Handbehauene Raspeln von Liogier

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Rahmensäge

Hallo Markus,

Du hast mich ja in meinem eigenen Faden http://www.woodworking.de/cgi-bin/forum/webbbs_config.pl/page/1/md/read/id/75882/sbj/meine-klobsaege-zum-auftrennen/#m_75882 gebeten, mich hier zu beteiligen. So möchte ich das auch gerne tun.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass meine Aussagen hauptsächlich auf Internetrecherche und nur auf ca. 3 Std. Sägepraxis (bisher) beruhen.

Allgemeine Informationen:
- hier im Forum: Suchbegriff: Rahmensäge
- über Google bei Tom Fidgen (unplugged woodshop), Shannon Rogers (RenaissanceWoodworker), etc. gibt es (auf englisch) einiges zu entdecken
- wer die Zeit hat, kann sich bei Youtube ein 1 Stündiges recht informatives Video von Shannon Rogers zur Säge von BlackburnTools ansehen, welches als Bausatz auch über Dieter Schmid zu beziehen ist: https://www.youtube.com/watch?v=NW4pyIclSE0

Bezugsquellen:
Dieter Schmid (Blackburn Tools)
Gerd Fritsche (nicht auf seiner Seite -> anfragen)
Bad Axe Toolworks
Selbstbau (Schrotsägen-, Bandsägenblätter, HS Präzisionsfolien etc.)
Komplette Sägen werden meines Wissens nach nicht angeboten

Zur Geometrie:
Zähne: Einige verwenden Zahnteilungen von nur 5mm, andere bis 11mm. Wie schon mehrfach von anderen geschrieben kommt es wohl auf die zu sägende Brettbreite an. Ich habe ein Mittelwert von 8,5mm gewählt. Da das Sägen schnell gehen soll, sollten die Zähne so aggressiv wie möglich sein. Meine Neigung (rake) ist 1° und ich bin damit zufrieden. Da die Säge vorzugsweise gerade Schnitte durchführen soll, kann ein breites Blatt nicht nachteilig sein. Meines ist ca. 80mm. Die Blattstärke erhöht auf der einen Seite den Kraftaufwand, auf der anderen Seite sollen zu dünne Sägeblätter leicht in der Brettmitte verlaufen (siehe ältere Forumsbeiträge).

Anatomie/ Griffform / Sägelänge- Breite:
Die Sägebreite ist für Auftrennarbeiten in der Dicke eher untergeordnet. Deshalb würde ich sie anatomisch sinnvoll so ausführen, dass die Hände ca. schulterbreit voneinander entfernt sind. Die beste Kraftentfaltung hat man meiner Meinung nach bei Griffen mit den Handflächen nach unten (Griff an einer Türklinke). Das kann man selbst gut ausprobieren, indem man versucht ein Auto o.ä. in dieser Armstellung (und Ellenbogen leicht nach außen) zu schieben, gefolgt vom gleichen Versuch mit rotiertem Unterarm (Griff wie beim Händedruck) und nach unten stehenden Ellenbogen. Allerdings sind beide Griffvarianten im Netz zu finden, da sollte man sich überlegen, was für sich selbst bequemer erscheint. Ein paar Gedanken hierzu gibt es auch unter:
https://rainfordrestorations.com/tag/frame-saw/
Als alter Kampfsportler weiß ich: "Die Kraft kommt aus der Mitte" - also Rumpf und Oberschenkelmuskulatur. Das sollte man beim stundenlangen Sägen bei seiner Technik berücksichtigen. S. Rogers zeigt im verlinkten Video, dass er beim Sägen vor- und zurückschreitet. Deshalb darf die Säge auch sehr lange werden. Er, Caspar Labarre und andere sprechen von 1200mm plus. Für diesen Bewegungsradius muss man allerdings auch erstmal Platz haben. Meine Länge von 1000m ist auf jeden Fall gut zu bewegen. Ein Sägen nur aus dem Ellenbogen- und Schultergelenk ist viel zu kräftezehrend auf Dauer.

Gewicht:
Ich habe meine nicht gewogen, aber ein Leichtgewicht ist sie sicher nicht. Das merkt man, wenn man häufig das Brett dreht, um von beiden Seiten zu sägen und die Säge jedesmal aus dem Schnitt hieven muss. Zu leicht sollte sie aber vielleicht auch nicht sein. Bei Tom Fidgen sieht es beispielsweise so aus, als würde die (zu leichte?) Säge auf dem Sägeschnitt rumschaukeln.

Holzart / Festigkeit:
Ich kenne den Festigkeitsnachweis jetzt nur aus dem Metallbereich und nun ist Holz ja ein ganz anderer Werkstoff. Die Prinzipien sollten jedoch ähnlich sein. Hauptbeanspruchung für die Querträger ist Biegung. Deshalb sollten die Träger möglichst breit ausfallen. Die Längsholme sind auf Druck und Knickung belastet. Ich denke beides ist relativ unkritisch. Für eine beanspruchungsgerechte Konstruktion ist eben die Geometrie und das Material ausschlaggebend. Ich würde mir nicht extra teures "hochfestes" Holz kaufen, auch weniger festes Holz sollte geeignet sein, dann führt man eben alles etwas stärker aus. (Auch Tragwerke, Dachstühle, etc. sind aus KVH - Fichte)

So dass soll es erstmal von meiner Seite aus gewesen sein.

Viele Grüße an alle (verrückten) Säger

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