gezeigt, da sie in diversen vorhergehenden Posts bei meinem Sägebauten ausreichend beschrieben wurde. Der Schritt von der Rückensäge zu einer Rahmensäge ist als RIP Säge nicht so groß. Auch dort kommen die 60° Feilen zum Einsatz und der Hieb muss entsprechend ausgewählt werden. Weitere Angaben in den Posts.

Ich kann nur jeden, der Handarbeit macht und für den die Zeit nicht das Gegenargument ist, ermutigen, sich mit einem solchen Projekt zu beschäftigen. Macht Spaß und bringt neue Möglichkeiten. Für mich ist das ein Werzeug, das mir viele Bretter und Abschnitte für die unterschiedlichsten Arbeiten lieferte. Selbst die Möglichkeit die Schnitte auf einer großen Bandsäge bei einem Holzwerkerfreund durchzuführen, haben mich immer wieder zu dieser Säge greifen lassen. (V)Entrückt muss man schon ein bischen sein, so zu arbeiten.

Herzliche Grüße

Uwe

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